Warum Aston Martin eine bessere Adresse ist, als es zu sein scheint
| . | . | . |
Wenn es nach der ersten Hälfte der Formel-1-Saison einen eindeutigen Verlierer gibt – bei vielen Ranglisten, die in dieser Phase des Jahres zwangsläufig entstehen -, ist Aston Martin ein offensichtlicher Kandidat. LAT Images In Ungarn konnte Fernando Alonso endlich mal wieder kämpfen
Adrian Newey räumte im Vorfeld des Upgrades zum Großen Preis von Ungarn ein, dass die Saison bis zu diesem Zeitpunkt “ein Albtraum” gewesen sei und die Fahrer kaum richtig Rennen fahren konnten – schlicht weil der Rückstand auf den Neuling Cadillac an mehreren Wochenenden bereits eine volle Sekunde betrug. Das klingt kaum nach einem Ort, an dem man sein möchte – und machen wir uns nichts vor: Das muss es wahrscheinlich nicht einmal. Wenn Fernando Alonso an der Philosophie festhält, die er Ende letzten Jahres vertrat, sollte er vielleicht noch eine weitere Saison anhängen.
//jseAo3c(“Rect”);
Damals sagte der zweimalige Weltmeister, er würde zurücktreten, wenn das Auto konkurrenzfähig sei, um sich auf einem Höhepunkt zu verabschieden. Sollte das nicht passieren, meinte er, fühle er sich womöglich dazu gedrängt, noch etwas länger weiterzumachen. Dennoch ist Aston Martin eine attraktivere Adresse, als es die derzeitigen Ergebnisse vermuten lassen. Ja, diese Ergebnisse waren katastrophal, aber ein Teil des Dämpfers rührt von Erwartungen her, die unrealistisch hoch und zu simpel gedacht waren. Mit einer hochmodernen Fabrik in Silverstone, einem brandneuen Windkanal, Adrian Newey als legendärem Designer und einer Werkspartnerschaft mit Honda war es nur zu leicht anzunehmen, dass alle Zutaten vorhanden waren, um unter dem neuen Reglement sofort durchzustarten. Zutaten für Erfolg sind vorhanden Die Realität ist, dass all diese Zutaten immer noch da sind, aber sie zusammenzuführen erfordert einfach mehr Zeit als erwartet – viel mehr Zeit sogar. Das gilt für alle drei der oben genannten Faktoren. Newey sagte, Aston Martin verfüge mittlerweile über die besten Anlagen in der Formel 1, betonte aber auch, dass es Zeit brauche, das Maximum aus diesen Werkzeugen herauszuholen. Laut Newey hat das auch seine eigene Arbeit beeinträchtigt. Wegen seines späten Starts und weil Aston Martins neuer Windkanal erst relativ spät einsatzbereit war, hinkte er dem Zeitplan ständig hinterher. “Wir haben die Entscheidung getroffen – ob richtig oder falsch -, die Einführung unseres Modells im Windkanal um weitere zwei Wochen zu verschieben, bis unser eigener Tunnel in Betrieb genommen wurde, anstatt für sehr kurze Zeit in Brackley anzufangen, nur um dann wieder umzuziehen.
//jseAo3c(“Rect”);
“Das war also der zeitliche Hintergrund. Es war, würde ich sagen, ein großer Aufbauprozess, weshalb in diesem Sinne einfach alles ins Hintertreffen geraten ist. Aber man tut, was man kann, und macht einfach weiter.” “Der Fisch stinkt vom Kopf” | Aston Martin in der Krise! Video wird geladen… Der Saisonauftakt in Melbourne wurde für Aston Martin zum Debakel.
Darüber hinaus ist Honda auf weitaus mehr Probleme gestoßen als ursprünglich angenommen. Es bleibt fast unbegreiflich, dass Aston Martin – wie Newey in Melbourne enthüllte – erst im November 2025 vom tatsächlichen Zustand von Hondas Formel-1-Projekt erfuhr. Wenn das wirklich der Fall war: Welche Form der Due Diligence wurde im Vorfeld überhaupt durchgeführt? Es würde bedeuten, dass Aston Martin im Jahr 2023 gar nicht genau wusste, worauf man sich einließ – was für ein so ambitioniertes Projekt unglaublich klingt.
