Warum Red Bull in Baku plötzlich mit der Spitze mithalten konnte
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Red Bull hat beim Grand Prix von Aserbaidschan erstmals seit fast zweieinhalb Jahren zwei Fahrer auf das Podium gebracht. Max Verstappen und Isack Hadjar profitierten dabei vor allem von der starken Leistung ihrer Antriebseinheit und der optimalen Energienutzung auf den langen Geraden von Baku. LAT Images Red Bull meldete sich in Baku mit einem Doppelpodium erstarkt zurück
Verstappen beendete das Rennen auf dem zweiten Platz, Hadjar wurde Dritter. Dabei war die Ausgangslage für Verstappen alles andere als ideal: Ein Problem mit seinem Verbrennungsmotor hatte ihn im Qualifying ausgebremst. Dadurch musste der Weltmeister das Rennen lediglich von Rang acht aufnehmen. Red Bull konnte das Problem jedoch bis zum Rennen beheben. Mit dem wieder konkurrenzfähigen Antrieb gelang Verstappen anschließend eine Aufholjagd bis auf Platz zwei. Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies ist überzeugt, dass ohne die Probleme im Qualifying sogar noch mehr möglich gewesen wäre. Starker Motor verschafft Red Bull Vorteil Ein entscheidender Faktor war die Power-Unit. Der Verbrennungsmotor von Red Bull ist laut FIA-Angaben der stärkste im Formel-1-Feld. In Baku konnte das Team diese Stärke besonders gut nutzen, weil die Strecke mit ihren langen Geraden eine hohe Motorleistung und eine effiziente Energiebereitstellung begünstigt.
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Mekies betont allerdings, dass Red Bull die Leistung des Antriebs nicht auf jeder Strecke gleichermaßen einfach abrufen könne. Das optimale Arbeitsfenster sei relativ klein. “Wir haben eine fantastische Antriebseinheit, aber ein relativ enges Fenster, in dem wir sie optimal nutzen können. Und es erfordert viel Arbeit von allen in Milton Keynes und an der Rennstrecke, um dieses enge Leistungsfenster zu treffen. Genau das machen wir jeden Tag. An diesem Wochenende war es nicht anders.” Baku eskaliert: Colapinto-Crash, Russell vs. Verstappen & Horner-Interview Video wird geladen…
Dabei gehe es nicht allein um die maximale Motorleistung, weiß Mekies. Entscheidend sei vielmehr das Zusammenspiel aus Energieverwaltung, elektrischer Bereitstellung und Leistungsabgabe. “Jede Strecke bringt diese Herausforderung mit sich, und man hört das auch in unseren Funkgesprächen mit den Fahrern.” “Die richtige Energieverwaltung, die richtige Energiebereitstellung und die richtige Leistung zu finden, beschäftigt uns daher ständig”, betont der Red-Bull-Teamchef. 349,4 km/h zeigen Tempo von Red Bull Wie gut das Konzept in Baku funktionierte, zeigt ein Blick auf die Höchstgeschwindigkeiten. Liam Lawson erreichte im Racing Bulls, der ebenfalls von einem Red-Bull-Ford-Antrieb angetrieben wird, mit 349,4 km/h den Bestwert des gesamten Feldes.
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Auch Verstappen und Hadjar gehörten zu den zehn Fahrern mit den höchsten gemessenen Geschwindigkeiten. Auf den langen Geraden des Stadtkurses verschaffte der Antrieb Red Bull damit einen wichtigen Vorteil. Beide Fahrer konnten ihre hohe Endgeschwindigkeit nutzen, um im Rennen Positionen gutzumachen. Für das Team war diese Performance umso bemerkenswerter, weil Red Bull über weite Teile dieser Formel-1-Saison eher als viertstärkstes Auto hinter den drei führenden Mannschaften Mercedes, Ferraro und McLaren eingeschätzt worden war. Erste Startreihe wäre möglich gewesen Dass Verstappen letztlich von Platz acht aus starten musste, war aus Sicht von Red Bull besonders bitter. Mekies sah den Niederländer bereits seit Freitag auf einem deutlich höheren Niveau. “Wir hatten zwei unterschiedliche Probleme mit den Antriebseinheiten. Das hat uns im Qualifying viel gekostet. Aber so ist das eben.”
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Ohne die Probleme wäre Verstappen laut Mekies ein Kandidat für die erste Startreihe gewesen. “Max war meiner Meinung nach ab Freitag sehr stark und hätte wahrscheinlich um die erste Startreihe oder sogar mehr gekämpft”, so der Franzose. Und weiter: “Dass wir das Problem mit dem neuen Motor beheben konnten, hat uns wieder auf das konkurrenzfähige Niveau gebracht, das wir uns erhofft hatten.” Damit war der Leistungsunterschied zwischen Qualifying und Rennen aus Red-Bull-Sicht zumindest teilweise erklärt. Verstappen konnte mit dem wieder funktionierenden Antrieb seine tatsächliche Rennpace zeigen und sich durch das Feld arbeiten. Auch ohne großes Update aufgeholt Der Fortschritt in Baku lässt sich laut Mekies allerdings nicht allein mit dem starken Motor oder der Charakteristik der Strecke erklären. Red Bull habe auch bei der Nutzung des bestehenden Autos Fortschritte gemacht, selbst ohne Upgrade.
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“Wir haben in diesem Jahr gesehen, dass sich die Rangordnung abhängig vom Zeitpunkt der Upgrades verändert. Wichtig ist aber, dass wir in dem relativ langen Zeitraum zwischen Australien und hier, in dem wir kein großes Paket gebracht haben, den Rückstand trotzdem verkürzen konnten”, hält der Teamchef fest. Mekies verweist dabei auf die Entwicklung der Abstände in Madrid und Monza. In Madrid fehlten Red Bull rund anderthalb Zehntel auf die Pole, in Monza etwa zwei Zehntel.
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“Wir haben diesen Abstand also durch die Arbeit des gesamten Teams verkürzt, auf der Chassis-Seite, bei der Antriebseinheit und indem wir mehr aus den tatsächlichen Spezifikationen des Autos herausgeholt haben. Und dann haben uns die Upgrades hier noch einmal einen Vorteil verschafft und das letzte Zehntel aufgeholt.” War Baku Red Bulls letzte Siegchance? Für Verstappen war Baku eine der besten und womöglich die letzte Gelegenheit für Red Bull, 2026 einen Grand Prix zu gewinnen. Mercedes dominiert die Saison bislang und soll beim nächsten Rennen ein umfangreiches Upgrade-Paket einsetzen. Red Bull selbst plant nach eigenen Angaben in diesem Jahr keine weitere große Entwicklungsstufe mehr. Teamchef Mekies will die Chancen des Teams dennoch nicht abschreiben. Die bisherige Saison habe gezeigt, dass sich das Kräfteverhältnis mit dem Erscheinen neuer Upgrades immer wieder verändern könne.
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Nun müsse Red Bull zunächst herausfinden, ob die in Baku gefundene Performance auch auf anderen Strecken funktioniert: “Wir müssen sehen, wie lange das anhält und wie wir anschließend auf die anderen Wettbewerber reagieren werden.”
Formel1.de
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