Wie steht die Formel 1 zu den Motorenplänen der FIA, Stefano?
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Wenn im Fahrerlager der Formel 1 über die nächste Generation von Triebwerken verhandelt wird, prallen regelmäßig grundverschiedene Philosophien aufeinander. Es geht um technische Relevanz für Serienhersteller, die Faszination für Millionen Fans und das Bild, das eine globale Rennserie in Zeiten des Klimawandels abgeben möchte. circuitpics.de Stefano Domenicali hofft auf Konsens mit der FIA
Mittendrin agiert die Formel 1 unter der Führung von Stefano Domenicali. Während der Automobilweltverband FIA zwar formell das letzte Wort bei den technischen Vorschriften hat, stellt Domenicali klar, dass sich der Vermarkter keineswegs auf die Rolle des Zuschauers beschränkt. “Die Diskussionen, die wir gemeinsam führen, an denen auch Hersteller, Fans, Teams und Fahrer beteiligt sind, befinden sich meiner Meinung nach am richtigen Punkt”, betont der Formel-1-Boss.
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Dass es bei dieser Thematik gewisse Reibungen und unterschiedliche Meinungen gibt, gehört zur Natur der Königsklasse. Herausgekommen ist für 2026 ein Regelwerk, mit dem inzwischen kaum einer zufrieden scheint. Fans stören sich vor allem am Energiemanagement, während die FIA in Form von Präsident Mohammed bin Sulayem am liebsten den nächsten Zyklus nach vorne schieben möchte – inklusive einer Rückkehr zu V8-Motoren (oder mehr). Domenicali schlägt jedoch andere Töne an und betont, dass sich die Wahrnehmung seit Saisonbeginn gedreht habe: “Es ist unglaublich, wie schnell sich die Dinge von Monat zu Monat ändern können. Ich erinnere mich, dass es zu Beginn dieser Reglementsänderung vielleicht eine Menge Negativität mit großen Befürchtungen gab”, sagt er. Formel-1-Fails: Diese Regeländerungen waren ein Reinfall
“Mittlerweile hat sich das deutlich verschoben. Das ist die Evolution oder Natur unseres Sports: Zu Beginn versucht man immer erst Probleme zu finden, anstatt an die Chancen zu denken, die eine Veränderung mit sich bringen kann.” Trotzdem denkt natürlich auch Domenicali an die weitere Entwicklung und die Richtung, in die der Sport gehen soll: “Ich denke, das Hauptziel der zukünftigen Regelungen ist es, die Dinge so einfach wie möglich zu halten, den Sport der Formel 1 zu leichteren Autos zu führen, mit nachhaltigem Kraftstoff, natürlich mit Elektrifizierung, und den Fahrern vor allem in einem bestimmten Modus die Chance zu geben, so hart wie möglich zu pushen”, skizziert Domenicali die Vision für die Boliden. “Denn das war schon immer etwas, was sie als Formel-1-Fahrer gefordert haben.” Domenicali hofft auf Konsens mit der FIA Während man bei den technischen Feinheiten weiterhin auf die Vorarbeit des Weltverbands setzt – (“Was all die anderen technischen Details angeht, verlasse ich mich auf die FIA, das Richtige vorzubereiten”), strebt die FOM rasch Nägel mit Köpfen an: “Ich bin überzeugt, dass wir bis Ende dieses Jahres in der Lage sein werden, ein paketfertiges Konzept zur Diskussion vorliegen zu haben.”
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Ihm ist bewusst, dass die FIA theoretisch für die Zeit ab 2031 ein völlig neues Reglement vorlegen könnte. “Und wenn die Teams dann Teil davon sein wollen, können sie das tun, andernfalls nicht”, sagt er. “Ich übertreibe jetzt etwas, aber ihr versteht das Prinzip.” Video wird geladen…
Um das aber zu verhindern, setzt man auf maximale Kooperation – auch im Hinblick auf eine mögliche vorzeitige Einführung eines neuen Motorenzyklus: “Wenn es einen Konsens über das gibt, was wir tun, muss die entsprechende Governance gemeinsam mit den Teams und Herstellern geschaffen werden.” Es werde hinter den Kulissen intensiv gerungen, denn “wie Sie sich vorstellen können, gibt es viele verschiedene Blickwinkel, und jeder drängt aus unterschiedlichen Gründen auf etwas anderes. Aber bis Ende des Jahres werden wir in der Lage sein, das passende Paket für die Zukunft zu haben.” Rennen nur ein kleiner Teil der Nachhaltigkeitsstrategie Ein besonders sensibler Punkt in diesen Debatten ist die Frage, wie sich künftige Motorenkonzepte mit den ambitionierten Klimazielen der Formel 1 vertragen. Gedankenspiele über eine Rückkehr zu hochtourigen Saugmotoren rufen regelmäßig Kritiker auf den Plan, da diese potenziell deutlich mehr Kraftstoff verbrauchen würden.
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Domenicali sieht darin jedoch keinen Widerspruch zur angepeilten Klimaneutralität bis zum Jahr 2030: “Ich denke, das wird daran nichts ändern, denn das Ziel bleibt bestehen, als Gesamtökosystem bis 2030 klimaneutral zu sein. Wir liegen dabei voll im Plan. Ich denke, die Natur des nachhaltigen Kraftstoffs wird nichts an den Auswirkungen ändern, wenn man darüber spricht, was wir auf der Rennstrecke tun.” Video wird geladen…
“Wissen Sie, wir sprechen hier über ein oder zwei Prozent unserer gesamten Emissionen, die auf der Strecke entstehen”, ordnet Domenicali die Verhältnisse ein. Der entscheidende Hebel liege stattdessen in der globalen Fracht- und Eventlogistik, nicht auf dem Asphalt.
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“Unser Hauptaugenmerk liegt auf der Logistik, denn das, was wir weltweit auf die Beine stellen, ist eine gewaltige Aufgabe. Was wir als Formel-1-System beispielsweise schon im Bereich des nachhaltigen Flugkraftstoffs für die Welt beigetragen haben, ist wirklich enorm.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Motorrad
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“Das wird also nichts an unserem Ansatz ändern, in diese Richtung weiterzugehen. Und egal, was die Welt denkt – und ich sehe derzeit viel Gegenwind von vielen Seiten: Wir sind darauf fokussiert, unser Ziel einzuhalten. Denn das ist etwas, das wir im Rahmen unserer Nachhaltigkeits- und Umwelt-Agenda ganz oben auf der Prioritätenliste unseres Sports haben.”
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