Warum es für den Frust von Max Verstappen keine schnelle Lösung gibt

Warum es für den Frust von Max Verstappen keine schnelle Lösung gibt

 

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In vielerlei Hinsicht war das Silverstone-Wochenende ein Spiegelbild der Formel-1-Saison, die Max Verstappen und Red Bull bisher erlebt haben. Während seiner Medienrunde mit den niederländischen Journalisten scherzte der viermalige Weltmeister am Samstag noch, er müsse wohl “über eine schwarze Katze” gefahren sein, da seiner Ansicht nach im Jahr 2026 “einfach viel zu viele seltsame Dinge passieren”.  Sutton Images Auch im Lego-Red-Bull hat Max Verstappen sichtbar keinen Spaß

Zu diesem Zeitpunkt konnte Verstappen kaum ahnen, dass nur 24 Stunden später das nächste Kapitel folgen sollte. Während er überraschend auf Podiumskurs lag – was er selbst als “völlig unverdient” bezeichnete -, beendete ein weiteres Problem mit dem Heckflügel sein Rennen in Stowe vorzeitig im Kiesbett. Es war der sprichwörtliche Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Das verpasste Podium an sich störte Verstappen dabei gar nicht so sehr. Es war vielmehr die Art und Weise, wie das Wochenende hinter den Kulissen verlief, die seinen Frust anheizte.
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Ein zweiter Crash in Folge, der durch den Heckflügel von Red Bull verursacht wurde – wenn auch durch zwei unterschiedliche Defekte -, ist das eine. Verstappen bezeichnete die Situation folgerichtig als “inakzeptabel” und “super gefährlich”. Wenig überraschend hat sich inzwischen auch die FIA der Sache angenommen. queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); Aber das war noch nicht alles. Seine Unzufriedenheit hatte schon vor dem Rennen begonnen, als Red Bull sich gegen einen Wechsel der Power-Unit oder tiefgreifende Änderungen am Set-up entschied, was einen Start aus der Boxengasse zur Folge gehabt hätte. Verstappen machte diesem Ärger nicht erst nach seinem Ausfall Luft, sondern sprach bereits vor dem Rennen bei Sky Italia Klartext, als er gefragt wurde, warum man seinem bevorzugten Ansatz nicht gefolgt war. “Da müssen Sie das Team fragen”, lautete seine schroffe Antwort. “Ich wollte aus der Boxengasse starten. Vielleicht waren sie zuversichtlich, es reparieren zu können – ich war es nicht”, fügte der Niederländer nach dem Rennen hinzu. Red Bull hört nicht auf seinen Starpiloten Teamchef Laurent Mekies erklärte später, Red Bull habe schlichtweg eine Abwägung getroffen. Das Team wusste, dass die Power-Unit und das Set-up nicht ideal waren, glaubte aber, dass Verstappen bei einem Start aus der Boxengasse praktisch keine Chance mehr gehabt hätte, um die vorderen Plätze mitzukämpfen. Und fairerweise muss man sagen, dass das nach einer absolut vernünftigen Einschätzung klingt.
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Mekies hat wahrscheinlich recht mit der Annahme, dass die Chancen auf ein starkes Ergebnis aus der Boxengasse deutlich geringer gewesen wären, aber das ist nicht Verstappens Kernpunkt. Schon in Kanada hatte er den niederländischen Medien im Fahrerlager erzählt, dass das Team nicht auf ihn gehört habe – damals ging es um die Set-up-Richtung, die er vor dem Qualifying einschlagen wollte. “Freue mich, nach Hause zu fahren”: Verstappen wütet nach Horror-Samstag I F1 Silverstone 2026 Video wird geladen…  

