“Nicht verstanden”: Charles Leclerc übt Kritik an Ferrari-Strategie in Zandvoort

“Nicht verstanden”: Charles Leclerc übt Kritik an Ferrari-Strategie in Zandvoort

 

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Die Strategie von Ferrari sorgte beim Großen Preis der Niederlande für Diskussionen. Dort zeigte sich nicht nur Lewis Hamilton unzufrieden mit der Taktik seiner Ferrari-Crew, sondern auch Teamkollege Charles Leclerc. Der Monegasse war überzeugt, dass ihm ein möglicher Podestplatz genommen wurde.  LAT Images Leclerc hat sich über die Ferrari-Strategie in Zandvoort beschwert

“Ich habe nicht wirklich verstanden, warum wir so kurz nach dem Boxenstopp von George Russell an die Box kommen mussten”, grübelte der Monegasse nach dem Rennen gegenüber Sky Sports. “Denn damit war eigentlich klar, dass wir hinter George ins Ziel kommen würden.” “Bei einem Unterschied von zwei oder drei Runden hätte ich meiner Meinung nach nicht viel ausrichten können, und ich hatte das Gefühl, dass in meinen Reifen noch etwas mehr drin war.” Leclerc lag weniger als eine Sekunde hinter Russell, als der Mercedes-Pilot am Ende der 40. Runde in die Boxengasse abbog. Welchen Strategiefehler Ferrari in Zandvoort gemacht hat Der Ferrari-Pilot hätte seinen ersten Stint potenziell verlängern können, um gegenüber seinem Konkurrenten einen ausreichenden Unterschied bei der Reifenlebensdauer herauszufahren. Dass diese Taktik funktionieren kann, stellte Lando Norris unter Beweis, der sich auf diesem Weg den Sieg sicherte. Teamwork und Widerstand: Mercedes stärkt Kimi, Hamilton sauer auf Leclerc I F1 Rennen Zandvoort 2026 Video wird geladen…  

Der McLaren-Pilot hatte fast das gesamte Rennen hinter Kimi Antonelli festgesteckt. Seinen letzten Boxenstopp absolvierte er sieben Runden später als der Italiener – und schloss anschließend schnell zum Mercedes auf. Norris überholte ihn schließlich dank Reifenvorteil und feierte seinen zweiten Saisonsieg.
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Ferrari holte Leclerc dagegen nur drei Runden nach Russell an die Box. Im Gespräch mit den Medien nach dem Rennen machte der Monegasse deutlich, dass er mit diesem Vorgehen den Kampf gegen den Mercedes praktisch aufgegeben sah. “Ich war sehr überrascht, so früh an die Box zu kommen, als wir genau das gemacht hatten, was wir wollten”, sagte er. “George kam an die Box, und das war für uns der Zeitpunkt, fünf oder zehn Runden länger draußen zu bleiben, einen Reifenvorteil aufzubauen und am Ende wieder auf George aufzuschließen.” Wurde Leclerc wegen Hamilton früher reingeholt? “Leider wurde mir zwei Runden später gesagt, dass ich an die Box kommen soll, was ich dann, glaube ich, drei Runden später auch gemacht habe.” Ein möglicher Faktor dafür, dass Leclerc früher als gewünscht hereingeholt wurde, könnte Lewis Hamilton gewesen sein. Zandvoort: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion

Der Brite verfolgte eine andere Strategie, holte in diesem Moment auf seinen Teamkollegen auf und forderte Ferrari deshalb auf, die Positionen der beiden Autos zu tauschen. Ob Leclerc tatsächlich an die Box beordert wurde, um Hamilton nicht aufzuhalten, bleibt unklar. Fest steht jedoch, dass Leclerc selbst lieber draußen geblieben wäre. “Ich muss mir noch einmal ansehen, wie die Situation ausgesehen hat”, sagte der Monegasse auf die Frage, ob er bereit gewesen wäre, die Position mit Hamilton zu tauschen und seinen Stint zu verlängern. “Aber ich war glücklich damit, länger draußen zu bleiben.” Die erste Aufforderung von Ferrari zum Boxenstopp kam in Runde 42, wobei Leclerc zunächst mit einer deutlichen Frage an seinen Renningenieur reagierte: “Was meinst du? Das zerstört mein Rennen, wenn ich zwei Runden nach Russell an die Box komme.” Formel-1-Quiz
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Benetton Red Bull Sauber Ferrari Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Darauf erhielt der Ferrari-Pilot keine eindeutige Antwort. Er fuhr an der Boxeneinfahrt vorbei und schien damit gegen die Entscheidung zu protestieren – nur um in der folgenden Runde erneut zum Stopp aufgefordert zu werden: “Also Box, Charles, Box. Es werden harte Reifen.” Lewis Hamilton profitiert vom virtuellen Safety-Car Nach seinem Stopp kam Leclerc mit einem Rückstand von rund sechs Sekunden auf Russell aus der Boxengasse. Zwölf Runden später hatte er die Lücke auf weniger als zwei Sekunden reduziert. Der Geschwindigkeitsunterschied war allerdings zu gering, um auf der Strecke ernsthaft mit einem Überholmanöver rechnen zu können.
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Damit hätte Leclerc zumindest noch um Platz vier kämpfen können, denn Ferrari ließ Hamilton auf der Strecke und versuchte, ihn bis zum Rennende draußen zu halten. Angesichts des vorhandenen Geschwindigkeitsunterschieds wäre der Brite jedoch vermutlich ohnehin hinter Russell und Leclerc zurückgefallen.  LAT Images Ohne das virtuelle Safety-Car wäre Hamilton wohl hinter Leclerc gelandet

