Red Bull halbiert Rückstand auf Mercedes: Verstappen bleibt skeptisch
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Max Verstappen blickt nach dem Qualifying zum Grand Prix von Spanien mit gemischten Gefühlen auf das Ergebnis. Einerseits gelang es Red Bull, den Rückstand auf die Spitze im Vergleich zum Freitag deutlich zu reduzieren. Andererseits blieb beim Weltmeister das Gefühl zurück, dass sogar noch mehr möglich gewesen wäre. LAT Images Max Verstappen ärgert sich über seinen fünften Platz im Barcelona-Qualifying
Am Ende qualifizierte sich Verstappen auf dem fünften Startplatz und sicherte gemeinsam mit Teamkollege Isack Hadjar die dritte Startreihe für Red Bull. Zwischenzeitlich hatte sogar ein Platz in den ersten beiden Reihen realistisch ausgesehen. Vor allem die ersten beiden Sektoren seiner letzten Runde ließen auf ein Spitzenergebnis hoffen. Doch ausgerechnet im entscheidenden Schlussabschnitt verlor Verstappen plötzlich das Vertrauen in sein Auto – und wertvolle Zeit. Probleme im letzten Sektor kosten Verstappen Topplatzierung Der Niederländer macht nach dem Qualifying vor allem den letzten Streckenabschnitt für das verpasste Top-Ergebnis verantwortlich. “Ich denke, es war insgesamt ein ordentliches Qualifying für uns”, erklärt Verstappen. “Es ist nur schade, dass die letzte Runde im dritten Sektor nicht zusammenkam.”
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Besonders ab Kurve zehn verschlechterte sich das Fahrgefühl schlagartig. “Aus irgendeinem Grund hatte ich plötzlich keinen Grip mehr. Ich begann zu stark zu rutschen und verlor dadurch Zeit in Kurve zehn und Kurve zwölf. Danach habe ich in den letzten Kurven wahrscheinlich etwas Tempo herausgenommen, weil das Vertrauen komplett weg war.” Nach eigener Einschätzung kostete ihn genau dieser Moment mindestens die Chance auf Startplatz drei. “P3 wäre definitiv möglich gewesen. Aber am Ende glaube ich nicht, dass das morgen einen riesigen Unterschied gemacht hätte.” Verstappen überrascht vom kleinen Rückstand Noch bemerkenswerter als die verpasste Platzierung war für Verstappen allerdings die reine Performance seines Autos. Am Freitag hatte Red Bull auf dem anspruchsvollen Kurs von Barcelona teilweise sechs bis sieben Zehntelsekunden auf die Spitze verloren. Nach dem Qualifying waren daraus nur noch rund dreieinhalb Zehntel geworden. Eine Erklärung dafür hat Verstappen selbst nicht. “Natürlich ist es immer noch dreieinhalb Zehntel zu viel”, sagt er. “Aber es war definitiv besser als im Training.” Anschließend räumt er offen ein: “Ehrlich gesagt verstehe ich nicht wirklich, wie das passiert ist.” Besonders verwundert den Weltmeister, dass Red Bull zwischen Freitag und Samstag keine grundlegenden Veränderungen am Auto vorgenommen hatte. “Wir haben ein paar Dinge verändert, aber wir haben das Set-up nicht komplett umgebaut oder ähnliches”, erklärt er. Video wird geladen…
Genau deshalb könne er sich den Leistungssprung kaum erklären. “Ich verstehe nicht wirklich, warum sich der Rückstand plötzlich halbiert hat.” Die Aussage zeigt, dass selbst innerhalb des Teams nicht vollständig klar ist, warum das Auto auf einmal deutlich konkurrenzfähiger wirkte als noch zu Beginn des Wochenendes.
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Dennoch wertet Verstappen die Entwicklung grundsätzlich positiv. Barcelona gilt intern als einer der wichtigsten Prüfsteine nach den jüngsten Updates, weil die Strecke nahezu alle Arten von Kurven beinhaltet und insbesondere die schnellen Passagen als Schwachpunkt des Autos galten. Barcelona zeigt das wahre Red-Bull-Bild Bereits vor dem Wochenende hatte Verstappen erklärt, dass Barcelona ein deutlich besserer Gradmesser für die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Autos sei als einige der vorherigen Strecken. Nach dem Qualifying sieht er nun ein klareres Bild.
