Schafft die Formel 1 Kundenmotoren ab 2031 ab?
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Der Automobil-Weltverband (FIA) prüft, ab 2031 eine Versorgung von Kundenteams in der Formel 1 durch Drittanbieter anzubieten, da sich die Serie voraussichtlich in Richtung günstigerer V8-Powerunits entwickeln wird. LAT Images McLaren geht aktuell mit Kundenmotoren von Mercedes an den Start
FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem und Formel-1-Boss Stefano Domenicali sind sich seit Langem einig, dass die Serie im nächsten Reglementzyklus, der 2031 beginnen soll, auf günstigere, leichtere und lautere Antriebseinheiten umstellen sollte. Der wahrscheinlichste Plan ist ein Wechsel zu einem V8-Saugmotor mit kleinerer elektrischer Einheit, was sowohl die Kosten als auch das Gewicht der Autos senken und die Formel 1 zu einer pureren Form des Vollgas-Rennsports zurückführen würde.
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Für Sulayem könnte der Wechsel zu deutlich günstigeren und wesentlich weniger komplexen Motoren auch die Tür öffnen, ein weiteres Problem zu lösen, das in den vergangenen Monaten auf seinem Tisch gelandet ist. So schrieb McLaren-Boss Zak Brown kürzlich einen Brief an Sulayem, um seine langjährigen Bedenken hinsichtlich Team-Allianzen in der Formel 1 zu bekräftigen. Brown kritisierte unter anderem die Doppelstruktur von Red Bull mit Red Bull Racing und Racing Bulls. So konnte beispielsweise Teamchef Laurent Mekies 2025 unmittelbar und ohne Sperrfrist von den Racing Bulls zu Red Bull wechseln, um dort Christian Horner zu ersetzen. Das Thema kam erneut auf, als Mercedes Interesse zeigte, einen Anteil von 24 Prozent am Alpine-Team zu erwerben. Keine Kontrolle mehr über “B-Teams”? Durch die Einführung günstigerer Motoren könnte die FIA Teams dazu zwingen, entweder eigene Antriebe zu bauen oder standardisierte Motoren von Drittanbietern zu beziehen, womit die Ära der Kundenteams faktisch beendet würde. In einer Medienrunde in Silverstone sagte Sulayem laut Reuters: “Es wird keine Kontrolle eines A-Teams über ein B-Team mehr geben, das von ihm mit Motoren beliefert wird.” “Wenn es bezahlbar ist, dann werden wir einen Motor für die übrigen B-Teams haben, sodass niemand sie unter Druck setzen kann nach dem Motto: ‘Stimmt so ab, sonst liefern wir euch keinen guten Motor.'” Formel-1-Fails: Diese Regeländerungen waren ein Reinfall
Im April erklärte Serienchef Domenicali gegenüber Autosport, dass die Möglichkeit sogenannter “White-Label-Motoren” der Serie mehr Flexibilität verschafft hätte, gerade angesichts schwankender Interessen und Strategien der Hersteller.
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“Hätten wir einen unabhängigen Hersteller gehabt, hätten wir sagen können: ‘Lasst uns einen White-Label-F1/FIA-Motor für Teams anbieten, die fahren wollen'”, so Domenicali. “Wie früher mit Ford Cosworth, also ein unabhängiger Motor und so weiter. Aber das hatten wir nicht. Damals gab es niemanden.” “Hersteller sind ein zentraler Bestandteil unseres Sports. Wir müssen ihnen jeden Tag danken, denn ohne sie wäre das alles nicht möglich. Aber wir dürfen nicht mehr in eine Lage geraten, in der Hersteller das Tempo der Formel 1 diktieren. Das ist eine Lehre, die wir gezogen haben.” Motoren sollen günstiger und simpler werden Drittanbieter-Motoren waren früher in der Formel 1 weit verbreitet, etwa Cosworth, das zuletzt 2013 Marussia belieferte. Mit Beginn der Turbo-Hybrid-Ära 2014 verschwanden solche Lösungen jedoch aufgrund der hohen Kosten und Komplexität.
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Aktuell beliefert Mercedes HPP drei Kundenteams, McLaren, Williams und Alpine, wobei bekannt ist, dass der Hersteller seine Kundenanzahl bis 2031 gerne von drei auf zwei reduzieren würde. Red Bull Ford Powertrains versorgt sowohl Red Bull Racing als auch Racing Bulls, während Ferrari Motoren an Haas und Cadillac liefert. Audi tritt als Werksteam an, ebenso Aston Martin in Partnerschaft mit Honda. Cadillac bereitet sich derweil auf einen Einstieg als Motorenhersteller im Jahr 2029 vor und gilt ebenfalls als Befürworter eines V8-Konzepts. Warum ADUO die Formel-1-Welt spaltet Video wird geladen… Die ganze Formel-1-Welt diskutiert über ADUO – das neue FIA-System zur Unterstützung zurückliegender Motorenhersteller. Doch wie funktioniert dieser?
Sulayem erklärt, einige Hersteller hätten bereits Interesse an dieser Idee signalisiert. Solange die Regeln für die Powerunits ab 2031 jedoch nicht endgültig feststehen, können aktuelle und potenzielle Hersteller keine konkreten Vorbereitungen treffen.
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“Wenn ein neues Reglement kommt, schauen wir es uns an und prüfen, ob es technisch interessant ist”, sagte Brown beim Grand Prix von Monaco. “Ist es etwas, das wirtschaftlich Sinn ergibt? Diesen Prozess werden wir dann durchlaufen.” Während McLaren die Idee zumindest prüfen würde, gilt es als unwahrscheinlich, dass das Team eine kostspielige eigene Motorenabteilung wie Red Bull aufbauen möchte. Neue Antriebe bereits vor 2031? Die Gespräche über die zukünftigen Powerunits verzögerten sich zuletzt, da die FIA stark mit dem aktuellen Reglementzyklus beschäftigt war, unter anderem durch die von Red Bull geforderte ADUO-Überprüfung sowie Anpassungen für 2027 und 2028.
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Das aktuelle Concorde-Abkommen und die Powerunit-Verträge laufen bis Ende der Saison 2030. Die FIA könnte daher theoretisch ab 2031 ein neues Motorenreglement, inklusive eines Verbots von Kundenmotoren, auch ohne Zustimmung durchsetzen. Das würde jedoch das Risiko bergen, Hersteller zu verprellen, die man in den vergangenen Jahren mühsam gewonnen hat, weshalb man wohl eine breitere Einigung anstreben wird.
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Sollte unter den sechs aktuellen Powerunit-Herstellern, darunter die fünf bestehenden Motorenbauer sowie General Motors, eine Supermehrheit zustande kommen, könnte der Wechsel zu V8-Motoren sogar auf 2030 vorgezogen werden. “Für 2031 hat die FIA die Befugnis, den V8 ohne Abstimmung der Hersteller einzuführen”, sagte Sulayem im Mai. “So sind die Regeln. Aber wir möchten ihn ein Jahr früher bringen. Ich bin zuversichtlich, dass sie das wollen.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Motorrad
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Es wird davon ausgegangen, dass die meisten Hersteller einem Wechsel zum V8 grundsätzlich zustimmen. Audi möchte auch künftig einen Turbolader beibehalten, steht mit dieser Position derzeit jedoch weitgehend allein da.
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