Szafnauer: Silverstone eine wichtige Lektion für Kimi Antonelli

Szafnauer: Silverstone eine wichtige Lektion für Kimi Antonelli

 

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Nach dem schwierigen Rennwochenende von Kimi Antonelli beim Grand Prix von Großbritannien haben mit Otmar Szafnauer und Martin Brundle zwei prominente Stimmen die Leistung des Mercedes-Piloten eingeordnet. Beide sehen das Rennen in Silverstone trotz des enttäuschenden Ergebnisses als wichtige Lernerfahrung für den 19 Jahre alten WM-Spitzenreiter.  LAT Images Kimi Antonelli und ein lehrreicher Großbritannien-Grand-Prix

Antonelli hatte in Silverstone zunächst ein starkes Wochenende gezeigt. Nach seinem ersten Sprintsieg am Samstag, bei dem er Lewis Hamilton souverän überholte, sicherte sich der Italiener auch die Poleposition für den Grand Prix. Im Rennen fiel er nach dem Start zunächst hinter Charles Leclerc und Hamilton auf Rang drei zurück, hielt sich jedoch, im Vergleich zu Leclerc, mit einem um zehn Runden längeren ersten Stint in aussichtsreicher Position für den Kampf um den Sieg. Technischer Defekt beendet die Sieg-Chancen Die Wende kam in Runde 41, als sich eine Radabdeckung an seinem Mercedes löste und die Lenkung beeinträchtigte. Das Team wechselte beim Boxenstopp zwar Frontflügel, Nase und Reifen, das eigentliche Problem blieb jedoch bestehen. Antonelli musste wenig später erneut an die Box.
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Trotz der Schäden setzte Antonelli das Rennen fort und kämpfte weiter um mögliche WM-Punkte. Am Ende verhinderten jedoch die technischen Probleme, sowie eine Zeitstrafe wegen wiederholter Überschreitung der Streckenbegrenzungen ein besseres Resultat. Antonelli wurde schließlich als 15. gewertet und blieb erstmals seit längerer Zeit ohne Punkte. Szafnauer: Schumacher war in solchen Situationen ein Vorbild Für den ehemaligen Alpine-Teamchef Otmar Szafnauer gehört der Umgang mit einem beschädigten Auto zu den Fähigkeiten, die ein Fahrer erst mit zunehmender Erfahrung entwickelt. Im Podcast “High Performance Racing” erklärt Szafnauer: “Das könnte alles Teil des Lernprozesses sein. Es gehört dazu, in diesem Sport zu wachsen. Michael Schumacher war darin ein Genie, ein beschädigtes Auto ins Ziel zu bringen. Es spielte keine Rolle, was kaputt war. Es gab Rennen, in denen ihm nur noch der fünfte Gang zur Verfügung stand.” Silverstone: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion

Weiter sagt er: “Und trotzdem brachte er das Auto ins Ziel. Er war darin wirklich außergewöhnlich gut. Manche Fahrer beherrschen das, andere müssen es erst lernen. Ich sage nicht, dass Kimi das nicht kann, aber vielleicht ist es etwas, das er sich in Zukunft noch aneignen muss.” Szafnauer ist überzeugt, dass diese Fähigkeit für den Kampf um Weltmeisterschaften entscheidend sein kann. “Wenn man das beherrscht, dann hat man eine weitere Stärke, die man braucht, um Weltmeisterschaften zu gewinnen.” Brundle sieht Kommunikationsproblem als wichtige Lektion Auch Sky-Sports-Experte Martin Brundle wertete den Großbritannien-Grand-Prix als wichtige Lektion für Antonelli. Seiner Ansicht nach lag das Problem nicht nur am technischen Defekt, sondern auch an der Kommunikation zwischen Fahrer und Team.
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“Es war herzzerreißend für ihn, aber zugleich eine weitere Lektion, weil er seinem Team auf dem Weg an die Box seine Probleme nicht klar genug geschildert hat”, schreibt Brundle in seiner Kolumne. “Das Team tauschte die schnell und einfach zu wechselnden Teile wie Nase, Frontflügel und Reifen aus und schickte ihn wieder auf die Strecke. Doch das störende Karosserieteil blockierte weiterhin die Lenkung, sodass er zwei Runden später erneut an die Box musste.”
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Brundle lobt den Kampfgeist des jungen Italieners: “Kimi hielt durch. Obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch auf Rang zehn lag und damit einen möglicherweise wichtigen WM-Punkt in Reichweite hatte, zeigte er trotz der Probleme wieder ein bemerkenswertes Tempo.” Brundle kritisiert FIA und die Strafe wegen Track Limits Kritisch äußert sich der frühere Formel-1-Fahrer dagegen zur anschließenden Fünf-Sekunden-Strafe wegen mehrfachen Verlassens der Strecke. “Mit seinen Problemen war er fünfmal neben der Strecke und erhielt deshalb eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen der Streckenbegrenzungen. Diese Regel sollte angepasst werden.” “Strafen wegen der Streckenbegrenzungen sind dafür gedacht, wenn sich Fahrer durch das Abkürzen oder weite Herausfahren einen Vorteil verschaffen. Sie sollten nicht angewandt werden, wenn ein Fahrer lediglich versucht, mit einem technischen Defekt das Auto unter Kontrolle zu halten oder einem anderen Fahrzeug auszuweichen”, erklärt Brundle weiter.
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Für Antonelli endete das Rennen in Silverstone damit zwar ohne Punkte, nach Ansicht von Szafnauer und Brundle könnte die Erfahrung jedoch langfristig wertvoll sein. Die nächste Gelegenheit, daraus Erkenntnisse umzusetzen, bietet sich bereits beim Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps Mitte Juli.

 
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