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“Heute haben wir das wahre Bild gesehen”, sagt der Niederländer. Dabei erkennt er zwar Fortschritte, aber auch weiterhin klare Defizite. “Wir sehen, dass uns immer noch etwas fehlt. Deshalb müssen wir einfach weiterarbeiten.” Interessant dabei: Laut Verstappen liegt das Problem nicht in einem bestimmten Streckenabschnitt. “Es gibt keine einzelne Kurve, in der wir besonders viel verlieren. Es ist auch nicht so, dass wir nur in den schnellen Kurven Zeit liegen lassen. Es sind viele kleine Dinge, die zusammenkommen.” Unterbrechung durch Leclerc beeinflusste Q3 Eine weitere Rolle spielte für Verstappen die rote Flagge nach dem Unfall von Charles Leclerc. Während ein Großteil des Feldes zum Zeitpunkt der Unterbrechung noch keine gezeitete Runde gefahren hatte, verfügten Verstappen und Oscar Piastri bereits über eine erste schnelle Zeit.
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Dadurch mussten viele Konkurrenten später ihre erste Runde auf gebrauchten Reifen absolvieren, was bei den hohen Streckentemperaturen alles andere als ideal war. Verstappen sieht darin jedoch nicht nur Vorteile. Aus seiner Sicht wurde dadurch der gewohnte Rhythmus des Qualifyings zerstört. “Normalerweise fährt man eine Runde, kommt zurück an die Box, tankt etwas nach und fährt direkt wieder raus”, erklärt er. “Oscar und ich hatten plötzlich diese zehnminütige Pause. Vielleicht hat uns das am Ende nicht unbedingt geholfen.” Hadjar ebenfalls überrascht Auch Teamkollege Isack Hadjar zeigt sich nach dem Qualifying erstaunt über den vergleichsweise geringen Rückstand zur Spitze. Dabei war der Franzose mit dem Fahrverhalten seines Autos alles andere als zufrieden. Video wird geladen…
“Zusätzlich zu der ohnehin schwierigen Strecke hatten wir extrem hohe Streckentemperaturen. Dadurch wird alles noch stärker ausgeprägt”, erklärt Hadjar. Trotz Fortschritten im Verlauf des Wochenendes sieht er das Potenzial des Autos kritisch.
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“Wenn ich ehrlich bin, haben wir mit dem, was wir momentan haben, eigentlich keine Poleposition verdient.” Umso überraschender sei der geringe Abstand zur Spitze gewesen. “Ich bin wirklich überrascht, wie klein der Rückstand auf Pole war, wenn ich bedenke, wie sich das Auto angefühlt hat.” Hadjar trauert möglichem P3 hinterher Wie Verstappen glaubt auch Hadjar, dass sogar ein Platz in den ersten beiden Reihen möglich gewesen wäre. Der Schlüssel lag für ihn allerdings in der ersten Kurve seiner entscheidenden Runde. “Ich habe dort einfach zu viel riskiert”, gesteht er.
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Dadurch verpasste er den Scheitelpunkt, ruinierte den gesamten ersten Sektor und verlor wertvolle Zeit. “Wenn ich mir die Abstände zu P3 anschaue, ist das schon etwas deprimierend. Ich hätte dort vorne dabei sein können.” Trotzdem hält sich der Frust in Grenzen. “Der Rest der Runde war wirklich gut. Deshalb habe ich keine großen Reuegefühle. Aber es ist natürlich schade.” Hoffnung für das Rennen Auch wenn Red Bull weiterhin nicht auf Augenhöhe mit Mercedes agiert, macht der Samstag dem Team Mut für das Rennen. Die Tatsache, dass der Rückstand innerhalb eines Tages nahezu halbiert werden konnte, deutet darauf hin, dass die Mannschaft aus Milton Keynes die Abstimmung ihres Autos besser versteht als noch vor wenigen Wochen.
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Verstappen bleibt dennoch realistisch. Mehr Abtrieb, eine bessere mechanische Balance und ein insgesamt gutmütigeres Auto stehen weiterhin ganz oben auf seiner Wunschliste. “Als Fahrer willst du immer mehr Abtrieb und ein besseres Auto”, sagt er. “Daran arbeiten wir ständig.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Langstrecke
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Für den Grand Prix erwartet der Weltmeister ohnehin andere Faktoren als im Qualifying. Reifenverschleiß, Strategie und Boxenstopps dürften seiner Meinung nach deutlich wichtiger werden als die Startposition.
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