Russell warnt vor “2022er-Szenario”: Warum der Vergleich nur bedingt passt
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George Russell ist der Ansicht, dass der aktuelle Vorteil von Mercedes in der Formel 1 “nur fair” ist. Doch Mercedes bleibt wachsam, um eine Wiederholung des letzten großen Regelumbruchs in der Formel 1 zu vermeiden, als Ferrari als früher Spitzenreiter später überholt wurde. Aber wie tragfähig ist dieser Vergleich? LAT Images Können die Gegner Mercedes in diesem Jahr noch einholen?
Obwohl Russell etwas Pech hatte, steht Mercedes nach drei Rennwochenenden wenig überraschend mit der maximalen Ausbeute da: drei Siege in drei Grands Prix. Auch wenn in Japan kein Doppelsieg gelang, weil Russell das Opfer des Safety-Car-Timings wurde, hat Mercedes die Favoritenrolle voll bestätigt, die dem Team bereits beim Test in Bahrain zugeschrieben worden war. Ein Teil davon liegt natürlich am Chassis und an der aerodynamischen Plattform, doch Russell räumt ein, dass der anfängliche Vorteil auch auf ein besseres Verständnis des eigenen Antriebs und auf ein optimiertes Energiemanagement zurückzuführen ist.
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“Ich denke, wir sind in den ersten drei Rennen definitiv stark gestartet, und man hat bei allen Motorenherstellern gesehen – oder zumindest bei uns und Ferrari -, dass wir als Werksteam ein besseres Verständnis des Energiemanagements haben als die Kundenteams”, so Russell. Die aktuelle Nummer zwei der WM-Wertung fügt hinzu, dass er diesen anfänglichen Vorteil als fair betrachte, weil hinter den Kulissen enorm viel Arbeit hineingeflossen sei und Werksteams bei Reglementänderungen oft davon profitieren. “Das ist nur fair, weil Hunderte von Leuten daran arbeiten, und wir haben seit drei Jahren im Simulator darauf hingearbeitet”, erklärt er. Russell weiß allerdings auch, dass dieser Vorteil nicht unbegrenzt ist. McLaren machte in Japan bereits einen großen Schritt beim Verständnis des Antriebs und bei der Optimierung des Energiemanagements. Formel 1 vor Neustart: Kommt jetzt besseres Racing? Video wird geladen… Die Formel 1 feiert nächstes Wochenende in Miami ihren zweiten Saisonstart mit neuen Regeln!
Nach Unzufriedenheit zum Saisonauftakt in Melbourne seien gemeinsam mit Mercedes HPP deutliche Fortschritte erzielt worden, wie Teamchef Andrea Stella erklärt: “Ich kann bestätigen, dass wir sowohl in der Zusammenarbeit mit HPP als auch bei der gemeinsamen Entwicklung der Simulationstools im Vergleich zu Australien einen großen Schritt gemacht haben.” “Ich denke also, dass wir als Team jetzt deutlich besser vorbereitet sind”, so Stella, der betont: “Zu Saisonbeginn mag ein Defizit vorhanden gewesen sein, als natürliche Folge davon, dass man ein Kundenteam ist und die Programmierung so stark vorangetrieben wurde, auch aus Sicht des Antriebs.” “Das war in Ordnung, und wir waren bereit, das zu akzeptieren, und haben das sehr konstruktiv mit HPP aufgearbeitet. Aber später in der Saison haben wir diese Lücke meiner Meinung nach geschlossen, und wir sollten jetzt alle Werkzeuge haben, um das Maximum aus dem Antrieb herauszuholen”, so Stella. Ist der Mercedes-Vorsprung größer als er aussieht? Russell ist sich daher bewusst, dass die Entwicklungsrate im Laufe des Jahres entscheidend sein wird. Er glaubt dennoch nicht, dass Mercedes’ Vorteil einfach über Nacht verschwinden wird, weshalb das Team für Miami weiterhin als klarer Favorit gelten kann.
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“Natürlich sind diese großen Unterschiede, die wir in Melbourne gesehen haben, meiner Meinung nach bereits kleiner geworden, und jeder wird von Rennen zu Rennen ein besseres Verständnis gewinnen”, erklärt Russell. “Ich denke also, das Feld wird sich langsam zusammenschieben, aber ich erwarte nicht, dass man [in Miami] plötzlich drastische Veränderungen sieht. Ich glaube aber auch nicht, dass unser großer Tempovorteil unbegrenzt anhalten wird. Die anderen werden uns dicht auf den Fersen sein.”
