Verstappen-Zukunft: Sind die McLaren-Gespräche ernst oder nur Druckmittel?

Verstappen-Zukunft: Sind die McLaren-Gespräche ernst oder nur Druckmittel?

 

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Max Verstappen steht zwar noch bis Ende 2028 bei Red Bull unter Vertrag, doch genau wie vor einem Jahr bleibt seine Zukunft eines der Hauptgesprächsthemen im Formel-1-Fahrerlager.  Speedpictures Max Verstappen steht erneut im Zentrum von Spekulationen

Zu Beginn dieses Jahres lautete die Kernfrage noch, ob der Niederländer aufgrund seiner Unzufriedenheit mit dem technischen Reglement überhaupt in der Formel 1 bleiben würde. Angesichts der schrittweisen Anpassungen hin zu einer 60:40-Aufteilung für 2028 ist diese Gefahr jedoch weitgehend gebannt. Die logische Anschlussfrage ist, für welches Team Verstappen in den kommenden Jahren an den Start gehen wird, und in dieser Hinsicht fühlt sich die aktuelle Situation wie ein Deja-vu an. Sie weist eine starke Ähnlichkeit zum vergangenen Jahr auf.
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Damals musste Red Bull Verstappen ebenfalls beweisen, dass man eine schwierige Situation umbiegen kann, und damals sah Verstappen – genau wie jetzt – lange Zeit kaum die Notwendigkeit, sich öffentlich zu äußern. Das blieb auch am gesamten Rennwochenende des Großen Preises von Österreich so. Nachdem die Daily Mail über informelle Gespräche mit McLaren berichtet hatte, wurde Verstappen natürlich zu seiner Zukunft befragt und dazu, was er von Red Bull sehen muss, um zu bleiben. “Sie wissen es, aber ich muss nicht zu viel darüber reden”, sagte der viermalige Weltmeister nach dem Qualifying in Spielberg. Könnte McLaren wirklich eine plausible Option für Verstappen sein? Was die Berichte über “informelle Gespräche” zwischen Verstappen und McLaren betrifft, so dementieren die papaya-farben gekleideten Gesichter im Fahrerlager nicht, dass solche Unterhaltungen stattgefunden haben. Stattdessen weisen sie zu Recht darauf hin, dass diese Art von Diskussionen völlig normal ist. “Jeder spricht mit jedem”, lautet die Antwort. Und gerade weil Verstappen seine Zukunftspläne in der Öffentlichkeit weiterhin offenhält, wäre es von konkurrierenden Teams naiv, keine informellen Gespräche über seinen aktuellen Status zu führen. Das ist übrigens genau das, was Mercedes-Teamchef Toto Wolff letztes Jahr sagte, als er wiederholt auf seine Gespräche mit Verstappen angesprochen wurde: “Wenn es einen viermaligen Weltmeister gibt, der entscheiden muss, was er in Zukunft tun wird, dann ist es als Teamchef deine Pflicht zu schauen, wohin die Reise geht.” Video wird geladen…  

McLaren-CEO Zak Brown formulierte es am vergangenen Wochenende etwas diplomatischer, wischte die Gerüchte aber ebenfalls nicht sofort vom Tisch: “Ich wäre sehr überrascht, wenn Lando oder Oscar woanders hingehen würden, weil sie sehr glücklich sind”, sagte Brown gegenüber Sky Sports F1.
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“Natürlich haben wir Verträge, aber selbst abgesehen davon – Verträge beiseite – sind wir sehr glücklich mit ihnen und sie sind sehr glücklich hier. Wenn aus irgendeinem seltsamen Grund jemand beim Aussteigen aus der Badewanne auf einer Bananenschale ausrutschen sollte, dann ist Max natürlich ein viermaliger Weltmeister.” Während das aktuelle Drama in gewisser Weise ein Deja-vu ist, gibt es zwei große Unterschiede zum vergangenen Jahr. Der erste ist, dass das Mercedes-Werksteam nicht mehr im Mittelpunkt der Geschichte steht. Mercedes keine Option mehr? In Spielberg erklärte Wolff, dass Mercedes seine Fahrerpaarung für 2027 nicht verändern möchte, während George Russell einmal mehr betonte, dass er nächstes Jahr “zu 100 Prozent” für die Silberpfeile fahren wird.
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Obwohl Russells Vertrag als mehrjähriger Deal angekündigt wurde, wird im Fahrerlager allgemein angenommen, dass es sich um eine Eins-plus-Eins-Konstruktion handelt. Bereits in der April-Pause erklärte Russell, dass es klare Parameter gebe und er auf dieser Basis nächstes Jahr für Mercedes fahren sollte. Das ergibt nicht nur wegen Russells eigener Leistungen Sinn, sondern noch aus einem anderen Grund: Angesichts von Verstappens Bilanz gegen seine Teamkollegen wäre es riskant, den viermaligen Weltmeister an die Seite von Kimi Antonelli zu setzen, zumal der junge Italiener das langfristige Projekt von Mercedes ist.
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Zudem ist Mercedes mit seiner aktuellen Fahrerpaarung bereits in der Lage, um Siege und Meisterschaften zu kämpfen. Das ist bis zu einem gewissen Grad das Risiko, das Verstappen eingegangen ist, indem er vor der Saison 2026 nicht das Team gewechselt hat, obwohl es zwei Gründe gibt, die diese Entscheidung erklären. Erstens konnte Verstappen die Ausstiegsklausel in seinem Vertrag während der Sommerpause 2025 nicht aktivieren, obwohl er wiederholt betont hat, dass er ohnehin geblieben wäre, ungeachtet irgendwelcher Klauseln. Das passt zur damaligen politischen Realität. Red Bull hatte sich erst wenige Wochen zuvor von Christian Horner getrennt, woraufhin Verstappen erklärte, dass er gerne mit Laurent Mekies zusammenarbeitet. In diesem politischen Kontext wäre es praktisch unmöglich gewesen, nur wenige Wochen später den eigenen Abschied zu verkünden.
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Red Bull die Treue zu halten – insbesondere nach den deutlich verbesserten Leistungen des Teams im vergangenen Jahr – war daher die logische Entscheidung. Das bedeutet aber auch, dass der Fahrermarkt ein Jahr später anders aussieht. Die Vertragslaufzeiten der aktuellen Formel-1-Fahrer

