“Hut ab” vor Liam Lawson: Max Verstappen muss in Zandvoort schwitzen
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Damit hatte wohl selbst Liam Lawson nicht unbedingt gerechnet: Bei seiner Rückkehr ins Red-Bull-Cockpit hat der Neuseeländer in Zandvoort auf Anhieb überzeugt. Für den verletzten Isack Hadjar eingesprungen, qualifizierte sich Lawson beim Qualifying der Niederlande auf Startplatz acht – und war dabei gerade einmal eine Zehntelsekunde langsamer als Teamkollege Max Verstappen. circuitpics.de Liam Lawson kann bei seinem Red-Bull-Comeback in Zandvoort überzeugen
Für Lawson ist das Ergebnis besonders bemerkenswert, weil er erstmals seit seinem kurzen und enttäuschenden Red-Bull-Einsatz Anfang 2025 wieder im Topteam sitzt. Damals wurde er nach nur zwei Rennen durch Yuki Tsunoda ersetzt. In Australien hatte Lawson Platz 18 im Qualifying belegt, in China sogar den letzten Startplatz. Diesmal war die Ausgangslage allerdings eine völlig andere. Lawson verfügt inzwischen über deutlich mehr Formel-1-Erfahrung und kennt die Strecke in Zandvoort bereits. Zudem sei der aktuelle Red Bull deutlich einfacher ans Limit zu bringen als das damalige Auto.
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“Letztes Jahr war das Auto am Anfang einfach extrem schwierig zu fahren”, erklärt Lawson. “Wenn du nicht am Limit warst, war das ein riesiger Verlust an Rundenzeit. Dieses Jahr gibt es viel mehr Faktoren.” “Außer der Power-Unit fühlt sich alles anders an” Die Aufgabe war trotzdem alles andere als einfach. Lawson fährt normalerweise für Racing Bulls und musste sich in kürzester Zeit an den RB22 gewöhnen. Lediglich die Power-Unit ist identisch. “Außer dem Motor fühlt sich wirklich jedes einzelne Ding anders an”, sagt Lawson. “Das Lenkgefühl, wie sich das Auto bewegt, die Balance in den Kurven und natürlich der Grip in schnellen Kurven – alles ist anders.” Auch ergonomisch fühle sich der Red Bull ungewohnt an. Trotzdem arbeitete sich Lawson kontinuierlich näher an Verstappen heran. Sein Ziel für das Wochenende war bewusst einfach formuliert: möglichst nah an den Weltmeister herankommen und von ihm lernen. “Als Fahrer haben wir alle sehr viel Selbstvertrauen”, sagt Lawson. “Ich habe versucht, so gut wie möglich vorbereitet zu sein. Ich wusste, wie schnell das Auto dieses Jahr ist, und wollte einfach so nah wie möglich an Max herankommen.” Genau das gelang ihm. Dabei war die Vorbereitung auf das Qualifying nicht perfekt. In Q2 hatte Lawson zunächst Schwierigkeiten, obwohl er subjektiv eine bessere Runde als zuvor gefahren war. In Q3 fand er dann den entscheidenden Rhythmus. “Heute haben wir es gut umgesetzt”, lautet sein Fazit. Verstappen kämpft mit den alten Problemen Während Lawson Grund zur Freude hatte, war Max Verstappen erneut mit den bekannten Schwierigkeiten seines Red Bull konfrontiert. Nach dem Sprint hatte Red Bull größere Änderungen am Auto vorgenommen – ohne den gewünschten Effekt. “Es ist einfach dasselbe”, erklärt Verstappen. “Es sind dieselben Balance-Probleme, die wir das ganze Wochenende hatten.”
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Die Veränderungen hätten das Auto “leider nicht wirklich” verbessert. Frustriert sei er deshalb allerdings nicht. “Wir haben das im Grunde das ganze Jahr. Es ist nichts Seltsames oder etwas, das plötzlich aufgetaucht ist.” Video wird geladen…
“Wir haben die neue Formel bisher einfach noch nicht richtig getroffen”, sagt Verstappen. “Das sind komplett andere Umstände.” Warum Red Bull beispielsweise beim Rennen in Österreich deutlich konkurrenzfähiger war, kann Verstappen zumindest teilweise erklären. “Wir sind beim Bremsen ziemlich gut. Das hilft dort wahrscheinlich”, sagt der Niederländer. Gleichzeitig gebe es aber “viele Bereiche”, in denen Red Bull noch besser werden müsse. “Hut ab” vor Lawson Dass ausgerechnet Lawson im schwierigen Red Bull so dicht an Verstappen herankam, sorgt im Fahrerlager für Anerkennung. Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock findet klare Worte für die Leistung des Neuseeländers. “Da muss man den Hut ziehen”, sagt Glock bei Sky.
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Lawson sei nach seinem missglückten ersten Red-Bull-Einsatz damals sichtlich angeschlagen gewesen. Nun habe er eine völlig andere Körpersprache gezeigt. “Er ist jetzt wirklich mit einem Selbstbewusstsein ins Auto eingestiegen, hat die Chance genutzt und hat abgeliefert”, lobt Glock. “Nur eine Zehntel hinter Max Verstappen – Hut ab.” Für Lawson selbst ist das Ergebnis eine Art Genugtuung. Er hatte nach seinem frühen Aus bei Red Bull stets betont, dass ihm damals vor allem Zeit gefehlt habe – und nicht das nötige Selbstvertrauen. “Ich wusste immer, dass es unter anderen Umständen anders hätte laufen können”, sagt Lawson nun. “Vielleicht könnt ihr und die Welt es jetzt auch sehen.”
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Über seine Zukunft bei Red Bull will sich Lawson trotzdem keine Gedanken machen. Die kurzfristige Rückkehr sei für ihn vor allem eine Gelegenheit gewesen, eine neue Herausforderung anzunehmen. “Ich bin an diesem Wochenende angekommen und habe nicht wirklich über meine Zukunft nachgedacht”, betont er. “Ich bin weiterhin sehr auf meine Saison fokussiert.”
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