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Das ist eine realistische Einschätzung. Das “Jo-Jo-Racing” an den ersten Rennwochenenden verschleierte einen Teil davon, aber sobald Mercedes sich absetzen konnte, blieb der reine Tempovorteil deutlich spürbar. Tränen statt Titel: Acht abgestürzte Formel-1-Großmächte
In Australien und China verliefen beide Rennen nach einem ähnlichen Muster: Nach Ferraris starkem Start kam es zu engem Jo-Jo-Racing, doch Mercedes nutzte seinen reinen Pacevorteil, sobald man einmal freie Fahrt hatte. Nach dem Japan-Grand-Prix deutete Russell an, dass Oscar Piastri ohne Safety-Car ein ernsthafter Gegner gewesen wäre. Zwar steckt darin sicherlich ein Körnchen Wahrheit, doch Teamkollege Kimi Antonelli setzte sich anschließend trotzdem um 14 Sekunden von dem Australier ab.
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Das zeigt, dass der Mercedes-Vorteil erheblich ist und zeitweise sogar größer war, als es schien. Auch die Daten bestätigen das und machen es plausibel, dass dieser Vorsprung nicht einfach verschwinden wird. Warum Russell die Situation mit 2022 vergleicht Russell bleibt dennoch vorsichtig bei dem, was er das “2022er-Szenario” nennt: die Situation, in der das Team, das nach den ersten Rennen unter neuen Regeln führt, im weiteren Saisonverlauf von der Konkurrenz eingeholt wird. Das passierte Ferrari 2022 im Vergleich zu Red Bull. “Ich hoffe, dass nur wir beide um die Meisterschaft kämpfen, aber ich will nicht zu weit vorausdenken, denn ich habe das schon oft gesagt: 2022 hatte Leclerc nach drei Rennen, glaube ich, über 30 Punkte Vorsprung, und Verstappen sagte, die Meisterschaft sei vorbei. Ferrari war das schnellste Team, und am Ende waren sie es nicht mehr”, erinnert Russell.
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Russell hat zwar recht, dass das erste Jahr unter einem neuen Reglement immer ein enormer Entwicklungskampf ist und sich die Reihenfolge deutlich ändern kann. Dennoch gibt es wichtige Unterschiede zur Ferrari-Situation von 2022. Formel-1-Quiz
Das Mercedes-Team hat in der Formel 1 welche Siegquote?
62,8% Prozent 38,60% Prozent 57,68% Prozent 89,49% Prozent Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Ferrari und Red Bull waren damals bereits im ersten Rennen auf Augenhöhe, was sich deutlich von der aktuellen Lage unterscheidet. Man denke nur an das unterhaltsame Duell zwischen Charles Leclerc und Max Verstappen in Bahrain. Red Bull hatte im Nahen Osten schlicht zwei Ausfälle, danach folgte in Australien ein weiterer Rückschlag für Verstappen. In der Punktewertung sah es deshalb für Red Bull schlechter aus, als es der Realität tatsächlich entsprach.
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Hinzu kam, dass der Red Bull damals – wie übrigens auch heute – deutlich übergewichtig war, sodass durch Gewichtsreduktion viel Rundenzeit gewonnen werden konnte. Der Vorteil, den Mercedes jetzt hat, ist größer als Ferraris Vorsprung zu Beginn der Saison 2022 und auf anderen Grundlagen aufgebaut. Der Vergleich trägt daher nicht vollständig. Entwicklungskampf: Welche Plattform hat das meiste Potenzial? Für den Rest der Saison sind vor allem zwei Variablen entscheidend: ADUO und der Entwicklungskampf, dessen nächstes und sehr interessantes Kapitel Miami sein wird. Andrea Stella hat angedeutet, dass McLaren mit einem nahezu komplett neuen Paket in die Sonne Floridas reisen wird. Er erwartet aber, dass alle anderen Teams ähnlich vorgehen. McLaren hatte Miami schon früher als Termin für das erste große Update eingeplant, unabhängig von Kalenderänderungen, und diese Strategie hat sich in den letzten Jahren als erfolgreich erwiesen.