Mercedes gewinnt derzeit auch ohne Verstappen, während auch Ferrari seine Fahrerpaarung fixiert zu haben scheint. Charles Leclerc hat vor dem Großen Preis von Monaco einen neuen Vertrag unterzeichnet, der ihn bis in die 2030er-Jahre an die Scuderia bindet. Um Lewis Hamilton gab es nach der schwierigen Saison im letzten Jahr mehr Zweifel, doch diese sind dank seiner verbesserten Leistungen in diesem Jahr weitgehend verflogen.
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Hinzu kommt, dass sich Aston Martin – ein weiteres Team, mit dem Verstappen in Verbindung gebracht wurde – als größter Verlierer unter dem neuen Reglement entpuppt hat. Da ist es nur logisch, dass McLaren nun als eine der wenigen verbleibenden Optionen genannt wird. Das müsste sich nicht zwangsläufig auf 2027 beziehen; auch 2028 könnte sich als ebenso interessant erweisen, da der Fahrermarkt dann voraussichtlich wieder offener sein wird. Man darf nicht vergessen, dass die ehemaligen Red-Bull-Schlüsselfiguren Rob Marshall, Will Courtenay und Gianpiero Lambiase entweder bereits in Woking arbeiten oder, im Fall von Lambiase, 2028 zum Team stoßen sollen. Die zwei Dinge, die Red Bull tun kann, um Verstappen zu halten Der zweite Aspekt, der sich abgesehen vom Fahrermarkt vom Vorjahr unterscheidet, ist die Situation in der Weltmeisterschaft. Trotz des Aufwärtstrends in Österreich liegt Verstappen in der Wertung immer noch nur auf Rang sieben, während seine durchschnittliche Qualifying-Position in dieser Saison bislang bei 7,4 liegt.
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Da vor der Sommerpause nur noch drei Rennwochenenden anstehen, ist es unwahrscheinlich, dass Verstappen in der Tabelle noch unter die Top 2 oder gar Top 3 klettert. Das macht es plausibel, dass er dieses Mal die Ausstiegsklausel aktivieren könnte – die an seine WM-Platzierung im August gekoppelt ist -, sollte er dies wünschen. Ober er das tatsächlich will, ist natürlich die Kernfrage, und Raymond Vermeulen brachte am vergangenen Wochenende in einem Interview mit der niederländischen Zeitung De Telegraaf etwas Licht ins Dunkel.
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Verstappens Manager bekräftigte noch einmal, dass die Absicht bestehe, bei Red Bull zu bleiben, fügte jedoch hinzu, dass Verstappen “nicht dafür geboren wurde, im Mittelfeld zu fahren”. Spielberg: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion

