Umbruch bei Cadillac: Sergio Perez setzt auf Geduld, Budkowski und die Zukunft

Umbruch bei Cadillac: Sergio Perez setzt auf Geduld, Budkowski und die Zukunft

 

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Sergio Perez bindet sich langfristig an das US-amerikanische Formel-1-Projekt von Cadillac und General Motors: Am Mittwoch gab das Team bekannt, dass der sechsmalige Grand-Prix-Sieger seinen Vertrag um gleich drei weitere Jahre bis zum Ende der Saison 2029 verlängert hat.  LAT Images Sergio Perez spricht über die Entwicklung von Cadillac

Damit steht fest, dass der 36-jährige Mexikaner, der nach seinem schwierigen Red-Bull-Abschied und einem Sabbatjahr 2025 zurückkehrte, bis zu seinem 40. Lebensjahr für den Neueinsteiger ins Lenkrad greifen wird. Während das Schicksal seines Teamkollegen Valtteri Bottas weiter in der Schwebe hängt, setzt die Teamführung auf Kontinuität und Perez als klaren Fixpunkt für den weiteren Aufbau. Für Perez dürfte dieser Dreijahresvertrag die letzte Unterschrift seiner langen Formel-1-Laufbahn sein. Nach den zermürbenden Jahren im Schatten von Ausnahmekönner Max Verstappen hat der Routinier bei der US-amerikanischen Mannschaft ein Umfeld gefunden, in dem sein Feedback Gehör findet und er nicht mehr am Rande des Geschehens agiert. Der personelle Umbruch Auch aus Sicht von Cadillac und Mutterkonzern General Motors passt das Gesamtpaket: Perez bringt fahrerische Klasse, enorme Routine sowie eine enorme Strahlkraft im Schlüsselmarkt Mexiko mit, wo GM im Jahr 2025 mit fast 200.000 verkauften Einheiten einen Marktanteil von 12,2 Prozent hielt. Von Ferrari bis Cadillac: So alt sind die Formel-1-Teams

Hinter den Kulissen hat Perez eine enge Bindung zu Teambesitzer Dan Towriss und vor allem zu GM-Vorstandschef Mark Reuss aufgebaut, den er als echten Racer schätzt. Genau wie bei Bottas lag der Reiz des Projekts darin, eine neue Organisation von Grund auf mitzugestalten. Doch nachdem der anfängliche Hype um das bloße Erreichen der Zielflagge beim Auftakt in Melbourne verflogen war, wuchsen die Frustrationen über den schleppenden Fortschritt.
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Die Konsequenz folgte prompt in der Sommerpause: Towriss feuerte Gründungsteamchef Graeme Lowdon sowie weitere Mitarbeiter und installierte den früheren Renault- und Ferrari-Techniker Marcin Budkowski an der Spitze. Perez stand hinter der Veränderung Ein harter Schritt, den Perez jedoch voll mittrug: “Graeme hat zusammen mit GM und Dan einen enormen Beitrag dazu geleistet, Cadillac dorthin zu bringen, wo wir jetzt stehen”, betonte Perez nach der Bekanntgabe in Zandvoort. “Aber ich denke, es war an der Zeit für eine Veränderung. Es zeigt, dass Cadillac trotz unseres ersten Jahres gewillt ist, mit diesem Team so schnell wie möglich nach vorne zu kommen. Wir hoffen, dass sich das unter der neuen Führung bald auszahlt.” Perez selbst hatte bereits vor der Sommerpause öffentlich moniert, dass die Mannschaft den eigenen Erwartungen hinterherhinke. Der Mexikaner will zwar geduldig am Fundament arbeiten, doch mit 36 Jahren drängt die sportliche Zeit. Ein reines Abwarten kann und will sich der Veteran im Herbst seiner Karriere nicht leisten. Auf der Strecke überzeugte Perez derweil mit soliden Vorstellungen, wenngleich ein direkter Vergleich zu Bottas durch mangelhafte Fertigungsqualitäten bei Zulieferern, Fahrwerksprobleme und ein unberechenbares Auto verzerrt wurde. Talente scharren mit den Hufen Während Cadillac dem Mexikaner nun bedingungslos das Vertrauen schenkt, ist der zweite Sitz hart umkämpft. Zwar hat Bottas noch Außenseiterchancen und punktet mit Routine, doch Testpilot Colton Herta scharrt mit den Hufen, während Talente wie Frederik Vesti, Paul Aron, Yuki Tsunoda oder Esteban Ocon auf dem Markt lauern.  LAT Images Sergio Perez fühlt sich bei Cadillac wohl

Mit seinen eigenen fahrerischen Leistungen hadert Perez in der Premieren-Saison keineswegs: “Das Niveau, auf dem ich in diesem Jahr gefahren bin, war absolute Spitze. Ich habe unter sehr schwierigen Bedingungen und bei komplizierten Gelegenheiten das Maximum aus dem Auto herausgeholt”, analysiert Perez.
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“Auf Fahrerseite fehlt es uns an nichts. Sobald wir etwas mehr Performance finden und die Lücke zum Mittelfeld schließen, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir über unseren Möglichkeiten abliefern werden. Das Problem ist aktuell: Wir liefern als Team zwar über Limit ab, aber das Auto ist einfach noch zu weit weg.” Das Puzzle bei Cadillac Unter Budkowski soll die Entwicklung nun in den Fabriken auf beiden Seiten des Atlantiks an Fahrt aufnehmen. Mit Ex-Red-Bull-Designer Craig Skinner holte das Team einen alten Bekannten von Perez, flankiert von Aerodynamik-Chef Eric Blandin und Simulationsexperte Tim Lean. Perez weiß jedoch aus Erfahrung, wie zäh tiefgreifende Strukturveränderungen in der modernen Formel 1 greifen.
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“All die Abteilungen und Puzzleteile zusammenzusetzen, bevor man einen echten Einfluss auf die Performance des Autos sieht – in der Formel 1 dauert leider alles viel zu lange”, räumt der Mexikaner ein. “Mit der Budgetgrenze und der Zeit, die man braucht, um Leute an Bord zu holen, sind einem bei schnellen Änderungen enge Grenzen gesetzt. Das war für das Team keine leichte Aufgabe.”  LAT Images Cadillac-Teamchef Marcin Budkowski im Formel-1-Fahrerlager

Trotz aller Kinderkrankheiten und anhaltender Zuverlässigkeitsprobleme richtet sich der Blick voll auf die Saison 2027, wenn Cadillac erstmals die Erfahrungswerte eines vollen Entwicklungszyklus nutzen kann: “Jetzt, wo wir in unser zweites Jahr als Team gehen und alles zusammenfügen, erwarte ich, dass wir einen sehr großen Schritt machen. Das ist definitiv das Ziel”, stellte Perez klar.
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“Wenn uns das gelingt, sind wir in einer sehr guten Position, um regelmäßig um Punkte zu kämpfen. Allerdings erwarte ich das eher in Richtung der zweiten Saisonhälfte. Wir werden von Beginn an stärker dastehen, aber mir geht es vor allem um echte Fortschritte über das gesamte Jahr hinweg.”

 
Formel1.de 

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