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Letztlich geht es – abgesehen vom Antrieb – darum, welche Plattform noch das größte Entwicklungspotenzial besitzt. Das ist tatsächlich eine Parallele zu 2022, denn damals waren zu Beginn der neuen Ära drei sehr unterschiedliche Seitenkasten-Philosophien zu sehen: Downwash (Red Bull), Inwash (Ferrari) und Zero-Pod (Mercedes). Was geht in der Formel 1? Ihr fragt, die Redaktion antwortet! I Q&A F1 2026 LIVE Video wird geladen…
Ferrari räumte ein, dass das Red-Bull-Konzept mehr Entwicklungspotenzial habe als der eigene Weg, woraufhin eine Annäherung der Konzepte stattfand. Bisher dreht sich 2026 – wie Piastri ebenfalls erklärte – vor allem um den Antrieb und das Energiemanagement. Doch das schmälert nicht die Tatsache, dass die Entwicklung von Chassis und Aerodynamik künftig entscheidend werden dürfte, zumal das Verständnis des Antriebs später nicht mehr so stark über die Performance entscheidet.
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Bei Mercedes sind die ersten Signale für diesen Entwicklungskampf positiv, erklärt Russell: “Ich denke, wir haben eine sehr gute Richtung. Ich denke, die Korrelation ist sehr gut. Wir erfüllen alle Punkte, die uns sagen, dass wir eine wirklich starke Basis mit dem Auto haben, aber natürlich ändern sich solche Dinge.” McLaren hatte in den vergangenen Jahren beim Thema Entwicklung einen Vorsprung vor allen anderen Teams, doch das ist unter diesem neuen Reglement keine Garantie. Deshalb ist es entscheidend zu sehen, welche Plattform das größte Entwicklungspotenzial bietet – nicht nur in diesem Jahr, sondern auch in den kommenden Saisons. Warum ADUO ein politisch heikles Thema ist Der letzte wichtige Faktor ADUO, das Sicherheitsnetz in den Motorenregeln. Die ursprüngliche Idee war, dass die reine Leistung des Verbrennungsmotors alle sechs Rennen gemessen wird und Hersteller, die zwischen zwei und vier Prozent zurückliegen, eine zusätzliche Upgrade-Möglichkeit erhalten. Hersteller, die mehr als vier Prozent zurückliegen, bekommen zwei Upgrades.
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Wegen der Lage im Nahen Osten muss die FIA nun über den genauen Zeitpunkt und logischerweise auch darüber entscheiden, wer überhaupt für ADUO infrage kommt. Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur hatte bereits angedeutet, dass ADUO der Scuderia eine gute Chance bieten würde, auf der Antriebsseite Fortschritte zu machen. Doch Wolff betonte, dass die Regel nicht dafür gedacht sei. “Das Prinzip von ADUO war, Teams zu helfen, die beim Antrieb im Hintertreffen sind, damit sie aufholen können – aber nicht, um andere zu überholen”, so der Mercedes-Teamchef. “Natürlich haben die Teams ihre eigenen Bilder der Performance. Aber so wie es für mich aussieht, gibt es einen Motorenhersteller mit einem Problem, dem wir helfen müssen. Alle anderen liegen ziemlich im gleichen Bereich.”
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“Ich wäre sehr überrascht und enttäuscht, wenn ADUO-Entscheidungen zu Eingriffen in die derzeitige Wettbewerbsreihenfolge führen würden”, sagte Wolff. Damit machte er deutlich, dass aus seiner Sicht Honda der einzige Hersteller ist, der ADUO wirklich brauche. Hinzu kommen weitere komplizierende Faktoren. Ferrari hat zum Beispiel bestimmte strategische Entscheidungen getroffen, darunter die Verwendung eines kleineren Turbos. Das bringt zu Saisonbeginn Vorteile, könnte aber die Leistung beeinflussen. Rechtfertigt das also ADUO? Das zeigt, dass der diesjährige Entwicklungskampf, zumindest auf der Antriebsseite, auch eine starke politische Komponente hat. In der Summe ist es nachvollziehbar, dass Mercedes sich noch nicht zu früh freut und im Hinterkopf behält, was vor vier Jahren passiert ist. Russell hat also recht, dass Mercedes im ersten Jahr eines neuen Reglements vor einer sich verschiebenden Wettbewerbsordnung vorsichtig sein muss – vor allem angesichts von McLarens Entwicklungshistorie in den vergangenen Jahren.
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Aber der Vergleich mit 2022 trägt im Moment nicht vollständig. Schließlich hat Mercedes einen anderen und deutlich größeren Vorsprung als Ferrari damals gegenüber Red Bull.
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