Trotz neuem Motor: Ferrari am Freitag mit deutlichem Rückstand

Trotz neuem Motor: Ferrari am Freitag mit deutlichem Rückstand

 

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Das Formel-1-Rennwochenende zum Großen Preis von Österreich begann für Ferrari alles andere als nach Plan. Trotz der viel diskutierten Einführung des ersten ADUO-Motoren-Upgrades der Saison zeigte sich der SF-26 am Freitag auf dem Red-Bull-Ring (Formel 1 2026 live im Ticker) von seiner widerspenstigen Seite.  LAT Images Ferrari muss im weiteren Wochenendverlauf noch zulegen

Barcelona-Sieger Lewis Hamilton wurde mit sechs Zehnteln Rückstand nur Fünfter, Charles Leclerc mit knapp achteinhalb Zehnteln Rückstand sogar nur Achter. Auf die Parallelen zum Rennwochenende in Spanien angesprochen – wo Ferrari am Freitag ebenfalls strauchelte, das Rennen am Sonntag am Ende aber gewinnen konnte -, reagiert Teamchef Frederic Vasseur zunächst mit Galgenhumor: “Wir kopieren Barcelona.” Doch der Franzose wird schnell ernst und betont, dass die aktuelle Situation auf der Strecke kein bewusster strategischer Konservatismus sei.
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“Heute hatten wir ein wenig mit den Bedingungen zu kämpfen, ich denke, ähnlich wie in Barcelona. Mit der Höhenlage, mit der Temperatur – der Streckentemperatur, der Lufttemperatur”, so Vasseur. “Ich denke, das ist für alle gleich, aber wir hatten große Probleme. Und wir müssen an uns arbeiten, am Set-up arbeiten, am Auto, am Fahrstil, an allem, um morgen einen besseren Job zu machen.” Fotos: F1: Grand Prix von Österreich (Spielberg) 2026
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Charles Leclerc, der das erste Freie Training zugunsten Dino Beganovics auslassen musste und das Geschehen nur aus der Garage verfolgte, erlebte bei seiner Rückkehr ins Cockpit eine böse Überraschung. Die Set-up-Probleme manifestierten sich in einem eklatanten Mangel an mechanischem und aerodynamischem Grip, was das Auto kaum fahrbar machte. “Wir sind seit der ersten Runde, die ich gefahren bin, über alle vier Reifen gerutscht”, analysiert der Monegasse schonungslos. “Deshalb war es sehr, sehr knifflig, und die Balance war im Allgemeinen einfach sehr unruhig.” Reifen gut, Pace schlecht Ein zentrales Thema in Spielberg ist, ähnlich wie zuvor in Spanien, die extreme Hitze. Allerdings verschiebt sich die technische Charakteristik der Probleme spürbar. Während in Spanien der schiere Reifenverschleiß der ausschlaggebende Faktor war, kämpft Ferrari in der Steiermark primär mit der reinen Grundpace. “In Barcelona waren wir auf der guten Seite der Dinge. Ich denke, was den tatsächlichen Verschleiß angeht, stehen wir hier gar nicht so schlecht da. Das größere Problem ist, dass die Pace einfach fehlt”, meint Leclerc. “Vielleicht sind wir nach 20 Runden schnell, aber erst nach 20 Runden schnell zu sein, ist nicht gut. Wir müssen also noch einiges am Auto arbeiten.” Auch Vasseur sieht in der fehlenden Grundschnelligkeit auf eine schnelle Runde das Hauptmanko dieses Freitags und differenziert klar zwischen den beiden Rennstrecken. “Der Verschleiß in Barcelona war viel höher und es war der Hauptfaktor für die Performance, zumindest im Rennen. Aber wir waren auch in der Lage, im Qualifying um die Poleposition zu kämpfen. Zumindest vom reinen Potenzial her waren wir vorne mit dabei”, blickte der Teamchef zurück.
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Für Spielberg lautet sein Zwischenfazit jedoch deutlich nüchterner: “Jetzt sind wir im Moment weit weg. Lasst uns arbeiten, das steht fest. Wir müssen heute Nacht eine Menge Potenzial freisetzen, und dann werden wir morgen sehen.” Motorenupgrade kein Wunder Ein großes Thema war natürlich die heiß ersehnte Einführung des neuen Triebwerks. Ferrari profitierte von der sogenannten ADUO-Regelung (Additional Development and Upgrade Opportunities), die es Herstellern erlaubt, Motoren-Updates zu bringen, wenn sie in der Entwicklung zurückliegen. Die Erwartungshaltung der Ferrari-Fans war entsprechend hoch, doch die Realität auf der Strecke spiegelt – zumindest vorerst – keine dramatische Kräfteverschiebung wider. Schneller, aber auch wirklich besser? Charles Leclerc und das Hamilton-Dilemma I Marc Surer EXKLUSIV Video wird geladen… In Italien rufen sie Leclerc „il predestinato“, aber diese Saison hat die Bestimmung einen Knick bekommen: Lewis Hamilton.

Leclerc versucht vehement, die überzogenen Erwartungen an das neue Aggregat zu dämpfen und betont stattdessen den enormen Kraftakt der Fabrik in Maranello: “Wir erwarten auch keine Wunderwaffen”, stellt er klar. “Es steckte unglaublich viel Arbeit im Hintergrund dahinter, um sicherzustellen, dass der verbesserte Motor für jetzt bereit war.”
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Ferrari selbst hatte das Upgrade durch die ADUO-Regelung schon antizipiert: “Wenn man sich unsere Performance-Kurve ansah, haben wir quasi damit gerechnet, dass wir ADUO-Unterstützung bekommen würden”, sagt er. “Also haben wir natürlich dafür gesorgt, dass wir für dieses erste Rennen bereit sind, um ihn direkt ins Auto einzubauen.” Vasseur: “Erwartet, was wir bekommen haben” Das Fazit des Monegassen zum Update ist am Ende pragmatisch: “Es ist keine Revolution, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und das zeigt wirklich die Mentalität des Teams, zu versuchen, alles zusammenzubringen und die Grenzen der Entwicklung wirklich auszureizen, um sicherzustellen, dass wir nichts unversucht lassen.”
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“Die Vorlaufzeit bei den Motoren ist riesig. Bei manchen Komponenten hat man Monate an Verzögerung”, erklärt Vasseur. Vor allem das strikte Finanzreglement machte diesen frühen Einsatz zu einem strategischen Wagnis: “Es war für uns aus Gründen der Budgetobergrenze sehr riskant, das ADUO-Upgrade – zumindest die Spezifikation 2 des Motors – sehr früh zu bringen.” Video wird geladen…  

Folgerichtig ordnet Vasseur die ausbleibende Sensation auf der Stoppuhr am Freitag realistisch ein: “Ich habe das erwartet, was wir bekommen haben”, sagt er. “Wir haben für dieses Wochenende überhaupt keinen großen Schritt erwartet.” Für Ferrari gilt es nun, die Synergie aus dem neuen, potenziell leistungsstärkeren Motor und einem extrem sensiblen Chassis-Set-up zu finden. Wenn das Team über Nacht die Balance-Probleme lösen und das Rutschen über alle vier Räder abstellen kann, könnte der Freitag, ganz nach dem Vorbild Spaniens, am Ende nur eine unbedeutende Randnotiz auf dem Weg zu einem erfolgreichen Wochenende gewesen sein.
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Leclerc bleibt dabei vorsichtig optimistisch: “Nicht allzu zuversichtlich, aber ich meine, sag niemals nie.”

 
Formel1.de 

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