Formel 1: FIA reduziert Strafpunkte nach Kritik der Fahrer
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Die Diskussion um das Strafpunktesystem der FIA hat in der aktuellen Formel-1-Saison zu einer spürbaren Veränderung geführt. Nach Kritik der Fahrer hat der Automobilweltverband seine Richtlinien überarbeitet und den Sportkommissaren deutlich mehr Spielraum bei der Vergabe von Strafpunkten eingeräumt. Das zeigt bereits Wirkung. LAT Images “Causing a Collision” Colapinto und Ocon kommen sich auf der Strecke zu nahe
Nach sieben Saisonrennen wurde lediglich ein einzelner Strafpunkt vergeben (hier zum aktuellen Stand der Strafpunkte). Dieser ging an Franco Colapinto, der in Barcelona unter Gelb nicht ausreichend verlangsamt hatte. Strafen für Zweikämpfe oder klassische Rennzwischenfälle gab es bisher nicht. Grundlage dieser Entwicklung sind neue Vorgaben der FIA, die vor der Saison eingeführt wurden. Während die sportlichen Strafen weitgehend unverändert geblieben sind, wurde der Abschnitt zu Strafpunkten deutlich flexibilisiert. Besonders bei Kollisionen können die Sportkommissare nun frei entscheiden, ob und wie viele Punkte vergeben werden. Möglich sind zwischen null und drei Punkten, abhängig von der Schwere des Vorfalls. Zuvor war in der Regel ein fester Wert vorgesehen. Mehr Spielraum bei Rennsituationen Die neuen Leitlinien sehen darüber hinaus weitere Änderungen vor. Das Abdrängen eines anderen Fahrers von der Strecke führt nur dann zu Strafpunkten, wenn es als rücksichtslos bewertet wird. Das Ignorieren blauer Flaggen wird in der Regel nicht mehr mit Strafpunkten belegt. Lediglich bei eindeutig absichtlichem oder grob fahrlässigem Verhalten bleiben harte Sanktionen mit bis zu vier Strafpunkten bestehen.
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Die Fahrer hatten sich genau diese Änderungen gewünscht. Aus ihrer Sicht waren Strafpunkte in der Vergangenheit zu häufig für normale Rennsituationen vergeben worden. Carlos Sainz erklärt dazu: “Strafpunkte im Lizenzsystem können zu einer Rennsperre führen. Ein Fahrer sollte nur dann eine Sperre bekommen, wenn er dauerhaft gefährlich fährt, Marshals oder Gegner gefährdet oder sich gegenüber der FIA und den Sportkommissaren unangemessen verhält.” “Wenn das passiert, sind wir mit Strafpunkten einverstanden. Aber wir sind der Meinung, dass es dafür keine Strafpunkte geben sollte, wenn niemand gefährdet wird. Solche Verstöße werden ohnehin bereits mit Zeitstrafen geahndet” so Sainz weiter. Verbesserte Zusammenarbeit zwischen Fahrern und FIA Auch innerhalb der Fahrervereinigung wurde die Reform positiv aufgenommen. Die FIA habe sich in den Gesprächen offen gezeigt und die Anliegen der Fahrer berücksichtigt. Die verrücktesten Strafen in der Formel 1
Sainz lobt dabei insbesondere die Zusammenarbeit seit dem Amtsantritt von Rennleiter Rui Marques. Er zieht sogar einen Vergleich zur Ära von Charlie Whiting und sagt: “Ich habe das Gefühl, dass wir seit der Zeit von Charlie Whiting wieder die kooperativste Struktur innerhalb der FIA haben. Die Kommunikation läuft sehr gut und wir werden wirklich gehört.” Auch Bearman sieht Vorteil der neuen Linie Oliver Bearman, der mit acht Strafpunkten derzeit die höchste Belastung im aktuellen Fahrerfeld aufweist, begrüßt ebenfalls den neuen Kurs ausdrücklich. Er betont, dass die frühere Praxis viele Fahrer dazu gebracht habe, im Zweikampf vorsichtiger zu agieren. Bearman sagt: “Wir hatten alle eine ähnliche Denkweise. Strafpunkte wurden in den vergangenen Jahren sehr großzügig vergeben und das hat uns nicht wirklich dazu ermutigt, anzugreifen oder Überholmanöver zu versuchen. Wenn man sich vertut, verliert man ohnehin Zeit im Rennen, aber eine zusätzliche langfristige Strafe ist sehr hart. Für wirklich gefährliche Fehler ist das System aber richtig.” Historische Beispiele für das alte System 2024 war unter anderem Kevin Magnussen betroffen, der nach dem Erreichen von zwölf Strafpunkten den Grand Prix von Sao Paulo aussetzen musste. Fälle wie dieser sollen durch die flexiblere Auslegung künftig besser eingeordnet werden. Video wird geladen…
Auch Zwischenfälle wie die Kollision zwischen Esteban Ocon und Franco Colapinto in China verdeutlichen den neuen Ansatz. Ocon erhielt für den Vorfall zwar eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe, blieb jedoch ohne Strafpunkte. Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Nach den ersten sieben Saisonrennen scheint die von den Fahrern geforderte Anpassung damit den gewünschten Effekt zu haben. Während gefährliches Verhalten weiterhin konsequent geahndet wird, bleiben Strafpunkte bei normalen Rennzwischenfällen mittlerweile die Ausnahme.
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