Toto Wolff: “Frederic Vasseur geht sehr leicht an die Decke …”
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Der politische Schlagabtausch zwischen Mercedes und Ferrari geht in Silverstone in die nächste Runde. Nachdem Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur am Freitag verärgert auf Aussagen von Toto Wolff zur Update-Offensive der Scuderia reagiert hatte, legt der Mercedes-Teamchef nun nach. LAT Images Toto Wolff legt gegen Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur nach
Persönlich sei der Streit allerdings nicht, betont Wolff – auch wenn er seinem langjährigen Freund einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen konnte. Auslöser der Diskussion waren Wolffs Aussagen nach dem Österreich-Grand-Prix. Der Mercedes-Teamchef hatte sich überrascht gezeigt, wie viele große Update-Pakete Ferrari in dieser Saison bereits an die Strecke gebracht hat, und angemerkt, dass die Scuderia unter der Budgetobergrenze dieses Entwicklungstempo auf Dauer kaum werde halten können.
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Vasseur wertete diese Aussagen als indirekte Unterstellung, Ferrari könnte gegen die Cost-Cap-Regeln verstoßen. Der Franzose sprach deshalb am Freitag von einer “ironischen” Aussage und erklärte, bei Ferrari werde Entwicklung offenbar schneller mit Betrug gleichgesetzt als bei anderen Topteams. Wolff: “Er soll die ganze Geschichte lesen” Auf diese Reaktion angesprochen, zeigte Wolff wenig Verständnis. “Fred muss die Presseaufzeichnungen lesen und nicht nur die Schlagzeilen”, sagt der Österreicher bei Sky. “Dann wird er verstehen, was ich wirklich gesagt habe.” Seine ursprüngliche Aussage sei völlig aus dem Zusammenhang gerissen worden. “Ich habe am Ende doch ausdrücklich gesagt, dass Ferrari wahrscheinlich später im Jahr mit den Updates etwas zurückstecken muss, weil jetzt schon so viel gekommen ist.” Eine Betrugsvorwurf habe darin nie gesteckt. “Da war keine Rede von Cheating oder irgendetwas in dieser Richtung. Das war einfach eine sachliche Feststellung.” Anschließend folgt der wohl deutlichste Satz des Interviews. “Fred geht sehr leicht an die Decke. Aber so ist er eben. Ich kenne ihn seit 25 Jahren.” Konkurrenz auf der Strecke, Freunde daneben Trotz der öffentlichen Sticheleien sieht Wolff die persönliche Beziehung nicht gefährdet. “Wir sind hier in erster Linie Konkurrenten”, erklärt der Mercedes-Teamchef. Dass es dabei auch schwierigere Phasen gebe, gehöre zum Geschäft. “Manchmal geht man durch leichtere und manchmal durch schwierigere Zeiten.” Video wird geladen…
Auch Vasseur bemühte sich anschließend darum, die Wogen zu glätten. Auf die Frage, ob die beiden inzwischen miteinander gesprochen hätten, antwortete der Ferrari-Teamchef knapp: “Nein. Wir werden während der Sommerpause Zeit dafür haben.” An der Freundschaft ändere der aktuelle Disput jedoch nichts. “Ja, wir bleiben Freunde.” Ralf Schumacher: “Das löst natürlich etwas aus” Sky-Experte Ralf Schumacher kann beide Seiten zumindest teilweise nachvollziehen. “Ich verstehe das schon ein bisschen”, sagt der ehemalige Formel-1-Pilot. Gleichzeitig warnt er davor, die Wirkung solcher Aussagen zu unterschätzen. “Am Ende löst das natürlich etwas aus.” Aus Ferraris Sicht könne Wolffs Aussage durchaus so verstanden werden, dass spätere Updates zwangsläufig Fragen aufwerfen würden. “Wenn man sagt: Wenn Ferrari jetzt Geld ausgibt, dann können sie später eigentlich nichts mehr bringen – sonst wäre irgendetwas faul -, dann erzeugt das natürlich Diskussionen.”
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Für Schumacher gehört genau dieses politische Taktieren allerdings seit jeher zur Formel 1. “Das ist einfach Teil der Formel 1. Part of the Game.” Der eigentliche Hintergrund reicht weit zurück Tatsächlich ist die aktuelle Debatte nur das jüngste Kapitel eines politischen Machtkampfs zwischen Mercedes und Ferrari, der bereits seit Monaten schwelt. Nach außen drehte sich der Streit zwar um Ferraris auffällige Update-Offensive, intern geht es jedoch um weit mehr als neue Unterböden oder Frontflügel. In den vergangenen Monaten gerieten beide Hersteller immer wieder aneinander – unter anderem bei Diskussionen über die Auslegung des Motorenreglements für 2026, das sogenannte ADUO-System zur Triebwerksentwicklung, technische Richtlinien rund um den Mercedes-Diffusor sowie verschiedene Regelfragen für die kommenden Jahre.
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Hinzu kommt, dass Mercedes und Ferrari inzwischen die beiden Teams sind, die im Titelkampf regelmäßig aufeinandertreffen. Entsprechend aufmerksam wird inzwischen jede öffentliche Aussage des jeweils anderen interpretiert.
Formel1.de
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