“Ich habe schon so oft darauf hingewiesen, aber manchmal muss man sie einfach selbst spüren lassen, dass es nicht funktioniert”, sagte Verstappen. Erschwerend kommt zu diesem Frust hinzu, dass laut einem Bericht von De Telegraaf nicht mehr alle sensiblen Informationen mit seinem Renningenieur Gianpiero Lambiase geteilt werden – eine Folge von dessen bevorstehendem Wechsel zu McLaren.
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Das deutet auf kleine Risse in der Kommunikation hin – einer Disziplin, die eigentlich lange Zeit eine der größten Stärken von Red Bull war, wenn es darum ging, schwierige Rennwochenenden noch zu drehen. Mekies reagierte darauf jedoch gelassen und meinte, dass solche “Ich habe es dir ja gesagt”-Spielchen sogar notwendig seien, um das Team voranzubringen. Eine Wiederholung von 2025 scheint fast unmöglich Während die oben genannten Probleme vor allem ehrliche Gespräche erfordern – obwohl Verstappen nach Silverstone zugab, wenig Lust darauf zu haben -, sind andere Baustellen deutlich schwerer zu beheben. Das gilt ganz besonders für die reine Performance von Red Bull, die im Jahr 2026 schlichtweg nicht gut genug ist.
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Der zweite Platz in Österreich machte zwar etwas Mut, doch das Silverstone-Wochenende hat gezeigt, dass Red Bull noch weit von der Spitze entfernt ist – insbesondere auf Strecken, die extrem viel elektrische Energie fordern. Verstappen hat bereits davor gewarnt, dass Spa und Monza wahrscheinlich ähnliche Hürden darstellen werden. Im vergangenen Jahr markierte die Sommerpause den Beginn einer bemerkenswerten Kehrtwende. Verstappen stand nach der Sommerpause in jedem einzelnen Grand Prix auf dem Podium. Dieses Mal scheint ein ähnliches Comeback jedoch aus zwei Gründen fast unmöglich. Erstens kann Red Bull die Defizite auf der elektrischen Seite seiner Power-Unit nicht beheben, solange man im internen Verbrennungsmotor-Ranking der FIA ganz oben steht. Das bedeutet, dass der Hersteller keinen Anspruch auf einen sogenannten ADUO-Token hat – obwohl ein solcher Token aufgrund der grundlegenden (und fehlerhaften) Konstruktion des Systems zwingend erforderlich ist, um die elektrische Seite der Power-Unit zu modifizieren.
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In diesem Sinne ist Red Bull auf Motorenseite effektiv schachmatt gesetzt und sogar von den konkurrierenden Herstellern abhängig, sollte man diesen Spitzenplatz bei einer der künftigen FIA-Bewertungen jemals verlieren. Die größten Aufholjagden der Formel-1-Geschichte

Auf der Chassis-Seite hat Red Bull mit den in Miami und Spielberg eingeführten Upgrades zwar erhebliche Fortschritte gemacht, aber im Team ist jedem klar, dass das immer noch nicht reicht. Österreich machte zwar Hoffnung, doch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff wies völlig zu Recht darauf hin, dass Verstappen auf dem Red-Bull-Ring schon immer stark war. Andere Streckenlayouts wie Silverstone haben die verbliebenen Schwächen nun wieder schonungslos offengelegt.
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Die schlechte Nachricht ist, dass Red Bull bei der Weiterentwicklung die Hände gebunden sind. Während Verstappen in Österreich noch scherzte, das Team könne ja vielleicht etwas weniger für das Catering ausgeben, schlug er in Silverstone ernstere Töne an. “Man muss mit der Budgetdeckelung haushalten. Deshalb kann man nicht ständig neue Upgrades am Auto bringen.” Irgendwann, das weiß auch Verstappen, stößt Red Bull schlicht an das Limit. All das bedeutet, dass das Jahr 2026 im Grunde kaum noch zu retten ist. Verstappen mag hier und da noch ein herausragendes Einzelergebnis einfahren, aber für den Rest der Saison stehen ihm wohl weitere sechs Monate zäher Arbeit an den Rennwochenenden bevor – zumal ihm das aktuelle Reglement ohnehin keinen großen Spaß macht. McLaren, Red Bull oder eine F1-Pause? Mit Blick auf die weitere Zukunft muss Verstappen nun eine fundamentale Frage beantworten: Welchem Projekt vertraut er am meisten, sofern er sich nicht für ein Sabbatjahr oder einen vorzeitigen Abschied aus der Formel 1 entscheidet? Vor diesem Hintergrund ist es nur logisch, dass sich Verstappens Management wieder auf dem Markt umschaut.
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Es hat seinen Grund, warum Manager Raymond Vermeulen kürzlich gegenüber De Telegraaf betonte, Verstappen sei “nicht dafür geboren, im Mittelfeld zu fahren”. Zum Leidwesen des Niederländers war genau das in dieser Saison jedoch öfter die Realität, als ihm lieb sein konnte. Ebenso logisch ist es, dass sich McLaren angesichts der aktuellen Situation bei Ferrari und Mercedes als vielversprechendste Option herauskristallisiert hat. Niemand bei McLaren bestreitet, Gespräche mit dem Verstappen-Lager zu führen; man beschreibt sie stattdessen als völlig normal – was sie in der Realität auch sind.
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Red Bull wollte diese ganze Saga unbedingt vermeiden, indem man Verstappen zu einem öffentlichen Bekenntnis zum Team drängte und sogar versuchte, die Ausstiegsklausel in seinem Vertrag für mehrere Millionen Euro abzukaufen. Verständlicherweise sah Verstappen wenig Grund, auf eine der beiden Forderungen einzugehen, da keine von ihnen in seinem Interesse lag. Angesichts seines aktuellen Gehalts ist Geld kaum der ausschlaggebende Faktor. Der Verzicht auf diese Klausel würde im Gegenzug bedeuten, ein großes Stück Freiheit und damit auch ein wichtiges Druckmittel aufzugeben. Nicht jeder bei Red Bull war über diese Entscheidungen erfreut, mancher sah darin sogar eine Frage der Loyalität. Das Gegenargument lautet jedoch, dass jeder Spitzensportler die Entscheidung treffen muss, die für die eigene Karriere am besten ist – und Verstappen hat Red Bull über die Jahre bereits mehr als genug Loyalität bewiesen. Sieg für die Seele: Leclerc kontert Häme und Kritik I Rennen F1 Silverstone 2026 Video wird geladen…  

