Wann Haas über sein Fahreraufgebot für 2027 entscheiden will
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Auf dem Formel-1-Fahrermarkt hat sich ein interessantes Muster herausgebildet: Die Aktivität verändert sich jedes zweite Jahr. 2023 etwa änderten gleich sechs Teams ihr Line-up, unter anderem ausgelöst durch das Oscar-Piastri-Fiasko – bevor in der folgenden Saison ein komplett unverändertes Starterfeld für eine Premiere sorgte. LAT Images Fahren Oliver Bearman und Esteban Ocon auch 2027 für Haas?
Für 2025 standen in der letzten Saison unter den Ground-Effect-Regeln dann wieder große Veränderungen an. Es entwickelte sich einer der verrücktesten Fahrermärkte der modernen Ära, eingeläutet durch Lewis Hamiltons spektakulären Wechsel zu Ferrari. Der italienische Rennstall war eines von ganzen acht Teams, die ihre Fahrerduos neu aufstellten, während sich das Feld auf den Regelumbruch 2026 vorbereitete und dabei Stabilität anstrebte. Das führte dazu, dass in diesem Jahr nur zwei Teams – beide im Besitz von Red Bull – Veränderungen vornahmen, während Cadillac neu in die Meisterschaft einstieg.
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Dem sich abzeichnenden Muster folgend hat die Stabilität in diesem Jahr jedoch eine interessante Ausgangslage für 2027 geschaffen: Mehrere Teams sind wieder auf dem Markt aktiv, nachdem sie am Ende des Jahres eine Saison Erfahrung mit den neuen Regeln gesammelt haben und wissen, wer in dieser Ära wo steht. Mehr als die Hälfte der aktuellen Formel-1-Fahrer haben Verträge, die Ende 2026 auslaufen, darunter auch das Haas-Duo Oliver Bearman und Esteban Ocon. Das US-Team dürfte daher eine zentrale Rolle in der kommenden “Silly Season” spielen. Warum Ocon aktuell unter Druck steht “Ungefähr jetzt, also Mai, Juni, Juli”, antwortet Haas-Teamchef Ayao Komatsu auf die Frage, wann Haas eine Entscheidung für 2027 treffen werde. Er betont: “Ich denke, alle schauen sich gerade die Fahrer fürs nächste Jahr an. Nicht nur wir.” Das Interesse bei Haas richtet sich verständlicherweise auf Ocon, der die “Bullshit”-Gerüchte vor dem Kanada-GP am vergangenen Wochenende, wonach ihm ein vorzeitiges Aus bei seinem Rennstall drohe, vehement zurückwies. Auch wenn an den Behauptungen nichts dran sein mag, steht außer Frage, dass sein Cockpit für 2027 gefährdet ist, nachdem er seit seinem Wechsel zu Haas 2025 deutlich hinter den Erwartungen geblieben ist. Die Vertragslaufzeiten der aktuellen Formel-1-Fahrer
Ursprünglich galt seine Verpflichtung als großer Coup für Haas: über 100 Grand-Prix-Starts, ein Sieg und vier Podestplätze. Doch seine Leistungen waren frustrierend inkonstant, und im vergangenen Jahr führte er einige seiner Probleme auf Schwierigkeiten mit den Bremsen des VF-25 zurück.
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Das wirkt allerdings wenig überzeugend, wenn man seinen Teamkollegen betrachtet: Bearman lag in seiner Debütsaison am Ende drei Punkte vor Ocon. Dieser Abstand ist 2026 weiter gewachsen, sodass Ocon nach seinem Wechsel von Alpine statt der erhofften Referenz für Bearman schlicht nur die zweite Kraft ist. Sofern Ferrari Junior Bearman, der 2024 bei seinem Formel-1-Debüt bereits einmalig für die Scuderia an den Start ging, also nicht überraschend zurückholt, wird der 21-Jährige wohl bleiben – und es stellt sich lediglich die Frage, wer 2027 an seiner Seite fährt. Darum gibt Komatsu keine Wasserstandsmeldung ab Als Komatsu weiter gefragt wird, ob er “wenn er heute entscheiden müsste” beide Fahrer behalten würde, wich er aus und konzentrierte sich bei seiner Antwort nur auf seinen Grand-Prix-Sieger.
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“Ich denke, so eine Frage sorgt nur für Ärger”, sagt Komatsu und erklärt: “Dann nehmen die Leute meine Worte und sagen: ‘Ayao hat gesagt, wenn er jetzt entscheiden müsste, würde er mit Esteban weitermachen oder nicht weitermachen.’ Das wird komplett aus dem Kontext gerissen, deshalb beantworte ich die Frage nicht.” Das Rennen in Kanada am Sonntag half Ocons Position allerdings nicht. Der 29-Jährige landete erneut außerhalb der Punkte auf Rang 14, während Bearman mit P10 noch einen Zähler holte – begünstigt durch den Ausfall von George Russell und Probleme bei McLaren. Dicker Rückschlag für Russell: Kostet Kanada-Aus die WM? I Rennen F1 Montreal 2026 Video wird geladen…
Damit hat Ocon nach den ersten fünf Rennen 2026 nur einen Punkt gesammelt, und damit 17 weniger als Bearman, der den deutlich verbesserten Haas praktisch im Alleingang auf Rang sieben der Konstrukteurswertung geführt hat.
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“Es war definitiv harte Arbeit”, sagt Ocon selbst nach dem Kanada-Wochenende und erklärt: “Wir hatten in diesem Rennen ganz klar ein Problem mit dem Auto. Es gab keine Runde, in der ich die Vorderreifen nicht blockiert habe.” “Kurve 10 war besonders kritisch, aber ich bin im Rennen auch zweimal in Kurve 8 rausgerutscht. Wir haben das Update erst im Qualifying eingebaut und sind nur zwei Runden damit gefahren, daher war es schwierig zu sehen, ob alles funktioniert. Aber im Rennen gab es eindeutig ein Problem mit dem Auto”, so Ocon. Wer könnte Ocon 2027 ersetzen? Wie lange er dieses Muster fortsetzen kann, die Schuld beim Auto zu suchen, bleibt eine spannende Frage, vor allem, da Bearman recht gut darin ist, eigene Fehler einzugestehen und anschließend weiterzumachen. Unklar ist allerdings, wer Ocon ersetzen könnte.
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Haas könnte denselben Weg gehen wie bei Bearman und einen Ferrari-Junior verpflichten. Aktuell wäre da zum Beispiel der amtierende Formel-3-Champion Rafael Camara, der inzwischen in der Formel 2 fährt. Allerdings gibt es im Feld Vorbehalte, Fahrer direkt aus den Nachwuchsklassen zu holen, da sich die Autos stark unterscheiden. Auch Ersatzfahrer Jack Doohan wäre eine Option, zumal er Sponsorengelder mitbringt. Doch seine Schwierigkeiten bei Alpine sind noch präsent, und es stellt sich die Frage, ob Haas inzwischen über den Punkt hinaus ist, sogenannte “Paydriver” zu verpflichten. Zwar verfügt das Team über eines der kleinsten Budgets im Feld, doch die Wettbewerbsfähigkeit hat sich in diesem Jahr deutlich verbessert. Und Komatsu, selbst ehemaliger Ingenieur, der mit Weltmeistern wie Fernando Alonso gearbeitet hat, wird zwei gleich starke Fahrer wollen, die das Team gemeinsam voranbringen können.
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Ob Ocon dafür der richtige Mann ist, bleibt abzuwarten. Doch die Zeit scheint für den Formel-1-Routinier langsam abzulaufen.
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