Ferrari: Die mutige Wende, die Hamiltons Sieg in Spanien ermöglichte

Ferrari: Die mutige Wende, die Hamiltons Sieg in Spanien ermöglichte

 

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Seit Ferraris letztem Formel-1-Titel – der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft 2008 – wird die Scuderia von Jahr zu Jahr von unbeständigen Leistungen geplagt. Obwohl die weniger erfolgreichen Saisons oft schnell überwunden werden, besteht der Nebeneffekt dieser Inkonstanz darin, dass an die stärkeren Saisons ebenfalls selten angeknüpft werden kann.  Formula 1 Lewis Hamilton jubelt über seinen ersten Sieg für Ferrari

Nehmen wir die letzten beiden Saisons als Beispiel: Nachdem Ferrari den Kampf um die Konstrukteurs-WM 2024 gegen McLaren bis zum Finale in Abu Dhabi getragen hatte, hoffte das Team, mit dem nun amtierenden Lewis Hamilton an Bord noch einen draufzusetzen. Stattdessen war das 2025er-Auto zwar manchmal ein Podestkandidat, landete aber häufiger in den unteren Punkterängen. Es war vielsagend, dass Charles Leclerc einige seiner besseren Ergebnisse selbst nicht erklären konnte, da winzige Änderungen am Set-up den SF-25 meist auf eine Rasierklinge zwischen Triumph und Misserfolg beförderten.
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Der komplette Reset für 2026 ermöglichte es Ferrari, einige der Entscheidungen rückgängig zu machen, die man beim letztjährigen Auto im Glauben an einen Fortschritt getroffen hatte. Nachdem Ferrari das Jahr 2024 in glänzender Form beendet hatte, war das Designteam der Ansicht, dass mit einer reinen Weiterentwicklung eines Siegerautos nicht mehr viel zu erreichen war. Man hoffte, dass eine neue Pullrod-Aufhängung an der Vorderachse eine deutlich bessere Interaktion zwischen dem Frontflügel und dem Einlass des Unterbodens bieten würde. Barcelona: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion

Doch das dazugehörige Aero-Paket blieb unterentwickelt, da Ferrari die Weiterentwicklung im April einstellte. Teams wie McLaren und Red Bull hatten die Aerodynamik rund um ein Pullrod-Layout bereits seit 2022 verfeinert, während Ferrari sie erst am Ende des vorherigen Aero-Reglements aufgriff und nicht das Beste daraus machte. Ferrari kehrte für 2026 zu einer Pushrod-Aufhängung zurück und setzte dasselbe auch an der Hinterachse um. Wie Pat Symonds in seiner Kolumne für die Juli-Ausgabe des Magazins Autosport erklärte, hat die Verkürzung der Autos für 2026 die Teams dazu veranlasst, die innenliegenden Aufhängungskomponenten über dem Getriebe zu platzieren. In puncto Chassis-Design hat Ferrari erhebliche Fortschritte gemacht. Ein Markenzeichen seiner Autos in den letzten Jahren war die Gutmütigkeit im Umgang mit Randsteinen und Bodenwellen, und der SF-26 behielt diese Eigenschaft bei, wie seine Performance in Monaco bewies. Auch das Aerodynamik-Paket scheint gut durchdacht und entwicklungsfähig zu sein, was sich ebenfalls in der stetigen Verbesserung im bisherigen Saisonverlauf zeigt. Die Leistungen zu Saisonbeginn hatten der Scuderia zu Beginn einen Kampf mit Mercedes ermöglicht, aber der deutliche Leistungsvorteil der Silberpfeile war für Ferrari dennoch zu viel. Wenn jetzt noch der Motor besser wird … Ferraris Antriebseinheit war, obwohl solide genug, eine gewisse Einschränkung. McLaren-Teamchef Andrea Stella erklärte, dass die italienische Truppe das beste Chassis gebaut habe, während Lando Norris das Thema etwas direkter ansprach: “Sie sind im Moment das Maß aller Dinge, was die Kurvenperformance angeht, und wir sind nicht einmal ansatzweise an ihnen dran”, sagte er.
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“Das ist der realistische Blick darauf, wir sind noch sehr, sehr weit von dem entfernt, wo wir sein müssen. Wenn sie auf der Motorenseite nachlegen, werden sie alle anderen alt aussehen lassen …” Warum ADUO die Formel-1-Welt spaltet Video wird geladen… Die ganze Formel-1-Welt diskutiert über ADUO – das neue FIA-System zur Unterstützung zurückliegender Motorenhersteller. Doch wie funktioniert dieser?

