Helmut Marko: Warum in der Formel 1 alle nur vom “Doktor” sprachen

Helmut Marko: Warum in der Formel 1 alle nur vom “Doktor” sprachen

 

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Dass Helmut Markos erfolgreiche Karriere als Formel-1-Manager bald enden könnte, war bereits im März 2025 absehbar. Der damals 81-Jährige antwortete in einem Interview auf dem YouTube-Kanal von , ob er aufhören werde, sollte Max Verstappen irgendwann Red Bull verlassen, so: “Das könnte ein guter Grund sein, ja.”  Getty (Rainer Schlegelmilch) Helmut Marko: Als junger Doktor beim Grand Prix von Österreich 1971 in Zeltweg

Marko hatte zu dem Zeitpunkt noch einen Vertrag als Motorsportkonsulent der Red Bull GmbH, der eigentlich bis Ende 2026 lief. Es war sein erster echter Vertrag in dieser Funktion, die er ab 2003 (zunächst als Chef des Red-Bull-Juniorteams in der Formel 3000) mit Dietrich Mateschitz immer per Handschlag vereinbart hatte. Ende 2025 legte er seine Beratertätigkeit dann zurück. Für Außenstehende überraschend, ein Jahr vor Vertragsende, und obwohl Verstappen Red Bull dann doch nicht in Richtung Mercedes verlassen hatte, was Gerüchten zufolge monatelang im Raum stand. Das Ende einer Ära – nicht nur im österreichischen, sondern auch im internationalen Motorsport. Ein Le-Mans-Sieg für die Geschichtsbücher Marko hinterlässt dort ein bleibendes Vermächtnis. 1971 gewann er auf Porsche die 24 Stunden von Le Mans, mit einem Distanzrekord (Schnitt: 222,304 km/h), der fast vier Jahrzehnte überdauern sollte und erst 2010 überboten wurde. 1971/72 schaffte er den Sprung in die Formel 1 – aber der Vorvertrag mit Ferrari blieb ein Stück Papier. Ein von Ronnie Petersons March aufgewirbelter Stein kostete ihn beim Grand Prix von Frankreich 1972 in Clermont-Ferrand das linke Auge – und die große Rennfahrerkarriere.
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Als Mateschitz’ Mastermind für die Formel 1 führte er Red Bull dann an die Spitze der Formel 1, mit je vier WM-Titeln durch Sebastian Vettel (2010 bis 2013) und Max Verstappen (2021 bis 2024). Und in den Paddocks dieser Welt wurde er zumindest von vielen seiner Mitarbeiter und deutschsprachigen Journalisten nur ehrfurchtsvoll “der Doktor” genannt. Die Ära von Helmut Marko bei Red Bull