Das virtuelle Safety-Car in Runde 55 eröffnete Ferrari schließlich die Gelegenheit, Hamilton an die Box zu holen. Auch Leclerc stoppte erneut und war damit endgültig auf Platz fünf festgelegt. Zwar schloss er am Rennende noch zu seinem Teamkollegen auf, der seinerseits Russell jagte, doch beide Ferrari-Piloten überquerten die Ziellinie hinter dem Mercedes. Warum Ferrari die Undercut-Chance verpasst hat Der Große Preis der Niederlande wurde für Ferrari zu einem Rennen, in dem das starke Tempo aus mehreren Gründen nicht in ein entsprechend gutes Ergebnis umgemünzt werden konnte. Leclercs Rennen hätte eine deutlich andere Wendung nehmen können, wenn er beim Restart seine Position gegen Oscar Piastri nicht verloren hätte.
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Weil er während seines ersten Stints hinter dem Australier festhing, konnte Leclerc das Potenzial seines Ferrari nicht nutzen, um die Führenden unter Druck zu setzen. Ferrari verzögerte seinen ersten Boxenstopp und setzte anschließend auf die Medium-Mischung – anders als Piastri, der auf harten Reifen unterwegs war -, um Leclerc den Angriff auf den McLaren zu ermöglichen. Ein langsamer Boxenstopp kostete jedoch zusätzlich Zeit, sodass Leclerc die Boxengasse sechs Sekunden hinter dem Australier verließ. Nur sechs Runden später hatte er Piastri wieder eingeholt und konnte ihn in Runde 34 schließlich überholen.  LAT Images Charles Leclerc war von der Ferrari-Strategie nicht überzeugt

Russell lag zu diesem Zeitpunkt lediglich drei Sekunden vor ihm. Leclerc schloss damit genau rechtzeitig auf, um Ferrari eine Chance auf einen Undercut gegen den Mercedes zu eröffnen. Wie Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur nach dem Rennen erklärte, war dies zunächst auch der Plan gewesen – doch die Strategen der Scuderia zögerten.
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“Ich denke, es geht sehr viel um die Ausführung”, räumte Vasseur gegenüber Sky ein. “Das Tempo war gut und meiner Meinung nach sogar stark im Vergleich zu Mercedes. Das Problem war, dass wir beim zweiten Start die Position an Piastri verloren haben.” “Wir hingen hinter ihm fest und haben viel Zeit verloren. Als wir schließlich vor ihm waren, lagen wir irgendwann ziemlich nah dran, den Undercut gegen Russell zu schaffen. Aber da war eine Gruppe von Autos, es herrschte etwas Verwirrung – und wir haben es nicht gemacht.” Warum auch der Undercut nicht zwingend funktioniert hätte “Es ist unser Fehler, mein Fehler. Aber insgesamt geht es eher um die Ausführung.” Am Ende der 40. Runde wies Ferrari Leclerc an, “entgegengesetzt zu Russell” zu handeln. Doch als der Mercedes-Pilot an die Box kam, war die Gelegenheit für den Undercut bereits verstrichen. Anzeige Scuderia Ferrari Fanartikel
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Obwohl Vasseur einräumte, dass es ein Fehler gewesen sei, Leclerc nicht eine Runde früher hereinzuholen, hätte selbst dieser Schritt wohl nicht zum gewünschten Ergebnis geführt. Der Ferrari-Pilot wäre direkt hinter einer Gruppe überrundeter Autos auf die Strecke zurückgekehrt, darunter Carlos Sainz, Franco Colapinto und Arvid Lindblad. Sie hätten ihn auf seiner Outlap ausbremsen und die Undercut-Chance zunichtemachen können.
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Leclercs einzige wirkliche Möglichkeit auf Platz drei bestand anschließend darin, seinen zweiten Boxenstopp möglichst weit hinauszuzögern und gegenüber Russell einen ausreichenden Reifenvorteil aufzubauen. Ferrari entschied sich letztlich jedoch dagegen und verpasste mit beiden Autos das Podium. Ferrari verliert das Zandvoort-Rennen schon im Qualifying Wie Leclerc nach dem Rennen selbst anmerkte, schöpfte Ferrari die Möglichkeiten seiner Strategie wahrscheinlich nicht vollständig aus. Das größere Problem der Scuderia in Zandvoort war allerdings, dass sie ihr starkes Renntempo am Sonntag nicht in ein entsprechendes Ergebnis umsetzen konnte – vor allem wegen der schlechten Ausgangslage, nachdem Ferrari im Qualifying Schwierigkeiten hatte, mit den Konkurrenten mitzuhalten.
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Mit Hamilton und Leclerc in der dritten Startreihe auf einer Strecke, auf der Überholen besonders schwierig ist, blieb Ferrari kaum etwas anderes übrig, als die Gegner über die Strategie zu schlagen. “Ich meine, ehrlich gesagt war es ein frustrierendes Rennen”, sagte Leclerc. “Denn die Dinge liefen aufgrund von Dingen, die wir nicht wirklich kontrollieren können, in die falsche Richtung. Das Timing des virtuellen Safety-Cars war für uns nicht besonders gut. Aber am Ende des Tages denke ich, dass das Tempo stark war.”
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“Wir hatten ein gutes Überholmanöver gegen Oscar, und ich denke, auch das Reifenmanagement war gut”, sieht der Ferrari-Pilot immerhin einige positive Aspekte. “Das, was wir verstehen müssen, ist unser Tempo im Qualifying. Genau dort fehlt es uns im Moment wirklich.”

 
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