Ferrari enttäuscht in Ungarn: Charles Leclerc kann es nicht erklären

Ferrari enttäuscht in Ungarn: Charles Leclerc kann es nicht erklären

 

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Nach einem vielversprechenden Auftakt ins Rennwochenende zum Grand Prix in Ungarn hat Ferrari die hohen Erwartungen nicht erfüllen können. Charles Leclerc spricht nach Platz vier von einem “enttäuschenden Wochenende”, während Teamchef Frederic Vasseur vor allem die schwache Rennausführung kritisiert.  circuitpics.de Charles Leclerc enttäuscht nach schlechtem Rennsonntag in Ungarn

Auch Sky-Experte Ralf Schumacher zeigt sich überrascht vom Leistungsabfall der Scuderia. Vor allem der Einbruch gegenüber dem Freitag gibt ihm Rätsel auf: “Das ist eigentlich schon eine große Enttäuschung”, sagt Schumacher bei Sky Deutschland. “Am Freitag waren sie noch eine halbe Sekunde schneller als der Rest der Welt und haben es irgendwie nicht geschafft, das zu halten oder darauf aufzubauen. Alle anderen haben sich weiterentwickelt.” Außerdem kritisierte Schumacher die Strategie des Teams: “Dazu hat Fred Vasseur Lewis zum falschen Zeitpunkt hereingeholt. Auf der Strecke hat Ferrari dadurch wieder eine Position verloren. Das war ein bisschen schade. Ich denke, das kann man morgen auch in Italien lesen.” Leclerc: “Ein enttäuschendes Wochenende” Auch Leclerc macht nach dem Rennen keinen Hehl aus seiner Enttäuschung: “Definitiv nicht. Es war ein enttäuschendes Wochenende”, sagt der Monegasse. Besonders rätselhaft sei für ihn die fast unberechenbare Formkurve der vergangenen Rennen: “Von den letzten drei Rennen gab es zwei, bei denen wir erwartet haben, Probleme zu bekommen, und wir wurden Erster und Zweiter. Das Rennen, bei dem wir dachten, dass wir stark sein würden, haben wir auf den Plätzen vier und fünf beendet.”
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Für Leclerc ist das kein Zufall: “Beide Autos zeigen dieselbe Tendenz. Wir sind an Wochenenden stark, an denen wir eigentlich Schwierigkeiten erwarten, und kämpfen genau dann, wenn wir glauben, konkurrenzfähig zu sein. Das müssen wir verstehen.” Zugleich verweist er auf den misslungenen Start, der den weiteren Rennverlauf entscheidend beeinflusst hat: “Mit einem guten Start hätte das Rennen ganz anders aussehen können. Auf einer Strecke wie dieser gibt es nur wenige Überholmöglichkeiten.” Reifenwahl war aus Leclercs Sicht richtig Beim Start setzte Leclerc auf die weichen Reifen, obwohl ihm nach dem schwierigen Qualifying nur noch bereits angefahrene Softs zur Verfügung standen. “Ich wollte den Vorteil des Soft-Reifens am Start nutzen”, erklärt er nach dem Grand Prix. “Wir waren der Meinung, dass das der richtige Reifen ist. Und ich denke, das Rennen hat gezeigt, dass wir damit richtig lagen. Viele Fahrer sind später ebenfalls auf den Soft gewechselt. Ich glaube nicht, dass der Medium heute besonders gut war.” Dennoch habe Ferrari im Rennen nie konstant überzeugen können. “Wir haben den Preis für den Start bezahlt. Der erste Stint auf den harten Reifen war nicht schlecht, der letzte auf den Softs ziemlich gut. Aber insgesamt gab es zu viele Schwankungen. Genau daran müssen wir arbeiten”, so Leclerc weiter. Zudem gesteht der Monegasse, dass der SF-26 derzeit schwer einzuschätzen sei: “Wir müssen mehr Konstanz mit diesem Auto finden. Manche Stints waren für Lewis schwierig, andere für mich. Es ist schon etwas seltsam, wie wenig die verschiedenen Eindrücke zusammenpassen.” Ferrari sucht nach den Ursachen Auch gegenüber Sky Deutschland räumt Leclerc ein, dass Ferrari die Streckenbedingungen offenbar falsch eingeschätzt habe. “Es ist eine Kombination verschiedener Faktoren”, sagte er.
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“Ich habe die Daten noch nicht gesehen, aber ich hatte das Gefühl, dass ich ungefähr das gemacht habe, was ich machen wollte. Wir haben das Auto allerdings auf ein bestimmtes Gripniveau abgestimmt. Tatsächlich gab es wohl deutlich weniger Grip als erwartet. Dadurch hatte ich viel durchdrehende Räder, und das war sehr schwierig zu kontrollieren”, so Leclerc weiter. Ferrari vs. Mercedes: Enger Kampf oder nur eine Illusion? Video wird geladen… Im Strategie-Video nach dem Großen Preis von China wirft Datenexperte Kevin Hermann einen genauen Blick auf die Zahlen hinter dem Rennen.