//jseAo3c(“Rect”);
Wie dem auch sei, die Realität ist, dass Hondas aktuelle Formel-1-Sparte sich stark von jener unterscheidet, die mit Red Bull so viele Erfolge feierte, da sie zu großen Teilen mit neuem Personal aufgebaut wurde. “Honda ist ein sehr einzigartiges Unternehmen. Personal wechselt also ständig zwischen Serienfahrzeug-Projekten und dem Formel-1-Projekt”, erklärte Chefingenieur Shintaro Orihara kürzlich in einem Interview mit Autosport, einer Schwesterplattform von im Motorsport Network. “Letztes Jahr hatten wir viele – nicht neue Leute, aber hochtalentierte Personen aus Serienwagen-Projekten sowie einige Mitarbeiter, die aus dem Red-Bull-Projekt geblieben sind.”
//jseAo3c(“Rect”);
“Wie immer bilden wir in unserem Formel-1-Projekt Talente aus, um Hondas Know-how zu stärken. Aber dann wurde uns Ende letzten Jahres wahrscheinlich klar, dass unser gesamtes Personal-Entwicklungsniveau für das Formel-1-Niveau nicht ausreichte.” Seitdem hat Honda mehrere Schritte unternommen, um das Problem anzugehen – darunter die Rückholung erfahrener Kräfte in das Projekt. Dennoch erkennt auch Honda an, dass das Aufholen des aktuellen Rückstands Zeit benötigen wird. War das Ungarn-Upgrade der erste Beweis für eine Wiederauferstehung? Das Fazit lautet, dass die Erwartungen auf breiter Front zu hoch angesetzt waren und sich das Puzzle zum Erfolg als erheblich komplizierter erwiesen hat als anfangs gedacht. Aber alle Zutaten für den Erfolg sind weiterhin vorhanden.
//jseAo3c(“Rect”);
Die neue Fabrik wird irgendwann Ergebnisse liefern; Honda glaubt, bis Ende 2027 oder Anfang 2028 wieder ein “Top-Konkurrent” in der Formel 1 werden zu können; und Newey hat bereits Anzeichen von Fortschritt gezeigt. Das wurde in Ungarn deutlich, wo das erste große Upgrade-Paket für den AMR26 eingeführt wurde. Natürlich brachten diese Upgrades Aston Martin nicht auf Anhieb dorthin, wo man letztlich hinwill, aber wenn man rein auf die Zahlen blickt, war der Schritt nach vorne beträchtlich. Zwischenzeugnisse: Die besten Formel-1-Fahrer zur Sommerpause
Nachfolgend sind die Zahlen des Datenpartners Paceteq aufgeführt, der die reine Rennpace für jeden Grand Prix berechnet hat. Sie repräsentieren Aston Martins durchschnittlichen Rückstand in Sekunden pro Runde auf die Spitze des Feldes:
//jseAo3c(“Rect”);
Australien: 3,852835104
China: 3,438488346
Japan: 3,496134294
Miami: 3,15427304
Kanada: 4,033582678
Monaco: 3,097926979
Barcelona: 4,26984802
Österreich: 3,115413453
Großbritannien: 5,0718857
Belgien: 5,143466918
Ungarn: 2,034325162 Die riesigen Rückstände in Silverstone und Spa sind etwas verzerrt, weil es sich um lange Strecken handelt und weil die gesamte Konkurrenz bis dahin bereits zahlreiche Updates gebracht hatte, während Aston Martin gezwungen war zu warten und alle Karten auf das Ungarn-Paket zu setzen. Der Hungaroring ist naturgemäß ein viel kürzerer Kurs, auf dem die Abstände traditionell kleiner sind. Zudem fielen die Schwächen der Power-Unit dort weniger ins Gewicht.
