Ferrari-Einwand: Warum Mercedes den Diffusor umbauen musste
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Unmittelbar vor dem Grand Prix von Österreich 2026 (alle Einheiten hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!) mussten Mercedes und Racing Bulls die Diffusoren an ihren Fahrzeugen anpassen. Auslöser dafür war ein Ferrari-Antrag aus dem Frühjahr. LAT Images Heckansicht des Mercedes W17 von George Russell in Spielberg 2026
Doch allzu groß ist die Aufregung bei Mercedes nicht: Teamchef-Stellvertreter Bradley Lord bezeichnete die Angelegenheit als “small beer”, maß ihr also nur wenig Bedeutung zu. Ähnlich verhielt es sich bereits bei anderen Themen der Formel-1-Saison 2026. Kaum jemand erinnert sich noch daran, dass im Januar die Diskussionen vor allem um das Verdichtungsverhältnis des Mercedes-Verbrennungsmotors kreisten. Seit dem 1. Juni, als strengere Kontrollen in Kraft traten, spricht im Fahrerlager praktisch niemand mehr darüber.
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Dennoch bleibt der Weg interessant, auf dem der Automobil-Weltverband (FIA) zu seiner technischen Richtlinie bezüglich der Diffusoren gelangte. Der Ursprung reicht bis zum Saisonbeginn zurück. Ferrari blitzte bei der FIA ab, dann … Ferrari legte der FIA damals ein Konzept vor, das die Wirkungsweise des eigenen Diffusors effektiv verlängern sollte. Die Idee unterschied sich jedoch deutlich von den späteren Mercedes-Lösungen und wurde vom Weltverband als deutlich extremer eingestuft. Deshalb erhielt Ferrari eine Absage, während Mercedes zunächst grünes Licht für jene Konstruktion bekam, die das Team in Montreal erstmals einsetzte. Möglich wurde dies auch deshalb, weil die Mannschaft von Toto Wolff mehrere Passagen des Reglements geschickt miteinander kombinierte. Im Mittelpunkt standen die sogenannten Floor-Stays – Verstrebungen im Unterboden, die laut Artikel C3.2.6 Verformungen der Karosserie unter hoher Belastung verhindern sollen. Die Regeln erlauben an diesen Streben sogenannte “Edge”- und “Fillet”-Elemente, um scharfe Kanten zu vermeiden. Video wird geladen…
Wer die Mercedes-Lösung von oben betrachtete, konnte tatsächlich zwei kleine Verstrebungen erkennen, wodurch die zusätzlichen Verkleidungen regelkonform begründet werden konnten. Mercedes betonte jedoch, dass die FIA die Montreal-Version vollständig überprüft und aufgrund dieser Auslegung für legal befunden habe. FIA verhindert mögliche Extrem-Lösungen Diese Einschätzung sorgte für Unmut bei Ferrari. Die Scuderia verlangte daraufhin Klarstellungen, erhielt jedoch zunächst die Auskunft, dass sich die Mercedes-Konstruktion wesentlich von Ferraris ursprünglichem Vorschlag unterscheide und daher zulässig sei. Anschließend meldeten jedoch weitere Teams Bedenken an. Auch Red Bull bestätigte gegenüber in Spielberg entsprechende Nachfragen bei der FIA. Daraufhin verschärfte der Weltverband seine Auslegung, um künftig noch radikalere Konstruktionen zu verhindern. Wie Ferrari argumentierte Ferrari argumentierte, dass die Zulassung des Mercedes-Konzepts mit seinen zackenartigen Profilen andere Teams dazu verleiten könnte, ähnliche Lösungen an weiteren Bereichen des Unterbodens einzusetzen. Als Beispiel nannte die Scuderia gezackte Kanten an den Bodenplatten. Solche Konstruktionen könnten bei engem Rad-an-Rad-Kampf gefährliche Situationen oder sogar Reifenschäden verursachen. Genau das wollte die FIA verhindern. Deshalb stellte sie klar, dass die bestehenden Freiräume im Reglement künftig nicht mehr zur Erzeugung zusätzlicher aerodynamischer Effekte genutzt werden dürfen. Auswirkungen auf Mercedes bleiben gering Da die neue Auslegung sofort in Kraft trat, mussten Mercedes und Racing Bulls ihre Diffusoren vor dem Österreich-Wochenende anpassen. Laut Lord stellt dies jedoch kein ernsthaftes Problem für den aktuellen Spitzenreiter beider Weltmeisterschaften dar: “Das gehört dazu in der Formel 1. Es wurde darüber vermutlich deutlich mehr geschrieben, als tatsächlich Entwicklungsarbeit in die Anpassung investiert wurde.”
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Gleichzeitig hält Lord es für nachvollziehbar, dass der Mercedes W17 besonders genau beobachtet wird, da viele Konkurrenten das Team weiterhin als Maßstab betrachten. “Jeder Vorteil zählt”, sagte Lord. “Wir sind aber zufrieden damit, die Auswirkungen auf ein Minimum reduziert zu haben. Das Auto funktioniert hier in Österreich weiterhin sehr gut.”
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