Marko hatte gemeinsam mit seinem Jugendfreund Jochen Rindt, Formel-1-Weltmeister von 1970, das Gymnasium in Bad Aussee besucht – und wollte danach erstens Rennfahrer werden und zweitens Wirtschaft studieren. “Da bei uns die finanziellen Möglichkeiten für eine Rennsportkarriere nicht vorhanden waren, musste ich zuerst eine Ausbildung abschließen, bevor ich mich voll dem Rennsport widmen konnte”, erinnert er sich in seinem Absolventenporträt im Archiv der Universität Graz. Warum Marko Jus und nicht Wirtschaft studiert hat Aber an der Grazer Uni gab es in den 1960er-Jahren noch kein Wirtschaftsstudium, also entschied er sich stattdessen für Jus (Rechtswissenschaften). Marko promovierte 1967, war damit quasi offiziell “Dr. Helmut Marko” – und düste direkt nach der Promotionsfeier nach Langenlebarn in Niederösterreich, um dort ein Formel-V-Rennen zu fahren. Bei dem er übrigens Zweiter wurde. Was viele jüngere Formel-1-Fans nicht wissen: Marko war an den Rennstrecken Europas, die er meist gemeinsam mit Rindt unsicher machte, schon damals nur noch “der Doktor”. Dabei übte er seinen Beruf als Jurist in der Praxis streng formell gesehen aus – abgesehen von Beratertätigkeiten für Rennställe, für die sein rechtswissenschaftlicher Background stets nützlich war. Mit seinem Spitznamen hatte der Steirer nie ein Problem, wie er jetzt in einem Interview mit der Österreichausgabe der Wochenzeitung Die Zeit verrät: “In meiner ersten Rennsaison, Anfang 1967, haben die Veranstalter den ‘Doktor’ in die Programmhefte geschrieben. Hätte ich mich dagegen wehren sollen? Irgendwann ist es dann zu einem Markenzeichen geworden”, grinst er.
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Erst viel später tauchte in der Formel 1 mit Jonathan Palmer ein weiterer Doktortitel (Medizin) in der Teilnehmerliste auf – und als 1999 BMW in die Königsklasse des Motorsports einstieg, war Dr. Mario Theissen neben Marko-Schützling Gerhard Berger Teil einer Doppelspitze als BMW-Motorsportdirektor. Auch Theissen (Maschinenbau und Fahrzeugtechnik) wurde von vielen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oft nur “der Doktor” genannt.  Getty (Rainer Schlegelmilch) Helmut Marko im Marlboro-gesponserten BRM beim Grand Prix von Monaco 1972

Aber Marko war, zumindest seiner eigenen Erinnerung nach, der erste promovierte Fahrer in der Formel 1. Und auch wenn er nie als klassischer Anwalt praktiziert hat, war er immer froh darüber, das Studium abgeschlossen zu haben, denn: “Nützlich war mir der Titel schon. Er hat verhindert, dass man mir als Juristen den allergrößten Unsinn erzählt hat. […] Bei den Verträgen mit Fahrern und Sponsoren war mir mein Studium sehr hilfreich.” Nichts übrig für die Schickeria der Formel 1 Doch anders als Weggefährten wie Christian Horner, die mit der Schickeria der Formel 1 nicht nur gefeiert haben, sondern selbst ein Teil davon wurden, konnte Marko mit den Reichen und Schönen etwa in Monaco oder Singapur nie etwas anfangen. Nur ganz selten ließ er sich auf VIP-Partys blicken: “Mindestens die Hälfte dieser Leute habe ich gar nicht erkannt”, sagt der Österreicher. “Dieser Teil der Formel 1 hat mich einfach nie interessiert.”
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Gleichzeitig genoss er in seiner leitenden Funktion sehr wohl den Luxus, gehobener zu reisen als die meisten Mitarbeiter des Red-Bull-Teams. Er habe “ein Leben in einer privilegierten Welt” gelebt, sagt Marko und erklärt: “Sie wohnen in den besten Hotels, fliegen First Class und kümmern sich ansonsten darum, einen Rennwagen immer schneller und schneller zu machen.” Anders als Landsleute wie Toto Wolff oder Gerhard Berger hatte Marko auch nie eine Wohnung im Steuerparadies Monaco: “Ich könnte nie in Monte Carlo leben”, winkt er ab. “Wenn dort gerade keine Veranstaltung ist, dann ist das eher eine ruhigere Stadt. Und während des Formel-1-Rennens ist plötzlich alles voll. Das will ich alles nicht. Da nehme ich die Steuern in Kauf, die ich in Österreich zahle.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Langstrecke
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Lebensmittelpunkt des 83-Jährigen ist immer noch Graz, die steirische Landeshauptstadt – praktischerweise nur rund eine Autostunde vom Red-Bull-Ring in Spielberg entfernt. Markos Büro befindet sich am Ufer der Mur, direkt gegenüber seines Schlossberghotels. Dort, wo einst zahlreiche Formel-1-Verträge verhandelt wurden, verwaltet “der Doktor” heute nur noch seine Immobilien. Und zischt vermutlich immer noch die eine oder andere Dose Red Bull aus dem Office-Kühlschrank …

 
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