//jseAo3c(“Rect”);
Dennoch ist der Fortschritt bemerkenswert. In den Rennpace-Zahlen von Paceteq lag Aston Martin nicht nur vor Cadillac, sondern auch vor Williams und Haas. Der Rückstand auf Alpine war auf dieser Strecke mit knapp über einer Zehntelsekunde minimal, obwohl das französische Team sehnsüchtig auf seine eigenen Updates in Zandvoort wartet. Fortschritte sind unübersehbar Der Fortschritt deutet zumindest darauf hin, dass Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist. Newey hat Rundenzeit gefunden, und das auffällige Konzept sollte noch Raum für weitere Verbesserungen bieten. Jeder, der durch die Boxengasse läuft, kann sehen, wie aggressiv der Aston Martin nach wie vor gestaltet ist – nicht nur beim Anstellwinkel, sondern auch beim Undercut, den extremen Lösungen an der Hinterradaufhängung und zahlreichen weiteren Designmerkmalen.
//jseAo3c(“Rect”);
Newey muss das echte Potenzial des Konzepts erst noch freilegen, aber die Tatsache, dass er es nicht komplett verworfen hat, deutet – wenn man Newey kennt – darauf hin, dass er auf dem von ihm gewählten Weg immer noch verborgenes Potenzial sieht. Gelingt es auch Honda, mit seinem ersten ADUO-Upgrade in Zandvoort einen spürbaren Schritt nach vorne zu machen, wird es zumindest wieder verhaltenen Optimismus geben. Wenn Lawrence Stroll es schafft, geduldig zu bleiben und schließlich einen fähigen Teamchef wie Jonathan Wheatley zu installieren, sodass sich Newey ausschließlich auf seine Designaufgaben konzentrieren kann, könnten sich die verbleibenden Puzzleteile doch noch zusammenfügen. Ja, all das passiert viel später als erwartet, und ja, vor dem Projekt liegt noch ein extrem langer Weg. Aber es gibt echte Anzeichen von Potenzial. Die Weltmeister-Autos von Adrian Newey
Wie Alonso in Ungarn gewohnt selbstbewusst formulierte: “Es braucht Zeit, aber ich habe keine Zweifel, absolut null Zweifel, dass Adrian früher oder später das beste Auto im Feld bereitstellen wird.”
//jseAo3c(“Rect”);
“Was die Power-Unit angeht, habe ich ebenfalls keine Zweifel. Ich denke, es ist nur eine Frage der Zeit, bis Honda die Probleme löst, denn genau das tun sie in den letzten 40 Jahren im Rennsport.” Ob der 45-jährige Spanier noch dabei sein wird, um die Früchte zu ernten, ist eine andere Frage. Wenn nicht, wären etliche Fahrer gut beraten, das Projekt Aston Martin zumindest in Betracht zu ziehen – insbesondere Fahrer vom Kaliber eines Carlos Sainz, der derzeit festzustecken scheint, oder jemand, der das Nachsehen hat, wenn der Fahrermarkt unter den Top-4-Teams irgendwann wieder in Bewegung gerät.
//jseAo3c(“Rect”);
In der ersten Hälfte des Jahres 2025 wurde sogar Max Verstappen mit dem Team aus Silverstone in Verbindung gebracht – was alles über die damals unrealistisch hohen Erwartungen aussagte. Obwohl es mittlerweile fast unmöglich erscheint, einen Fahrer seines Kalibers anzulocken, könnte Aston Martin für viele andere immer noch eine sehr attraktive Adresse werden – weitaus attraktiver, als es die aktuellen Ergebnisse vermuten lassen. Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
Warum Aston Martin eine bessere Adresse ist, als es zu sein scheint
Motorrad
Ducati vor der MotoGP-Wende? Domenicali nennt zwei Faktoren
Formel 1
Zwischenzeugnisse: Die besten Formel-1-Fahrer zur Sommerpause
Motorrad
Armpump-OP bei Bagnaia: Probleme der aktuellen Ducati als Ursache
Ja, der Start war katastrophal, aber Geduld ist eine Tugend. Und mit der Zeit könnte sich dieses Projekt als ein weiteres Beispiel dafür erweisen.
Formel1.de
En güncel Motorsporları haberleri için sosyal medyada TRmotosports’u takip edin.




