Valtteri Bottas über Mercedes-Zeit: Bis heute “gemischte Gefühle”
| . | . | . |
“Ich kann ehrlich sagen, dass ich im Jahr 2026 so glücklich bin wie nie zuvor.” Mit diesem Satz in einem sehr persönlichen Beitrag für The Players’ Tribune überrascht Valtteri Bottas durchaus ein bisschen, denn rein sportlich fährt der Finne mit seinem neuen Arbeitgeber Cadillac aktuell am hintersten Ende der Formel 1. LAT 2018 war für Valtteri Bottas ein extrem schwieriges Jahr
Der Gegensatz zu seiner Zeit bei Mercedes, als er mit den Silberpfeilen zwischen 2017 und 2021 fünfmal in Folge die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewann, könnte also nicht größer sein. Dasselbe gilt auch für seine Gefühlswelt – allerdings genau in der umgekehrten Richtung. Denn obwohl er mit Mercedes damals regelmäßig um Siege kämpfte, hätte er phasenweise kaum unglücklicher sein können. “Ich hasste den Rennsport. In der Winterpause vor der Saison 2019 hätte ich nicht gedacht, dass ich zurückkommen würde”, verrät Bottas.
//jseAo3c(“Rect”);
Die Saison 2018 hatte er zuvor ohne Grand-Prix-Sieg beendet. In Erinnerung ist vielen Fans vor allem der Große Preis von Russland geblieben, bei dem Bottas auf Anweisung des Teams Platz für seinen Teamkollegen Lewis Hamilton machen musste. “Wisst ihr, wie sehr ich am liebsten einfach ‘Nein’ gesagt hätte?”, gesteht der heute 36-Jährige. “Aber ich musste ein guter Teamkollege sein. Ich habe ihn durchgelassen, und natürlich hatte er eine unglaubliche Saison.” Hamilton wurde am Ende Weltmeister, Bottas nur WM-Fünfter. Bottas: War für alle nur der “Wingman” “Es ist schon komisch, denn Lewis und ich sind Freunde”, betont Bottas, “aber die Formel 1 ist so ein verrückter Sport. Einerseits wollen wir uns alle gegenseitig vernichten. Wir würden alles tun, um unsere Zeiten um eine Millisekunde zu verbessern. Alles, um uns einen Vorteil zu verschaffen.” “Aber manchmal sagen dir deine Vorgesetzten, dass es ein Teamsport ist und du vom Gas gehen und Platz machen sollst”, erklärt er. In der Öffentlichkeit verfestigte sich damals das Bild von Bottas als Nummer-2-Fahrer. “Er war der Champion. Ich war der ‘Wingman'”, erinnert er sich. Die Teamkollegen von Lewis Hamilton
Diesen Spitznamen verdankte Bottas ausgerechnet Toto Wolff. “Bottas war ein perfekter Wingman für Lewis”, sagte der Teamchef damals nach dem Großen Preis von Ungarn in einem Interview mit dem ORF. Zwar erklärte Wolff später, dass er seine Aussage nicht abwertend gemeint habe. Doch da hatte diese bereits ein Eigenleben entwickelt. “Bis heute habe ich gemischte Gefühle dabei”, erklärt Bottas und ergänzt: “Ich weiß nicht, wie ich antworten soll, wenn mich Leute darauf ansprechen, denn Lewis ist ein unglaublicher Fahrer und ein Freund. Ich hege keinen Groll gegen Mercedes, Toto oder sonst jemanden.”
//jseAo3c(“Rect”);
“Aber die ganze Situation hätte mich fast dazu gebracht, mich aus dem Sport zurückzuziehen”, so Bottas, der “deprimiert und ausgebrannt” gewesen sei. “In dieser Winterpause traf ich die Entscheidung, dass ich zurücktreten würde”, erinnert sich der Finne. Wie der legendäre Melbourne-Funkspruch gemeint war Letztendlich entschied er sich aber doch dagegen. “Ich sagte mir: ‘Wenn du zurückkommst, dann kommst du als bester Fahrer der Startaufstellung zurück'”, so Bottas, der anschließend nach der Winterpause tatsächlich den Saisonauftakt in Melbourne 2019 gewann. Sein anschließender Funkspruch “To whom it may concern: Fuck you!” ist bis heute legendär. “Ich bereue es nicht, das gesagt zu haben. Aber ich bin mir nicht sicher, ob die Leute wirklich verstanden haben, was ich damit gemeint habe”, erklärt Bottas.
//jseAo3c(“Rect”);
“Für mich kam das nicht einmal mehr aus einer Haltung der Verbitterung heraus”, betont er und erklärt: “Es war fast so, als hätte ich ‘Danke’ gesagt.” Den WM-Titel gewann er zwar auch 2019 nicht, doch mit vier Siegen wurde er immerhin Vizeweltmeister hinter Hamilton. Meistgelesen in unserem Netzwerk Motorrad
Warum Dani Pedrosa in Le Mans nicht für Maverick Vinales einspringt
Formel 1
Experte glaubt: Miami-Debakel könnte für Isack Hadjar zur Gefahr werden
Formel 1
McLaren: Warum Mercedes in Kanada wieder weiter vorne sein könnte
Motorrad
Fahrer rätseln: Ducati-internes Kräfteverhältnis wirft Fragen auf
Für Mercedes fuhr er noch bis Ende 2021, anschließend wechselte er zu Alfa Romeo. Seit dieser Saison geht er für das neue Cadillac-Team an den Start – und ist laut eigener Aussage nicht nur glücklicher als je zuvor, sondern auch “der beste Fahrer, der ich je war”.
Formel1.de
En güncel Motorsporları haberleri için sosyal medyada TRmotosports’u takip edin.