Dass Ferrari auf technischen Strecken zuletzt hinter den eigenen Erwartungen zurückbleibt, bereitet dem Monegassen zusätzlich Sorgen. “Ich glaube, Mercedes fährt am Freitag mit ziemlich konservativen Motorprogrammen. Am Samstag waren wir dann schon nicht mehr auf dem Niveau vom Freitag”, erklärt er.
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“Alle erwarten, dass wir auf solchen technischen Strecken besonders stark sind. Aber egal ob in Budapest oder Monaco, wir waren nicht dort, wo wir uns erwartet haben. Wir müssen verstehen, was wir auf diesen Strecken falsch machen, denn aus irgendeinem Grund funktioniert es nicht”, so Leclerc weiter. Vasseur: “Am Sonntag ist alles schiefgelaufen” Teamchef Vasseur machte vor allem die zahlreichen Fehler im Rennen für das enttäuschende Ergebnis verantwortlich. “Wenn man am Freitag Erster und Zweiter ist, erwartet man deutlich mehr als die Plätze vier und fünf”, sagt der Franzose nüchtern. “Wir haben am Sonntag zu viele Fehler gemacht. Angefangen beim Start, dann die Strafe, anschließend hat uns Max auf der Strecke überholt. Bei fast jedem Boxenstopp haben wir wegen zwei oder drei Zehntelsekunden eine Position verloren. Danach verbringt man das ganze Rennen hinter anderen Autos.”  LAT Images Frederic Vasseur nachdenklich nach der Pleite von Ungarn

Die wahre Rennpace sei allerdings nur schwer einzuschätzen gewesen, gibt Vasseur zu. “Lando war heute extrem schnell, deutlich schneller als Oscar. Hinter Oscar waren wir wahrscheinlich etwas schneller. Aber mit diesen Autos ist es sehr schwierig zu beurteilen, wie schnell man wirklich ist, wenn man nicht in freier Fahrt unterwegs ist.” Strategie trotz Rückschlag richtig Auch die Strategie verteidigte der Teamchef. Nach dem schlechten Start habe Ferrari früh reagieren und den Undercut versuchen müssen. “Etwa 20 Runden vor Schluss haben wir durch den Stint von Max erkannt, dass der Soft-Reifen gar nicht so schlecht war. Deshalb haben wir uns für den Soft entschieden, weil wir den ältesten harten Reifensatz im Feld hatten”, so Vasseur.
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Der Teamchef begründet die Strategie weiter: “Nach dem schlechten Start mussten wir etwas versuchen und den Undercut ansetzen. Dadurch muss man seine Entscheidungen früher treffen als die Konkurrenz. Wenn ich heute noch einmal entscheiden müsste, würde ich wieder den Soft wählen.”
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Dass Verstappen schließlich rund 37 Runden auf einem Satz Soft-Reifen absolvieren konnte, habe das Team allerdings überrascht. “Wir hatten erwartet, dass der Reifen vielleicht nur halb so lange hält. Der harte Reifen war deutlich schwieriger als gedacht, aber das haben wir erst sehr spät erkannt. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir auf die Entwicklung nicht mehr reagieren. Das hat wahrscheinlich alle überrascht”, sagt der Ferrari-Teamchef. Meistgelesen in unserem Netzwerk DTM
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