Wolff erzählt Lauda-Anekdote über Hamilton: “Wie kannst du das zulassen?”

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Als Toto Wolff bei seiner jährlichen Medienrunde mit einer ausgewählten Gruppe niederländischer Journalisten in Zandvoort sprach, kam unter anderem die Frage auf, wie ein Formel-1-Team das Maximum aus einem Fahrer herausholen kann und wie viel Freiheit ein Teamchef einem Star-Fahrer gewähren sollte.  LAT Toto Wolff und Lewis Hamilton jubeln über die Poleposition 2018 in Singapur

Das jüngste Beispiel dafür ist Max Verstappen und die beträchtliche Freiheit, die ihm bei Red Bull eingeräumt wird – etwa mit seinem eigenen Rennteam und Ausflügen in den Langstreckensport wie die 24 Stunden am Nürburgring. Bekanntlich fährt der Niederländer dort mit einem Mercedes-AMG GT3, auch wenn die Frage offen bleibt, ob ein anderes Formel-1-Team – etwa Mercedes – einem Fahrer wie Verstappen je dieselbe Freiheit gewähren würde.
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Auf diese Frage gibt Wolff eine fast philosophische Antwort und erklärt, ein Teamchef müsse stets den besten Ansatz analysieren, um die maximale Leistung aus einem bestimmten Fahrer herauszuholen – und müsse daher dessen Persönlichkeit verstehen. “Ich denke, jedes Team ist anders, aber ich versuche herauszufinden, was den Fahrer innerhalb unserer Struktur schnell macht. Welchen Rahmen müssen wir bieten, um die beste Leistung des Fahrers zu erzielen?”, so Wolff. “Dazu gehört natürlich auch sein Wohlbefinden. Und darauf lege ich ebenfalls großen Wert”, betont der Mercedes-Teamchef und erklärt: “Ich habe Fahrer nie in eine Schublade gesteckt und nie gesagt: So musst du sein.” Hamilton: Vor dem Grand Prix noch schnell zur Fashion Week Bei Verstappen umfasst diese Freiheit die Teilnahme an anderen Rennserien, doch Wolffs Gedanken wandern sofort zurück zum aufschlussreichsten Beispiel aus seiner eigenen Karriere als Formel-1-Teamchef: Hamiltons Leidenschaft für Mode, insbesondere im Vorfeld des Großen Preises von Singapur 2018. “Ich erinnere mich an Lewis Hamilton mit seiner Modekollektion damals und dieses Rennen in Singapur. Ich glaube, es war 2018 oder 2019, als er seine Tommy-Hilfiger-Kollektion vorstellte”, blickt der Österreicher zurück. “Er hatte eine Modenschau in Shanghai, bei der er uns über FaceTime anrief. Er war dankbar, dass Mercedes von Boss zu Hilfiger gewechselt war, damit er seine eigene Kollektion haben konnte. Er zeigte alles und sagte: Schaut euch das an, das ist mein Laufsteg, das ist meine Kollektion. Ich kann es kaum glauben”, lacht Wolff.
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Die Modenschau in Shanghai fand am 4. September statt, doch Hamilton reiste danach nicht sofort nach Singapur. Dazwischen stand noch die New York Fashion Week auf seinem Programm, um seine Kollektion in den USA zu präsentieren. GP Singapur: Fahrernoten der Redaktion

“Und dann flog er von Shanghai nach LA oder New York und machte es dort”, erinnert sich Wolff und verrät: “Niki Lauda sagte damals zu mir: Ich kann nicht verstehen, warum du das zulässt. Nächste Woche fahren wir in Singapur Rennen, wie ist das überhaupt möglich?” Die Kritik verstärkte sich, als Hamiltons Reise nach Singapur verzögert wurde und er verspätet zum ersten Meeting mit den Ingenieuren eintreffen sollte. “Lewis sagte, er müsse noch einen Zwischenstopp in London oder so machen, ich erinnere mich nicht ganz genau. Er ruft mich am Mittwoch an und sagt, es wird knapp, er kommt am Donnerstag zum ersten Meeting”, so Wolff.
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“Ich antwortete: Tu mir einen Gefallen, denn ich kriege hier schon genug Ärger wegen dir, der mit ausgefallenen Klamotten um die ganze Welt fliegt! Aber dann rief er mich erneut an und sagte: Ich komme zu spät, der Flug hat Verspätung. Also sagt Niki zu mir: Ich kann wirklich nicht glauben, wie du das zulassen kannst”, so Wolff. Wie Hamilton Wolffs Vertrauen zurückzahlte Was danach folgte, war in zweierlei Hinsicht aufschlussreich: erstens in Wolffs Bereitschaft, seine Fahrer zu schützen und ihnen Freiheit zu gewähren, und zweitens darin, wie Hamilton dieses Vertrauen auf der Strecke zurückzahlte. “Als er ankam, sagte ich: Lewis, tu mir einen Gefallen. Ich nehme es dir hier ab, ich nehme die ganze Kritik von allen auf mich, aber lass mich dieses Wochenende einfach nicht im Stich”, erinnert sich Wolff.
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“Verstanden, sagte er, und genau dann hatte er diese unglaubliche Poleposition. Das war diese sensationelle Runde, und dann gewann er das Rennen und fuhr allen davon. Nach dem Rennen kam er zu mir zurück und sagte: Das war ein guter Deal, oder?” Formel-1-Quiz
In der Formel 1 holte das Team Mercedes wie viele Punkte?
3497 4388 1291 8678 Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Wolff ergänzt mit einem Lachen, dass von diesem Moment an selbst Lauda mit dem, was Hamilton abseits der Strecke tat, kein Problem mehr hatte – solange es seine Leistung auf der Strecke nicht negativ beeinflusste. “Niki sagte danach zu mir: Ich werde es nie wieder kritisieren, selbst wenn er vor einem Rennen zum Mond fliegt”, so Wolff.
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Hamilton holte sich die Pole in Singapur damals mit mehr als drei Zehnteln Vorsprung auf Verstappen und sechs Zehnteln auf WM-Gegner Sebastian Vettel. Der Mercedes-Pilot gewann das Sonntagsrennen mit fast neun Sekunden Vorsprung auf Verstappen und sicherte sich gut einen Monat später in Mexiko seinen fünften Weltmeistertitel.

 
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