Sebastian Vettel: Selbstzweifel als ständiger Begleiter in der Formel 1
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In der ARD-Doku “Being Sebastian Vettel” spricht der viermalige Weltmeister unter anderem über die Selbstzweifel, die ihn im Laufe seiner Karriere geprägt haben. Dabei sieht der 53-fache Grand-Prix-Sieger diese im Nachhinein nicht unbedingt als Hindernis. Sebastian Vettel spricht in der neuen ARD-Doku offen über Selbstzweifel
“Ich glaube, [die Selbstzweifel] waren auch schon lange da und sind auch in gewisser Weise ein Antrieb”, so seine Einschätzung. “Dass man sich ja eigentlich oft bemüht hat, besser zu sein; dass man nicht an einen Punkt kommt, wo man nicht gut genug ist.” Gerade der erste Weltmeister-Titel für Red Bull war in diesem Zusammenhang für Vettel enorm wichtig. Zwar galt der Heppenheimer jahrelang als das nächste deutsche Wunderkind, doch hatte der damals 23-Jährige des Öfteren mit unüberlegten Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. “Wow, ich kann das.” Insbesondere die Kollision mit Teamkollege Mark Webber in Istanbul oder der Unfall mit Jenson Button in Spa-Francorchamps hatten dem öffentlichen Ansehen des Youngsters nicht geholfen. Gegen alle Widerstände gelang es Vettel trotzdem, die Formel-1-Weltmeisterschaft 2010 für sich zu entscheiden.
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“Also für mich selbst war das eine große Entlastung”, erklärt Vettel. “[Das] hat sehr viel Druck genommen. Zu wissen: ‘Wow, ich kann das.'” Die Selbstzweifel, über die Vettel in der Dokumentation spricht, sind, wie er selbst betont, von außen oft schwer sichtbar. In voller Montur und im Cockpit vergraben lässt sich die Gefühlswelt eines Formel-1-Fahrers oft kaum greifen. Hatte Vettel kein großes Selbstvertrauen? Vettel gehört dabei nicht zu den Fahrern, die sich als unverwundbar oder unbesiegbar betrachten. “Mit dem Selbstvertrauen … mit dem Wort tue ich mich noch schwerer”, erklärt er. “Es gibt, glaube ich, auch welche, die haben extrem viel Selbstvertrauen oder Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Das habe ich eigentlich in der Hinsicht selten verspürt.” “Sondern eher: Ist es genug? Muss ich noch mehr tun, dass es […] gut genug ist? So ein großer Antrieb ist Selbstzweifel. Ist es jetzt gut genug? Ich glaube nicht. Da muss ich noch ein bisschen Schippe drauflegen.” Gerade 2014 war für den einstigen Red-Bull-Junior keine einfache Saison. Zwar hatte Vettel zuvor vier WM-Titel hintereinander feiern können, doch gelang es seinem neuen Teamkollegen Daniel Ricciardo prompt, ihn im Endklassement zu schlagen. Wo am Ende drei Saisonsiege für den Nachfolger von Mark Webber zu Buche standen, konnte Vettel 2014 kein einziges Rennen gewinnen. Formel-1-Quiz
Wie nannte Sebastian Vettel 2011 sein Formel-1-Auto?
Kinky Kylie Pinky Brainy Pinky Penny Kick Assy Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern “Daniel Ricciardo war total frisch und war nicht frustriert von dem Verhalten auf der Bremse”, so beschreibt Vettel die Situation. “Er hatte so viel Energie und ich war eigentlich frustriert, dass wir nicht ganz vorne sind, weil das war die Erwartung. Und [ich] war dann eher enttäuscht.
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In der Dokumentation kommt auch Dr. Helmut Marko zu Wort, seines Zeichens jahrelang Berater bei Red Bull und Förderer von Vettel. Seine Gedanken? “Er wusste jetzt nicht: Liegt es bei ihm, dass dieser Ricciardo auf einmal auf gleicher Höhe oder teilweise sogar besser unterwegs ist?” Dementgegen stehen die Aussagen von Vettel, der weniger mit dem Duell mit Riccardo, sondern mit der generellen Position von Red Bull im Feld zu hadern hatte. “Ja, fahr doch einfach so schnell wie der andere und dann ist doch alles gut”, so wohl oftmals das Feedback von außen. Vettel wollte 2014 wieder dominieren “Mein Anspruch war ja ganz ein anderer. Mein Anspruch war, vorne zu sein, ganz vorne, und jedes Rennen zu gewinnen. Und dann auch nicht nur zu gewinnen, sondern zu dominieren. Klingt jetzt ein bisschen arrogant, aber das war der Anspruch.”
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Gerade 2013 hatte Red Bull die Konkurrenz maßlos dominiert, nicht zuletzt in der zweiten Saisonhälfte. Nach der Sommerpause konnte Vettel neun Grand-Prix-Rennen in Folge gewinnen. Entsprechend groß war der Sprung vom Seriensieger zum Außenseiter. “Dann kommt eins zum anderen, dann sind die Ergebnisse nicht da, dann kommen Selbstzweifel hoch”, so Vettel. “Und gleichzeitig lief es beim Daniel hier und da besser. Dieses Gefühl, dass es nicht mehr so ganz da ist.”
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“Ich bin zurück in den Kart gegangen und wollte Kartrennen fahren, hab mir dann meine Rippe gebrochen. Deswegen hab ich das dann nicht gemacht.” Die Formel-1-Karriere von Sebastian Vettel
Vor dem Großen Preis von Japan wurde bekannt, dass Vettel das Team in Richtung Ferrari verlassen würde. Ein Kindheitstraum, wobei Marko nicht das Vermächtnis von Michael Schumacher als Hauptursache für den Wechsel sieht. “Das Entscheidende, warum er uns dann verlassen hat, war, dass von der Motorenseite keine Hoffnung auf Siegchancen gegeben ist”, so seine Einschätzung. Passend zum Thema Selbstzweifel skizziert Vettel in der Doku einen anderen Faktor.
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“Ein ausschlaggebender Punkt [war], dass ich mich nicht mehr so geborgen gefühlt habe, und vielleicht auch in dem Sinne meine Leistung nicht mehr so gebracht hab, bringen konnte, bringen wollte, dass ich dann bereit war für neue Abenteuer, neue Ufer.”
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