Set-up oder Strecke? Warum George Russell wieder vor Kimi Antonelli steht

Set-up oder Strecke? Warum George Russell wieder vor Kimi Antonelli steht

 

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George Russell stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, als er nach dem Qualifying zum Grand Prix von Barcelona-Katalonien 2026 (das Rennen hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!) vor die Presse trat. Dann sagte er: “Ich fühlte mich wieder wie mein altes Ich. Und das war für mich das Entscheidende.”  LAT Images George Russell steht in Barcelona vor Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli

Denn hinter Russell liegen zermürbende Wochen: Seit seinem Auftaktsieg in Australien lief nicht mehr viel zusammen für den Mercedes-Fahrer, der vor Saisonbeginn als klarer WM-Favorit gehandelt wurde. Doch nicht Russell setzte ab China zu einer Siegesserie an, sondern dessen Teamkollege Kimi Antonelli – mit fünf Siegen in Folge, und Russell strauchelte. Deshalb war es vor Barcelona Zeit für einen persönlichen Reset, wie Russell betont: “Nach den schwierigen letzten Wochen bin ich jetzt zu einem Ansatz zurückgekehrt, von dem ich weiß, dass er für mich funktioniert.” Was Russell konkret anders gemacht hat in Barcelona Laut Mercedes-Teamchef Toto Wolff handelt es sich vor allem um einen technischen Ansatz: “George konzentrierte sich darauf, das Auto so einzustellen, wie es ihm gefällt”, sagte Wolff bei Sky. Das steht im Kontrast zu den vergangenen Wochen, in denen sich Russell mehr und mehr an die Abstimmung von Antonelli angelehnt hatte – aber ohne den gewünschten Erfolg.
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“Ich glaube, dass mich dieses ständige Kopieren und Übernehmen von Dingen wahrscheinlich eher zurückgeworfen hat”, sagte Russell. “Deshalb bin ich an diesem Wochenende wieder meinen eigenen Weg gegangen. Genau das habe ich in den vergangenen Jahren immer getan.”  LAT Images George Russell im Mercedes W17 im Qualifying in Barcelona 2026

In Barcelona machte sich die veränderte Herangehensweise sofort positiv bemerkbar: “Ich lag praktisch immer in den Top 2 und habe mich selbstbewusst und wohl gefühlt”, sagte Russell. “Ganz ehrlich: Ich bin einfach froh, wieder meinen Rhythmus gefunden zu haben. Das ist wichtiger als die Poleposition.” Warum man in der Saison 2026 leicht falsch abbiegt Er habe im W17 jetzt wieder das gleiche Gefühl “wie zu Beginn des Jahres während der Wintertests”, erklärte Russell. Dieses Gefühl habe er in Miami verloren. “Ab da ging plötzlich alles deutlich schwieriger. Aber heute können meine Ingenieure und ich akzeptieren, dass wir in den zurückliegenden drei Rennen wahrscheinlich ein paar falsche Entscheidungen getroffen haben.” Das könne in der modernen Formel 1 leicht passieren, betonte Russell: “Diese Autos sind unglaublich komplex, die Reifen sind komplex, die Antriebseinheiten sind komplex. Es ist schwierig, alle Faktoren wirklich zu beherrschen. Und wenn du dann noch jemanden neben dir hast, der so starke Leistungen zeigt, dann versuchst du natürlich ständig, dich zu verbessern.” Villeneuve zweifelt an der echten Trendwende Das ist Russell in Barcelona eindrucksvoll gelungen: Er nahm Antonelli im Qualifying mehr als drei Zehntelsekunden ab – mehr denn je in der Formel-1-Saison 2026. Doch der frühere Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve glaubt nicht, dass das einzig auf Russells veränderten Ansatz zurückzuführen ist. Bei Sky sagte Villeneuve: “Ich glaube, er wusste schon vor dem Wochenende, dass ihm Barcelona etwas mehr liegen würde als seinem Teamkollegen. Denn die Strecke bietet wenig Grip, und wenn das Set-up nicht perfekt passt, kann man das nicht einfach mit dem Fahrstil kompensieren. Das ist sehr schwierig, und man muss extrem präzise fahren.” Anders als Russell habe Antonelli Schwierigkeiten bei solchen Bedingungen. “Antonellis Fahrstil passt besser zu Stop-and-go-Strecken”, erklärte Villeneuve. “Er bremst sehr tief in die Kurve hinein, lenkt früh ein, dreht das Auto früh um den Scheitelpunkt und geht dann wieder aufs Gas.” Video wird geladen…  

