Hamilton-Comeback reicht nicht: Ferrari kämpft mit den Reifen in Zandvoort

Hamilton-Comeback reicht nicht: Ferrari kämpft mit den Reifen in Zandvoort

 

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Ferrari hatte sich vom Qualifying zum Großen Preis der Niederlande mehr erhofft. Lewis Hamilton startet am Sonntag von Platz fünf, Charles Leclerc von Platz sechs. Auf die Poleposition fehlten Hamilton 0,331 Sekunden, Leclerc lag 0,395 Sekunden zurück.  circuitpics.de Lewis Hamiltons starke letzte Q3-Runde reicht Ferrari nur zu Platz 5

Für die Scuderia ist das Ergebnis vor allem deshalb enttäuschend, weil die Rennpace im Sprint am Vormittag deutlich stärker aussah. Zudem hatte Ferrari nach dem Sprint am Set-up gearbeitet – mit Erfolg, wie Hamilton betont. “Ich war mit dem Auto viel, viel zufriedener”, erklärt der siebenmalige Weltmeister. “Das Auto war viel besser, ich bin viel glücklicher damit und freue mich auf morgen.” Doch im Qualifying blieb Ferrari erneut hinter der Konkurrenz zurück. Das größte Problem sieht Hamilton bei den Reifen. Ferrari hatte Schwierigkeiten, die Pneus unmittelbar auf Temperatur zu bringen. Besonders im ersten Sektor fehlte dadurch Vertrauen. Reifenschonender Ferrari ein Nachteil im Qualifying? “Die Reifen waren heute der größte Schuldige”, sagt Hamilton. “Sie sind im ersten Sektor einfach noch nicht richtig da. Dann werden sie im Laufe der Runde besser.” Für Hamilton bedeutete das einen schwierigen Spagat: Eigentlich wollte er möglichst schnell in die schnelle Runde starten, doch die Reifen benötigten mehr Vorbereitung.
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“Du fährst eine Outlap und eine Vorbereitungsrunde und die Reifen sind in Kurve eins immer noch nicht bereit. Das ist verrückt.” Genau dort verlor Hamilton nach eigener Einschätzung das entscheidende Vertrauen. “Du hast einfach nicht das Vertrauen, Kurve eins voll anzugreifen. Ich denke, das war heute der größte Unterschied.” Teamchef Frederic Vasseur sieht die Situation ähnlich, warnt aber davor, aus dem Ergebnis eine grundsätzliche Schwäche abzuleiten. Die Abstände seien extrem eng. “Wir haben heute sechs Autos innerhalb von ein oder zwei Zehnteln”, erklärt Vasseur. “Gestern waren es vier Autos innerhalb von weniger als einer Zehntel.” In diesem engen Feld könne man von einer Session zur nächsten mehrere Positionen verlieren oder gewinnen. Leclerc: “Kein Potenzial für die Pole” Charles Leclerc war mit Platz sechs ebenfalls nicht zufrieden. Der Monegasse glaubt allerdings nicht, dass ein früherer letzter Versuch die Ausgangslage entscheidend verändert hätte. “Ich glaube nicht, dass die Bedingungen dabei eine Rolle gespielt haben”, sagt Leclerc. Stattdessen habe Ferrari während des Qualifyings zu viel mit den Power-Unit-Einstellungen experimentiert. “Wir haben die Power-Strategien im Qualifying etwas zu stark verändert”, erklärt er. “Dadurch haben wir etwas Performance verloren.”
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Eine Poleposition sei für Ferrari ohnehin nicht realistisch gewesen. “Es gab zu keinem Zeitpunkt im Qualifying das Potenzial für die Pole.” Besonders interessant: Auch Leclerc sieht ein grundsätzliches Muster. Ferrari sei in diesem Jahr häufig im Rennen stärker als im Qualifying. Video wird geladen…  

“Es gibt definitiv eine Tendenz, dass wir im Rennen schneller sind als im Qualifying”, sagt er. “Im Qualifying haben wir meistens etwas mehr Probleme.” Für Zandvoort ist das allerdings ein Nachteil. Denn bereits im Sprint zeigte sich, wie schwierig Überholmanöver auf dem niederländischen Kurs sind. Hoffnung auf die Rennpace Trotz der enttäuschenden Startplätze geht Ferrari mit Zuversicht ins Rennen. Die Pace über längere Distanzen war laut Vasseur stark. “Die Rennpace war gut”, sagt der Ferrari-Teamchef. “Wir konnten heute Morgen auch überholen. Ich denke, die Pace war zumindest gut.”
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Auch Hamilton erwartet, dass Ferrari im Rennen konkurrenzfähiger sein wird. “Ich denke, unsere Rennpace war heute besser”, sagt er. “Das Auto fühlt sich viel besser an. Ich denke, morgen wird es besser.” Für Ferrari wird allerdings die Strategie entscheidend. Gerade weil Überholen in Zandvoort schwierig ist, könnten unterschiedliche Reifenstrategien den Ausschlag geben. Leclerc erwartet deshalb ein schwieriges Rennen von Startplatz sechs, sieht aber durchaus Möglichkeiten. “Realistisch wird es sehr schwierig, auf der Strecke zu überholen”, sagt er. “Aber wir werden unser Bestes geben.” Die Hoffnung ruht dabei auf den Reifen. Ferrari hat im Sprint mit Leclerc bewusst einen anderen Weg eingeschlagen und den Monegassen auf Soft-Reifen starten lassen, während die meisten Konkurrenten auf Mediums setzten.
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Vasseur wertet das Experiment als Erfolg. “Es war ein guter Test und auch ein guter Vergleich zwischen den beiden Autos mit zwei unterschiedlichen Mischungen”, erklärt er. Leclerc konnte am Ende sogar Lando Norris überholen. Für das Rennen könnte diese Erfahrung wichtig werden. Ferrari setzt auf Strategie Leclerc erwartet eine taktisch geprägte Entscheidung über die Reifen. “Die meisten Teams haben zwei Sätze harte Reifen behalten – aus einem Grund”, sagt er. “Ich glaube, die meisten Teams denken, dass sie ein sehr guter Rennreifen sind.” Deshalb dürfte Ferrari zunächst beobachten, wie sich der erste Stint auf dem gewählten weicheren Reifen entwickelt, bevor die endgültige Entscheidung fällt. “Man muss den ersten Stint fahren und sehen, wie sich die weichere Mischung verhält, ob Medium oder Soft, und dann von dort aus eine Entscheidung treffen.”
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Vasseur bleibt ebenfalls optimistisch. Die neue Unterboden-Entwicklung, die Ferrari an diesem Wochenende mitgebracht hat, funktioniere wie erwartet. “Sie funktioniert nach Plan”, sagt er. Ferrari habe seit Saisonbeginn mit den Upgrades gute Erfahrungen gemacht. Meistgelesen in unserem Netzwerk Auto
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Große Sprünge seien allerdings nicht zu erwarten. “Wir bringen inzwischen bei jedem Rennen Upgrades, aber keine großen. Wir erwarten nicht, dass wir pro Rennen fünf Zehntel finden.”

 
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