Seine bisherige durchschnittliche Startposition geht wohl als Mittelfeld durch, wenngleich Red Bulls Fortschritte genau zur rechten Zeit zu kommen scheinen. Als Verstappen nach dem Großen Preis von Österreich von Servus TV scherzhaft gefragt wurde, ob der zweite Platz noch als Mittelfeld zähle, lachte der Niederländer: “Nein, das ist nicht wirklich mehr das Mittelfeld.” In erster Linie unterstreicht das, dass Red Bull seine Performance verbessern muss. Verstappen will schlichtweg ein Auto, mit dem er um die Weltmeisterschaft kämpfen kann. Wenn Red Bull ihm das bieten kann – nicht nur jetzt, sondern auch in den kommenden Jahren -, gibt es keinen Grund, sich anderweitig umzusehen.
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Die in Miami und Spielberg eingeführten Upgrade-Pakete haben den enormen Rückstand vom Saisonbeginn, der mit einer Gewichtsreduzierung einherging, weitgehend wettgemacht. Der Rückstand wurde von einer Sekunde pro Runde auf höchstens wenige Zehntel verkürzt, wenngleich Verstappen nach seinem zweiten Podiumsplatz der Saison klarstellte, dass weitere Fortschritte nötig sind. Zudem ist der Red-Bull-Ring eine sehr kurze Strecke, auf der Verstappen schon immer glänzen konnte, was bedeutet, dass sich ein repräsentativeres Bild erst in Silverstone und Spa ergeben wird. McLaren als Druckmittel? Neben dem sportlichen Aspekt gibt es auch eine kommerzielle Komponente. Könnten die Gespräche mit McLaren genutzt werden, um den Druck auf Red Bull zu erhöhen – sowohl auf als auch abseits der Rennstrecke, mit anderen Worten, um einen noch besseren Deal auszuhandeln?
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Dieser Gedankengang hat in den letzten Wochen im Fahrerlager zunehmend an Bedeutung gewonnen. Es ist plausibel, dass die aktuelle Situation letztlich dazu führt, dass Verstappen bei Red Bull bleibt, aber vielleicht zu noch besseren Konditionen. Einige Quellen im Fahrerlager deuten sogar an, dass längerfristig eine Beteiligung am Team für Verstappen nicht ausgeschlossen ist. Das wäre für einen aktiven Fahrer in der modernen Ära beispiellos, würde aber in den Trend passen, dass andere hochrangige Persönlichkeiten Anteile an Teams erhalten – wie etwa Adrian Newey nach seinem Wechsel zu Aston Martin.
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Interessanterweise bemühte sich auch Horner lange Zeit um eine ähnliche Regelung für sich selbst. Formel-1-Quiz
Mit welchem Team wurde Max Verstappen in der Saison 2021 Weltmeister?
Red Bull Ferrari Manor-Marussia McLaren Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Unabhängig davon, wie die Bedingungen letztlich aussehen könnten, falls Verstappen sich für einen Verbleib entscheidet – worüber derzeit niemand einen klaren Überblick hat -, bedeutet dies, dass sich die Situation an zwei Fronten abspielt. Verstappen muss abwägen, was in den kommenden Jahren sowohl auf als auch abseits der Strecke das Beste für ihn ist. Was Letzteres betrifft, so sind Finanzen nicht die einzige Überlegung. Verstappen ist außerhalb der Formel 1 sehr aktiv, und Red Bull lässt ihm in dieser Hinsicht völlige Freiheit. Das gilt nicht nur für seine GT3-Aktivitäten, sondern auch für die Wahl des Herstellers bei diesen Programmen sowie für die Umsetzung seiner eigenen Rennsport- und Sim-Racing-Projekte.
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McLaren hat angedeutet, dass man dem nicht unbedingt abgeneigt wäre, aber bei Red Bull findet Verstappen bereits ein Umfeld vor, das perfekt auf ihn zugeschnitten ist. Er sagte letztes Jahr, es mache wenig Sinn, mit anderen Teams zu sprechen, wenn diese nicht bereit wären, ihm die Freiheit zu geben, seine Langstrecken-Ambitionen parallel zur Formel 1 zu verfolgen. Wie bereits erwähnt, dementiert McLaren die “informellen Gespräche” nicht, aber das deutet noch nicht automatisch auf etwas Ernsthaftes hin. Aus Sicht beider Parteien ist es schlichtweg logisch, diese Gespräche zu führen, während Verstappen mehrere Gründe hat, warum die aktuelle Situation zu seinen Gunsten spielen könnte. Ein längerer Verbleib bei Red Bull – potenziell zu noch besseren Konditionen – erscheint nach wie vor plausibel, wenngleich in jedem denkbaren Szenario ein cleveres Spiel gespielt wird.
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Verstappen hatte vor einigen Wochen keinen Grund, seine Absichten öffentlich zu offenbaren, was die aktuelle Situation völlig logisch macht: den Markt sondieren und, falls sich keine besseren Optionen ergeben, sein Druckmittel in den Gesprächen mit Red Bull nutzen. In der Zwischenzeit hat Red Bull zwei Aufgaben, wenn es seine Chancen maximieren will, ihn zu halten: den Dialog hinter den Kulissen fortsetzen – wie es vor einigen Wochen bei einem Treffen mit der Red-Bull-Chefetage in Österreich geschah, aus dem die viel diskutierten Fotos hervorgingen – und vor allem die Entwicklung des RB22 vorantreiben. Meistgelesen in unserem Netzwerk Motorrad
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In dieser Hinsicht wurde in Spielberg ein wichtiger Schritt getan, aber eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Und eines bleibt unverändert: Verstappen hat nach wie vor die Zeit auf seiner Seite.

 
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