Wenn man George Russells Pole-Runde in Barcelona mit Hamiltons Versuch aus derselben Session vergleicht, wird dies deutlich: Es zeigt sich, dass Mercedes auf den Geraden stärker ist, aber Ferrari die Kurven beherrscht. Hamilton konnte später bremsen, mehr Schwung mit in die Kurve nehmen und früher ans Gas gehen. Je länger die Geraden jedoch werden, desto größer wird der Vorteil von Mercedes.
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Ferrari braucht also ein wenig Hilfe von der ADUO, um gleichzuziehen, obwohl es nicht gerade hilft, dass Mercedes es irgendwie geschafft hat, sich ein Upgrade zu ermöglichen, nachdem sie zwei Prozent hinter der Red-Bull-Ford-Antriebseinheit zurücklagen. Aber an Motivation mangelt es nicht, besonders da Hamilton mit den Hufen scharrt, um Ferraris Ingenieure anzuspornen, über sich hinauszuwachsen. Seine Frustrationen im letzten Jahr rührten von der mangelnden Entwicklung her und davon, dass seine Forderungen nach Veränderungen innerhalb des Teams nicht in einer von ihm als ausreichend schnell erachteten Weise umgesetzt wurden. Hamilton zufrieden: Ferrari liefert! Vielleicht war Hamilton sich der Vorlaufzeit nicht bewusst, die für tiefgreifendere Umstrukturierungen nötig ist, aber Teamchef Frederic Vasseur an seiner Seite zu wissen, beruhigte ihn bis zu einem gewissen Grad.
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Hamilton zeigte sich erfreut über die Innovationskraft bei Ferrari, insbesondere bei den Aero-Tools, die auch andere Teams zu erforschen begonnen haben: Der rotierende Heckflügel war sicherlich das Prunkstück, aber das Feld kopierte schnell das Auspuff-Winglet des SF-26, welches die Abgase nutzt, um nicht nur Abtrieb zu generieren, sondern auch die Niederdruckzone am Heck des Autos zu vergrößern, um mehr Performance aus dem Diffusor und dem Heckflügel herauszuholen. So viele Formel-1-Rennen brauchten alle Ferrari-Fahrer bis zum ersten Sieg

Und während die anderen Teams die Straight-Mode-Aktuator-Winglets in Monaco auf ein beeindruckendes Niveau brachten, war Ferrari das erste Team gewesen, das diesen Boxbereich (also den unsichtbaren Kasten, in dem man überhaupt Teile anbauen darf) nutzte, um eine Lippe an der Hinterkante des Heckflügels anzubringen, um dessen Effizienz zu steigern. “Diese Jungs haben wirklich zugehört und verdammt hart gearbeitet, um Performance zu bringen und innovativ zu sein”, schwärmte Hamilton nach seinem Sieg in Barcelona. “In diesem Jahr dreht sich alles um Innovation. Wir haben das Teil am Heckauspuff gebracht. Wir kamen mit dem Heckflügel, der ‘Macarena’. Wisst ihr, und genau das habe ich letztes Jahr gefordert.”
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“Ich meinte damals, dieses Team muss darin führend sein, und sie haben gezeigt, dass sie es können und wollen. Aber wir haben noch viel Arbeit vor uns. Das ist keineswegs etwas, das jetzt einfach immer so laufen wird. Vor uns liegt ein verdammt harter, steiler Berg, den wir erklimmen müssen, um das zu schaffen, was Mercedes bisher das ganze Jahr über geschafft hat.” Strategie in Barcelona geht auf Während Ferrari seinen gewohnten Design-Konservatismus ablegt – vielleicht ein Überbleibsel aus früheren Zeiten, in denen Ingenieure sich weniger ermutigt fühlten, ihre kreativen Instinkte spielen zu lassen -, bot das Team in Barcelona auch strategisch eine meisterhafte Show. Hamilton ließ die Dreistoppstrategie dank seiner unerbittlichen Pace auf den Medium-Reifen im dritten Stint aufgehen, gefolgt von einem brillanten Schlussstint auf den harten Reifen. Das Team erhielt etwas Schützenhilfe, als Mercedes beschloss, auf Hamilton zu reagieren, obwohl sein Start auf Soft-Reifen eigentlich ein klares Zeichen dafür hätte sein müssen, dass er ohnehin auf drei Stopps setzen würde. Lewis Hamilton hätte auch ohne VSC gewonnen! Video wird geladen…  

Vielleicht befürchtete Mercedes, die Position auf der Strecke zu verlieren, wenn sie Russell nicht in Runde 12 – eine Runde nach Hamilton – hereinholten, aber letztendlich bürdete man Russell damit für seine späteren Hard-Reifen-Stints in einem Rennen mit hohem Reifenverschleiß deutlich mehr Arbeit auf. Ferrari hatte Mercedes genau da, wo man sie haben wollte.
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Es gibt immer noch viel zu tun: Ferrari muss diesen Lauf mit seinem Ansatz bei den Aero-Entwicklungen beibehalten und die am leichtesten erreichbaren Ziele bei den von der ADUO erlaubten Updates ins Visier nehmen, um die Lücke zu Mercedes zu schließen. Meistgelesen in unserem Netzwerk Motorrad
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Es ist noch viel zu früh, um Ferrari als Titelkandidaten zu bezeichnen, auch wenn die jüngste Form zeigt, dass dies keine Eintagsfliege ist, aber sie haben das Momentum auf ihrer Seite. Vor allem darf dieses Momentum jetzt nicht verschenkt werden.

 
Formel1.de 

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