Rätsel um McLaren: Wo ist die Pace aus dem Training geblieben?
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Vor dem Spanien-Grand-Prix galt McLaren für viele Beobachter als einer der heißesten Kandidaten auf die Poleposition. Nach den starken Trainingsleistungen schien das Team aus Woking bestens gerüstet für das Qualifying auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. circuitpics.de Lando Norris kam im Barcelona-Qualifying nicht über P4 hinaus
Doch als es darauf ankam, fehlte plötzlich die entscheidende Geschwindigkeit. Lando Norris kam nicht über Startplatz vier hinaus, Oscar Piastri musste sich sogar mit Rang sieben begnügen. Die Enttäuschung war entsprechend groß – nicht nur bei McLaren selbst, sondern auch bei der Konkurrenz. Mercedes-Teamchef Toto Wolff brachte die Überraschung nach dem Qualifying auf den Punkt: “Bei McLaren, ja, komisch, dass die nicht gekommen sind. Die hatte ich auch auf der Rechnung.” Plötzlich fehlt McLaren die Pace Tatsächlich deutete am Freitag vieles darauf hin, dass McLaren im Kampf um die Poleposition eine zentrale Rolle spielen würde. Besonders in den schnellen Kurven machte das Auto einen starken Eindruck. Doch am Samstag zeigte sich ein anderes Bild. Während Ferrari und Mercedes den Ton angaben, verlor McLaren entscheidende Zeit.
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Interessanterweise sieht Teamchef Andrea Stella die Ursache nicht dort, wo viele sie vermuten würden. Die Hochgeschwindigkeitskurven seien laut seinen Daten sogar eine der Stärken des MCL40 geblieben. “Wenn wir über Kurve 3, 9, 13 und 14 sprechen, dann sind wir mit unserer Leistung dort eigentlich zufrieden”, erklärt Stella. Wo das wahre Problem liegt Nach Ansicht des Italieners verlor McLaren die entscheidende Zeit an ganz anderen Stellen. “Wo wir aktuell Zeit verlieren, sind die mittelschnellen Kurven”, analysiert Stella. “Wir sprechen über Kurve 1, Kurve 4, Kurve 7 und Kurve 12.” Besonders bemerkenswert ist dabei seine Einschätzung der Konkurrenz. Denn anders als viele Beobachter sieht Stella derzeit Ferrari an der Spitze. “Unter diesen Bedingungen ist Ferrari momentan das beste Auto. Dahinter wahrscheinlich Mercedes, dann McLaren und anschließend Red Bull.” Auch Lando Norris macht nach dem Qualifying keinen Hehl daraus, dass McLaren aktuell noch nicht dort steht, wo das Team gerne wäre. “Wir sind eigentlich nur wieder dort angekommen, wo wir vor Monaco waren”, erklärt der Brite. Video wird geladen…
Nach dem schwachen Monaco-Wochenende habe die Mannschaft zwar Fortschritte erzielt und einige kleinere Updates gebracht, doch von einem großen Leistungssprung könne keine Rede sein. “Wir haben ein paar kleine Teile gebracht, die uns etwas geholfen haben. Aber im Moment können Bruchteile von Sekunden einen großen Unterschied machen.” Trotzdem bleibt Norris kritisch. “Wir sind dreieinhalb Zehntel von der Pole entfernt. Das ist eine Menge.” Fehlender Grip macht McLaren zu schaffen Vor allem auf einer Strecke wie Barcelona seien die Schwächen des Autos besonders sichtbar geworden. “Hier braucht man Grip. Man braucht ein gutes Heck. Und genau das haben wir heute nicht gehabt”, erklärt Norris. Die Aussage deckt sich mit den Beobachtungen vieler Fahrer, die im Qualifying über Überhitzung und nachlassenden Reifenabbau klagten. Gerade auf einem Kurs mit vielen langen Belastungsphasen für die Hinterreifen scheint McLaren derzeit nicht das optimale Fenster zu treffen.
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Norris spricht deshalb von einem gemischten Ergebnis. “Wir sind glücklich, weil wir nach einem enttäuschenden Wochenende zurückgeschlagen haben. Aber wir sind nicht glücklich genug.” Piastri sieht Mercedes außer Reichweite Noch deutlicher fällt die Analyse von Oscar Piastri aus. Der Australier verzichtete nach dem Qualifying auf lange Erklärungen und brachte die Situation mit einem einzigen Satz auf den Punkt: “Wir haben nicht die Pace, um mit Mercedes mitzuhalten.” Während die anderen Topteams zuletzt mehrere Fortschritte erzielt haben, scheint McLaren aktuell mit einem deutlich kleineren Entwicklungsspielraum zu kämpfen. Besonders für Piastri ist die Situation schwierig. Der Australier wirkt seit einigen Wochen nicht mehr so souverän wie noch zu Saisonbeginn.
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Sky-Experte Ralf Schumacher glaubt, dass die aktuelle Formschwäche nicht allein technische Ursachen hat. “Piastri scheint sich mit dem neuen Konzept nicht ganz wohlzufühlen”, analysiert der ehemalige Formel-1-Pilot. Video wird geladen…
Darüber hinaus sieht Schumacher auch Veränderungen innerhalb der Teamdynamik. “Dieses locker-flockige im Team ist ein bisschen verschwunden.” Die hohen Erwartungen nach den Erfolgen der vergangenen Jahre könnten inzwischen zusätzlichen Druck erzeugen. “Wir haben schon letztes Jahr gesehen, dass McLaren trotz eines großen Vorteils auf manchen Strecken Probleme hatte”, erinnert Schumacher. Hinzu kommen ständige technische Schwierigkeiten. “Das zieht das ganze Projekt ein bisschen nach unten. Und das macht den Fahrern das Leben schwer.” Rote Flagge kostete Norris möglicherweise mehr Teamchef Stella verweist zusätzlich auf einen unglücklichen Rennverlauf in Q3. Die rote Flagge nach dem Unfall von Charles Leclerc traf Norris zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. “Lando hatte großes Pech mit der roten Flagge”, erklärt Stella.
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Der Brite befand sich auf einer vielversprechenden Runde und war nur noch rund 250 Meter von der Ziellinie entfernt, als die Session unterbrochen wurde. Dadurch musste Norris bei seinem letzten Versuch deutlich vorsichtiger agieren, um überhaupt eine sichere Rundenzeit auf die Anzeigetafel zu bringen. Auch bei Piastri waren die Abstände extrem gering. “Zwischen Platz drei und Platz sieben lag nur eine Zehntelsekunde”, betont Stella.
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Trotz des enttäuschenden Qualifyings blickt McLaren optimistisch auf den Grand Prix. Das Team erwartet ein Rennen, das stark von Reifenmanagement, Strategie und den Boxenstopps geprägt sein wird. “Wir wissen, dass wir technisch noch Arbeit vor uns haben, um die Reifen über die Distanz optimal zu nutzen”, erklärt Stella. Meistgelesen in unserem Netzwerk Langstrecke
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Dennoch sieht er sein Team weiterhin im Kampf um die Spitzenplätze. “Wir sind definitiv im Spiel.” Die große Frage bleibt allerdings bestehen: Warum konnte McLaren die starke Trainingsform nicht in ein entsprechendes Qualifying-Ergebnis umsetzen?
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