Ferrari überrascht: Silverstone und Spa liefen mit dem SF-26 besser als erwartet
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Der SF-26 ist ein Ferrari, der sich einer endgültigen Beurteilung hartnäckig zu entziehen scheint. Denn unter den vielen Faktoren, die das diesjährige Projekt der Scuderia so schwer greifbar machen, sticht vor allem einer hervor: die Schwierigkeit, das tatsächliche Potenzial des Boliden realistisch einzuschätzen. circuitpics.de Der Ferrari SF-26 war in Silverstone und Spa eine Überraschung
Auf dem Papier hätte der Double-Header in Silverstone und Spa für Ferrari zum Debakel werden müssen: zwei Strecken mit hohem Energieeintrag – also genau das Szenario, das man in Maranello als denkbar ungünstigstes einstuft. Stattdessen verließ die Scuderia die beiden Rennwochenenden mit insgesamt 81 Punkten. Mercedes sammelte im gleichen Zeitraum 56 Zähler, Red Bull und McLaren kamen jeweils nur auf 36 Punkte. “Es stimmt, dass wir bei unserer Ankunft [in Belgien], wie schon in Silverstone, schwierige Wochenenden erwartet hatten und nicht damit rechneten, aufgrund der Charakteristik der Strecke um den Sieg mitspielen zu können”, gibt Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur rückblickend zu.
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“Man kann sagen, dass es ziemlich gut gelaufen ist, wir haben einen tollen Job gemacht und konnten uns in den vorderen Positionen behaupten.” Doch noch ist Ferrari nicht in der Lage, Mercedes im Kampf um die wichtigsten Ziele ernsthaft unter Druck zu setzen. Ferrari kann Mercedes unter Druck setzen Aber der SF-26 folgt einer Entwicklungskurve, die es der Scuderia zumindest derzeit ermöglicht, McLaren und Red Bull hinter sich zu lassen. Das ist zwar weit entfernt von den Ansprüchen, mit denen Ferrari in die Saison gestartet ist. Doch noch vor wenigen Monaten wäre jedoch selbst dieses Szenario alles andere als selbstverständlich gewesen. Licht und Schatten bei Mercedes: Antonelli siegt, Russell fliegt I Rennen F1 Spa-Franchorchamps Video wird geladen…
In Spa durfte Charles Leclerc für einige Runden sogar vom zweiten Sieg in Folge träumen. Begünstigt wurde dieses Szenario durch ein virtuelles Safety-Car, das im perfekten Moment für Ferraris Strategie auf die Strecke kam. Anschließend stellte die Kombination aus Mercedes und Kimi Antonelli die Kräfteverhältnisse jedoch wieder her – allerdings nur, nachdem der Silberpfeil alles aufbieten musste, was in ihm steckte. “Auf dem Papier waren Spa und Silverstone zwei der schwierigsten Wochenenden für uns”, ergänzt Vasseur, “und insgesamt können wir sagen, dass es ziemlich gut gelaufen ist. Es ist klar, dass Kimi in Bezug auf die reine Performance etwas mehr hatte, aber die Ausführung unseres Wochenendes war gut, und das hat uns erlaubt mitzukämpfen.” “In Zukunft werden Kurse kommen, die besser zu unserem technischen Paket passen, aber heute darf man nichts als selbstverständlich ansehen, weil alle die Autos ständig weiterentwickeln.” Auf einer Strecke wie Spa betrug der Rückstand zwischen Ferrari und Mercedes in der Rennpace rund zwei Zehntelsekunden. Ist das Qualifying das Hauptproblem für Ferrari? Im Qualifying fiel der Abstand dagegen noch etwas größer aus. Gerade auf die schnelle Runde scheint die Scuderia derzeit am anfälligsten zu sein. Dieser Schwachpunkt zwingt Ferrari regelmäßig dazu, die Rennen im Verkehr und damit in der “Dirty Air” zu beginnen – ohne die Möglichkeit, das volle Potenzial des SF-26 über die Renndistanz auszuschöpfen. LAT Images Das Qualifying ist aktuell eine Schwäche des Ferrari SF-26
Ob sich daran in den kommenden Rennen etwas ändern wird? “Ich glaube nicht, dass wir in naher Zukunft an dieser Front große Schritte machen können”, erklärte Vasseur mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit im Qualifying. “Wir sind praktisch am Limit.” “Wahrscheinlich ist es eine Eigenschaft der Power-Unit, die Mercedes auf der schnellen Runde etwas mehr hilft, während sie uns vielleicht im Rennen begünstigt, auch wenn wir uns dessen nicht absolut sicher sind. Es gibt nicht viel, was wir tun können, außer das Auto weiterzuentwickeln, Performance zu bringen und immer näher an Mercedes heranzurücken.” Ferrari zeigt in Belgien eine starke Leistung Der Sonntag in Spa bestätigte zugleich das wachsende Vertrauen von Leclerc in den SF-26. Das Rennen des Monegassen war nahezu fehlerfrei, der einzige kleine Makel war das Risiko beim Kontakt mit dem McLaren von Oscar Piastri. Und zeitweise schien sogar ein Doppelpodium für Ferrari möglich. Formel-1-Quiz
In welchem Jahr nahm Ferrari zum ersten Mal an einem Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft teil?
1911 1950 1922 1977 Teste Dich jetzt im Formel-1-Quiz und vergleiche Dich mit anderen Usern Das Rennen von Hamilton wurde allerdings schon in der Startrunde durch den Kontakt mit dem Mercedes von George Russell entscheidend erschwert. Dennoch fällt auch seine Bilanz positiv aus: Der Brite kämpfte sich noch auf den vierten Rang nach vorne und sammelte zwölf WM-Punkte, die ihn in der Fahrer-WM wieder hinter Antonelli auf den zweiten Gesamtrang zurückbringen.
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Am kommenden Wochenende reist Ferrari mit dem Anspruch nach Ungarn, erneut das Maximum herauszuholen. Auf dem Papier, das in dieser Saison zwar schon mehrfach widerlegt wurde, dessen Logik aber dennoch Bestand hat, sollte der Hungaroring den Eigenschaften des SF-26 entgegenkommen: langsame Kurven, wenige Geraden und ein deutlich geringerer Einfluss der Power-Unit. Ferrari-Teamchef warnt vor übermäßigem Optimismus Vasseur mahnt dennoch zur Vorsicht: “Nächste Woche werden alle Upgrades mitbringen, und heute ist es unmöglich zu wissen, wie das Performance-Bild aussehen wird”, warnt der Teamchef. “Zudem dürfen wir nicht vergessen, dass ein Großteil der Performance von der Ausführung abhängt: Reifenmanagement, Vorbereitung der Pneus und das Set-up zählen wahrscheinlich mehr als die Konfiguration der Rennstrecke.”
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Aberglaube? Vielleicht spielt auch das eine Rolle. “Auf dem Papier waren Strecken wie Silverstone und Spa für uns wahrscheinlich schwieriger als andere”, schließt Vasseur ab, “aber wir müssen mit dem gleichen Ansatz weitermachen und nicht denken, dass das nächste Rennen einfach wird. Das ist es nie.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Ferrari überrascht: Silverstone und Spa liefen mit dem SF-26 besser als erwartet
Ein Selbstläufer wird der Hungaroring (hier der komplette Zeitplan) sicherlich nicht, daran gibt es kaum Zweifel. Genauso schwer lässt sich jedoch leugnen, dass Ferrari mit einer realistischen Chance nach Budapest reist, um bis zum Schluss um das bestmögliche Ergebnis zu kämpfen. Vielleicht reicht es am Ende sogar zum dritten Saisonsieg.
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