Kimi Antonelli: Erst durch das T-Shirt wurde der WM-Titel real

Kimi Antonelli: Erst durch das T-Shirt wurde der WM-Titel real

 

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Auch wenige Tage nach dem größten Moment seiner bisherigen Karriere steht Kimi Antonelli noch immer neben sich. Die Feierlichkeiten, der Besuch bei der Familie von Ayrton Senna, die Reise nach Brasilien – alles ging so schnell, dass der neue Formel-1-Weltmeister kaum Zeit hatte, überhaupt zu begreifen, was geschehen ist.  Sutton Images Der neue Formel-1-Weltmeister brauchte Zeit, um das zu realisieren

Erst am Donnerstag in Sao Paulo wurde es für ihn greifbar. Als ihm sein Team ein ganz besonderes T-Shirt überreichte, schaute er darauf und dachte: “Wow. Ist das überhaupt real? Eigentlich noch nicht wirklich. Es fühlt sich immer noch surreal an”, erzählt Antonelli. Das Shirt habe ihm erstmals vor Augen geführt, was er mit seinem Team erreicht hat. “Genau deshalb brauche ich wohl noch ein bisschen Zeit, um das alles zu verarbeiten.” Die vergangenen Tage seien emotional und ereignisreich gewesen, die vielen Eindrücke hätten ihn beinahe überfordert. “Im Kopf geht gerade so viel auf einmal vor, dass es mich fast ein bisschen überfordert.”
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Dabei war der 20-Jährige nach dem entscheidenden Sonntag kaum zur Ruhe gekommen. Auf die Feierlichkeiten folgte bereits der nächste außergewöhnliche Termin: Antonelli verbrachte Zeit mit der Familie von Ayrton Senna. Auch das sei ein Erlebnis gewesen, das er erst einmal hätte sacken lassen müssen. “Ich hätte mich also definitiv gerne mal hingesetzt, um das Ganze zu reflektieren und mir bewusst zu werden, was da eigentlich passiert ist.” Doch dafür bleibt im Formel-1-Kalender kaum Zeit. Nur drei volle Tage lagen zwischen dem Titelgewinn und dem nächsten Rennwochenende in Brasilien. Antonelli ist zurück im gewohnten Rhythmus – und versucht, die Saison nicht nur emotional, sondern auch sportlich zu einem guten Abschluss zu bringen. Ein Foto für die Ewigkeit: Hamilton und Verstappen tragen Antonelli Einen Moment aus den Feierlichkeiten wird er allerdings nicht erst noch verarbeiten müssen, um zu wissen, dass er ihn niemals vergessen wird. Das Bild, auf dem Lewis Hamilton und Max Verstappen ihn nach dem Rennen auf ihren Schultern tragen, hat bereits einen festen Platz in seinem Zuhause gefunden. “Ich habe das Bild bereits eingerahmt und werde es mir definitiv an die Wand hängen”, erzählt Antonelli. “Ich meine, wer hätte das gedacht? Ich hätte nicht erwartet, meinen Titel auf diese Weise zu feiern.” Dass ausgerechnet zwei Fahrer, die die Formel 1 über Jahre geprägt haben, ihn gemeinsam hochhoben, machte die Szene für ihn besonders.  LAT Images Dieses Bild wird bei Antonelli zu Hause an der Wand hängen

Dafür möchte er Hamilton und Verstappen auf jeden Fall Danke sagen. Denn: “Wenn ich auf das Podium zurückblicke, war das absolut echt. Es war aufrichtig, und das ist das Schöne daran.” Antonelli habe gespürt, dass die beiden es tatsächlich so wollten. “Es war etwas, das sie tatsächlich tun wollten. Es war also ein sehr besonderer Moment, und ich werde ihnen immer dafür dankbar sein.” Besonders Hamiltons Karriere verfolgt Antonelli schließlich schon seit seiner Kindheit. Dass der Brite nun sein 400. Formel-1-Rennen bestreitet, kann er kaum fassen. “Ich weiß gar nicht einmal, bei welchem Rennen ich stehe. Bei 44? 44. Das ist verrückt. Er feiert also die 400 und ich die 44.” Hamilton als Inspiration für die eigene Zukunft Was Antonelli an Hamilton beeindruckt, ist nicht nur dessen außergewöhnliche Bilanz. Auch mit 41 Jahren fahre der Rekordweltmeister noch immer auf höchstem Niveau – und zeige denselben Hunger und dieselbe Entschlossenheit wie in jüngeren Jahren. Jüngster Weltmeister: Der Weg von Kimi Antonelli zum Formel-1-Titel 2026

“Das ist verdammt cool und auch sehr inspirierend”, sagt Antonelli. Für ihn ist Hamilton damit auch ein Beispiel dafür, was in seiner eigenen Karriere möglich sein könnte. “Ich bin erst 20 Jahre alt – hoffentlich fahre und kämpfe ich mit 41 Jahren immer noch hier oben an der Spitze.”
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Dass er selbst nun gegen einen Fahrer antreten darf, dessen Karriere er seit seiner Kindheit verfolgt, empfindet er als Besonderheit: “Er hat so viele Rekorde gebrochen und tut es immer noch. Ich bin sehr glücklich und empfinde es als großes Privileg, gegen ihn antreten zu dürfen, und hoffe auf viele weitere tolle Duelle in der Zukunft.” Der Blick geht schon wieder nach vorn Bei aller Emotionalität ist Antonelli bewusst, dass er sich nicht zu lange mit dem Erreichten aufhalten kann. Die letzten Rennen sollen nicht zur bloßen Abschiedstour werden. Mercedes hat mit der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft noch ein wichtiges Ziel vor Augen, und Antonelli möchte seinen Teil dazu beitragen.
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“Da die Meisterschaft im Sack ist, werde ich das Fahren mit Sicherheit noch mehr genießen können”, erklärt er. Gleichzeitig warnt er sich selbst davor, nachzulassen: “Nur weil der Titel in der Tasche ist, darf man jetzt nicht nachlassen; es ist entscheidend, voll auf der Höhe zu bleiben und dieselbe Intensität an den Tag zu legen.” Er wolle zwar gelassener fahren, aber keinesfalls weniger entschlossen. “Ich werde sicherstellen, dass ich mit genau derselben Entschlossenheit, Intensität und demselben Hunger auf die Strecke gehe – nur eben mit etwas mehr Gelassenheit. Aber auch wieder nicht zu viel!” Antonelli: Jüngster F1-Weltmeister – kennst du alle 10 Fakten? Video wird geladen…  

Die körperliche Verfassung spielt dabei ebenfalls eine Rolle. Nach seiner Erkrankung in Mexiko fühlt sich Antonelli inzwischen besser, auch wenn er noch nicht wieder bei hundert Prozent ist. Die Feierlichkeiten am Sonntagabend hätten offenbar ihren Teil zur Genesung beigetragen: “Ich glaube, die ganzen Viren haben meinen Körper nach den Feierlichkeiten am Sonntagabend verlassen. Sie sind weg!”
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Die vollständige Verarbeitung des Erlebten wird ohnehin noch etwas warten müssen. Antonelli will sich nach Saisonende einige Tage nehmen, um die vergangenen Wochen in Ruhe Revue passieren zu lassen. Spätestens bei der FIA-Gala zum Jahresende erwartet er den Moment, in dem ihm endgültig bewusst wird, was er erreicht hat. Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Bis dahin bleibt das besondere T-Shirt wohl als Erinnerung an einem Morgen, an dem sich plötzlich alles ein wenig realer anfühlte.

 
Formel1.de 

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