Natürlich hat Red Bull ihm alle Freiheiten gelassen, seine Ambitionen im Langstreckensport zu verfolgen, aber erste Signale deuten darauf hin, dass auch McLaren dem nicht völlig abgeneigt wäre.
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Zweitens hat Red Bull Verstappen das Umfeld geboten, in dem er vier Weltmeisterschaften feierte. Das darf man nicht vergessen, aber viele der Schlüsselfiguren hinter diesem Erfolg haben das Team inzwischen verlassen – oder stehen kurz davor, wie im Fall von Gianpiero Lambiase. Mit Rob Marshall, Will Courtenay und ab 2028 eben auch Lambiase sind gleich mehrere wichtige Säulen von Red Bull bei McLaren gelandet.
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Gleichwohl gibt es auch hinter dem Team aus Woking wichtige Fragezeichen. McLaren erst langfristig die beste Option? Derzeit erklärt McLaren, man werde zum ersten Mal durch den Status als Mercedes-Kundenteam eingebremst, während FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem keinen Hehl daraus macht, diese Abhängigkeit langfristig verringern zu wollen. Das könnte McLaren letztlich dazu veranlassen, ein eigenes Motorenprojekt in Angriff zu nehmen. Red Bull hingegen verfügt bereits über ein solches Programm, das sich – zumindest auf der Seite des Verbrennungsmotors – als überraschend wettbewerbsfähig erwiesen hat.
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Das bleibt jedoch eine langfristige Überlegung, die frühestens im nächsten Reglement-Zyklus relevant wird. Verstappen hingegen muss eine Entscheidung treffen, die primär die Jahre dazwischen betrifft. Formel-1-Quiz
Wie alt war Max Verstappen bei seinem letzten Formel-1-Start?
31 Jahre, 249 Tage 28 Jahre, 251 Tage 28 Jahre, 154 Tage 30 Jahre, 115 Tage Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Für diesen Zeitraum ist Mekies weiterhin davon überzeugt, dass Red Bull trotz aller Abgänge über genügend personelle Tiefe (“Strength in Depth”) innerhalb der Organisation verfügt – wie es Christian Horner oft formulierte. Zudem soll im nächsten Jahr endlich der lang ersehnte neue Windkanal des Teams betriebsbereit sein. Kurzfristig ist die Situation unabhängig vom Szenario nicht mehr zu retten, und das weiß Verstappen. Langfristig läuft jedoch alles darauf hinaus, welches Projekt sich überzeugender anfühlt und wo er das größte Vertrauen besitzt.
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Das ist eine Frage, die nur Verstappen selbst beantworten kann, ungeachtet all der teils wilden Spekulationen um seine Zukunft. Am Ende geht es schlicht um Vertrauen: Vertrauen in das Projekt und Vertrauen in die Zukunft der Formel 1.

 
Formel1.de 

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