“Der elektrische Teil der Antriebseinheit zieht ihn aus der Kurve heraus, und er fährt mit einem extrem weich abgestimmten Heck. Das führt normalerweise zu viel Untersteuern, und genau das funktioniert auf dieser Strecke nicht. Diese Strecke erzeugt ohnehin viel Untersteuern, gleichzeitig kann das Heck aber plötzlich ausbrechen. Der flüssigere Fahrstil von Russell funktioniert hier besser.”
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Sky-Experte Ralf Schumacher sieht das ähnlich: “Die Strecke verleitet dazu, dass man sehr schnell in die Kurven reinfährt. Ich glaube, Kimi hadert damit, während dieser flüssige Fahrstil von George hier sehr gut zum Auto passt. Er war von Anfang an schnell, und das gibt dem Fahrer auch ein gutes Gefühl.” Laut Wolff machen “Winzigkeiten” den Unterschied aus Mercedes-Teamchef Wolff will dieser Theorie jedoch nicht zu viel Bedeutung beimessen. Bei Sky sprach er von “Winzigkeiten”, die zwischen Antonelli und Russell den Unterschied ausmachen. “Es sind fünf oder zehn Meter – unheimlich wenig”, sagte Wolff. Die Analyse von GP-Tempo zeichnet ein ähnliches Bild: Legt man die Telemetriedaten der jeweils schnellsten Runden von Russell und Antonelli übereinander, sind auf den ersten Blick keine eklatanten Unterschiede erkennbar – außer beim zeitlichen Abstand. Tatsächlich hat Antonelli zwischendurch sogar leichte Vorteile: Bei Kurve 5 liegt er vor Russell.
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Nach Kurve 5 aber übernimmt Russell das Zepter und holt vor allem im kurvenreichen dritten Sektor viel Zeit auf Antonelli heraus. Die Daten zeigen zum Beispiel: Russell ist vor Kurve 10 länger auf dem Gas und beschleunigt auch besser. Außerdem nimmt er bis zwölf km/h mehr Speed mit in die Zielkurve. Wie Antonelli seinen Rückstand auf Russell erklärt Am Ende der Runde bedeutet das 0,319 Sekunden Rückstand für Antonelli, der ein “etwas schwieriges Wochenende” einräumt. “Ich hatte bisher eigentlich nicht das richtige Gefühl für das Auto”, sagte der WM-Spitzenreiter. “Der Longrun am Freitag war stark und positiv, aber im Qualifying hat mir etwas gefehlt. Ich kämpfe mit dem Fahrgefühl des Autos.” Außerdem gestand Antonelli persönliche Fehler ein: “Teilweise habe ich die Kurven etwas zu aggressiv attackiert. Und in meiner letzten Runde habe ich im letzten Sektor praktisch alles verloren. Ich hatte ein paar größere Rutscher, und die Reifen haben dann einfach nicht mehr mitgespielt.” Was sich mit der Datenanalyse von GP-Tempo deckt. Wie schwer wiegt die “Freitags-ZZwangspause”? Bei Sky warb Wolff um Verständnis für Antonelli und dessen Situation an diesem Wochenende: “Kimi musste das erste Freie Training auslassen. Und wenn es dann so eng ist, läufst du dem [Erfahrungsrückstand] natürlich ein bisschen hinterher.”
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Lag Antonellis Rückstand also nur daran, dass er am Freitag zugunsten von Mercedes-Reservist Frederik Vesti pausieren musste? “Schwer zu sagen”, meinte Antonelli. “Vielleicht ein bisschen.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Langstrecke
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“Um ehrlich zu sein: An diesem Wochenende fehlte mir insgesamt einfach die Geschwindigkeit auf eine schnelle Runde. Deshalb weiß ich nicht, wie groß der Unterschied wirklich gewesen wäre.”

 
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