Horner fordert neues Fanerlebnis: Zuschauer sollen an die Boxenmauer

Horner fordert neues Fanerlebnis: Zuschauer sollen an die Boxenmauer

 

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Christian Horner schlägt eine neue Art vor, Formel 1 zu verfolgen: Fans sollen virtuell auf der Boxenmauer ihres Lieblingsteams Platz nehmen und miterleben können, wie strategische Entscheidungen zustande kommen. Der frühere Red-Bull-Teamchef sieht großes Potenzial darin, Zuschauern mehr Einblicke in die Abläufe während eines Rennens zu geben.   Christian Horner will Fans virtuell an die Boxenmauer holen

Beim Autosport Business Exchange in New York erklärte Horner, wie sehr sich seine Perspektive verändert hat, seit er die Grands Prix erstmals nicht mehr aus der Sicht eines Teamchefs verfolgt. Nachdem er Red Bull im Juli 2025 verlassen hatte, erlebte der Brite die vergangenen 15 Monate als Zuschauer. Dabei fiel ihm vor allem auf, wie groß die Informationslücke zwischen der Boxenmauer und dem Fernsehpublikum ist. Während die Teams Zugriff auf umfangreiche Daten, Strategieanalysen und Informationen über die Konkurrenz haben, müssen sich Zuschauer vor allem auf die Fernsehbilder, Grafiken und Kommentare verlassen.
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“Für mich war es aber auch eine andere Perspektive. Als Fan und Zuschauer habe ich plötzlich Rennen mit Kommentatoren verfolgt, die ich 25 Jahre lang nicht gehört hatte”, so Horner. “Nachdem ich an der Boxenmauer in dieser Art Kokon mit all den Informationen, dem Wissen, den Strategien und den Analysen der Konkurrenz gesessen hatte, hatte ich plötzlich nur noch den Bildschirm, die Kommentatoren und die verschiedenen Grafiken, die erklärten, was gerade passierte.” Horner: “Es gibt noch so viel mehr, das man zeigen könnte” Aus dieser Erfahrung leitet Horner eine klare Forderung ab: Die Formel 1 sollte stärker offenlegen, was hinter den Kulissen eines Rennens passiert. Gerade bei strategischen Entscheidungen gebe es deutlich mehr zu zeigen, als derzeit im TV zu sehen sei. “Es fühlt sich so an, als gäbe es noch so viel mehr, das man offenlegen könnte”, erklärt er. Die Teams hätten allerdings wenig Interesse daran, ihre Arbeitsweise transparent zu machen. “Sie wehren sich dagegen, weil sie ihr geistiges Eigentum und ihren Wettbewerbsvorteil nicht preisgeben wollen.” Video wird geladen…  

Horner sieht darin einen Konflikt zwischen den Interessen der Rennställe und den Erwartungen des Publikums. Fans wollten zunehmend Daten und detaillierte Informationen darüber, wie sich ein Rennen entwickelt, welche Strategien verfolgt werden und wie die Teams auf ihre Gegner reagieren. “Wenn ich meine Erfahrung auf der Boxenmauer mit der eines Zuschauers vergleiche, ist es erstaunlich, wie viel mehr an Informationen über die Konkurrenz, Strategien, den Rennverlauf und die Kommunikation verfügbar wäre”, sagt Horner. “An der Boxenmauer passiert all das natürlich bereits. Ich glaube deshalb wirklich, dass man diesen Bereich stärker nutzen könnte, um den Zuschauern ein noch besseres Erlebnis zu bieten.” Virtuell an der Boxenmauer des Lieblingsteams Auf die Frage, wie sich das konkret umsetzen ließe, bringt Horner ein interaktives Angebot ins Spiel. Zuschauer könnten sich virtuell einer bestimmten Mannschaft anschließen und deren strategische Diskussionen verfolgen – statt nur das Ergebnis einer Entscheidung präsentiert zu bekommen.
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“Vielleicht könnte man es interaktiv gestalten. Warum sollte man nicht virtuell an der Boxenmauer seines Lieblingsteams sitzen und verstehen können, wie die Verantwortlichen zu ihren Entscheidungen kommen und welche Diskussionen sie führen?”, fragt der Brite. Allerdings ist Horner bewusst, dass ein solches Konzept für die Teams heikel wäre. Als Verantwortlicher eines Rennstalls hätte er selbst wohl dagegen argumentiert, die internen Abläufe einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Schließlich könnten Informationen über Strategieüberlegungen oder die Bewertung der Konkurrenz auch für Rivalen interessant sein. “Als Team hätte ich dagegen argumentiert, weil man diese Informationen nicht preisgeben möchte”, räumt Horner ein. Für ihn überwiegt jedoch die Notwendigkeit, das Zuschauererlebnis weiterzuentwickeln. Formel 1 darf sich nicht auf dem Erfolg ausruhen Horner verweist dabei auch auf die wachsende Vielfalt des F1-Publikums. Insbesondere die Netflix-Serie Drive to Survive habe eine neue Generation von Fans erreicht und der Königsklasse zusätzliche Aufmerksamkeit verschafft.
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“Letztendlich ist Sport Unterhaltung, und inzwischen gibt es so viel Konkurrenz”, sagt Horner. “Die Formel 1 hat sich in eine unglaubliche Position gebracht. Sicherlich haben wir durch die Netflix-Serie eine ganz neue Generation und unterschiedliche Gruppen von Fans gewonnen.” Für Horner ist dieser Erfolg allerdings kein Grund, sich zurückzulehnen. Die Formel 1 müsse weiter nach neuen Wegen suchen, ihr Publikum einzubinden und den Sport verständlicher sowie spannender zu vermitteln.
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“Sie muss sich ständig weiterentwickeln. Sie darf nicht stagnieren, und sie befindet sich gerade in einer so guten Position. Sie darf nicht stehen bleiben – und ich bin sicher, dass sie das auch nicht tun wird. Aber man muss sich weiterentwickeln”, betont er.

 
Formel1.de 

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