Rätselhafte Performance-Krise: Was bremst Pierre Gasly bei Alpine ein?

Rätselhafte Performance-Krise: Was bremst Pierre Gasly bei Alpine ein?

 

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Auf dem Papier geht der Aufwärtstrend für Alpine weiter. Platz acht beim Großen Preis von Kanada markiert einen wichtigen Schritt nach vorne für das Team in der Saison 2026. Doch in einem von vielen Ausfällen geprägten Rennen täuschte das jüngste Punkteergebnis des Franzosen über eine bittere Wahrheit hinweg: Die grundlegenden Probleme, die ihn nun schon seit zwei Rennwochenenden ausbremsen, sind keineswegs gelöst.  Sutton Images Pierre Gasly und seine mysteriösen Problem

Dabei gehörte Gasly zu den absoluten Leistungsträgern der ersten Saisonrennen. Doch seit Alpine in Miami und Montreal Upgrades für den A526 einführte, erlebte er einen spürbaren Rückschritt. An den beiden Sprint-Wochenenden musste er sich im Qualifying viermal in Folge seinem Teamkollegen Franco Colapinto geschlagen geben – und klagt seither über ein völlig verändertes, mysteriöses Fahrverhalten seines Boliden. Das Daten-Rätsel: Keine Traktion in den Kurven “Es ist dieselbe Geschichte seit der allerersten Trainingsrunde in Miami”, offenbarte Gasly am Sonntagabend. “Wir sehen es in den Daten, das Problem ist völlig offensichtlich. Wir müssen jetzt genau verstehen, woher es kommt. Das wird ein Hauptteil der Arbeit sein, die wir vor Monaco erledigen müssen.”
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Dem Franzosen fehlt schlicht das Vertrauen in den A526, genauer gesagt beim Herausbeschleunigen aus langsamen Kurven. Die fehlende Traktion macht es für ihn extrem schwierig, das Auto am absoluten Limit zu bewegen. Parc-ferme-Bruch und die Suche nach der Ursache Nach einem desaströsen Sprint-Qualifying, das Gasly nur auf dem 19. Platz beendete, zog Alpine radikale Konsequenzen: Das Team brach die Parc-ferme-Regeln, um verschiedene Set-up-Änderungen auszuprobieren. Es war der Beginn eines Ausschlussverfahrens. Um der Ursache auf den Grund zu gehen, rüstete das Team Gaslys Auto sogar auf einen älteren Unterboden zurück. Montreal: Die Fahrernoten von Marc Surer und der Redaktion

Wie weit es für Gasly im regulären Qualifying hätte nach vorne gehen können, blieb jedoch unklar. Eine Kollision mit einem Murmeltier in Q1 beschädigte sein Auto so stark, dass in Q2 vorzeitig Feierabend war, während Colapinto den Sprung ins Q3 schaffte. Das erklärt übrigens auch, warum Gasly und sein Team keinen großen Aufhebens darum machten, dass er von Lewis Hamilton behindert wurde – was den Ferrari-Piloten womöglich vor einer Startplatzstrafe bewahrte. Upgrade funktioniert – aber warum nicht bei Gasly? Dass die aerodynamischen Updates von Alpine grundsätzlich funktionieren, zeigt der Blick auf die andere Garagenseite. Ein sichtlich selbstbewusster Colapinto blüht seit Miami regelrecht auf. Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass die neuen Teile die Charakteristik des Autos so verändert haben, dass Gasly damit nicht mehr harmoniert. “Wir haben seit Miami ein paar Anpassungen an den Upgrades vorgenommen, damit sie jetzt funktionieren. Als Team sind wir damit ziemlich zufrieden”, erklärte Gasly. “Auf meiner Seite haben wir im Sprint extrem viel ausprobiert, was die Teile betrifft. Auch heute war ich wieder mit dem alten Unterboden unterwegs.” Das Fazit des Wochenendes: “Wir haben jetzt ein gutes Verständnis und können bestimmte Teile als Ursache ausschließen. Trotzdem wird es wichtig sein, das Ganze noch tiefer zu analysieren und im Werk genau zu verstehen, wie wir diese Performance zurückholen.” Schadensbegrenzung auf der “schlechtesten Strecke” Der Circuit Gilles-Villeneuve war mit seinem Stop-and-Go-Charakter und den vielen Schikanen, die auf lange Geraden führen, wohl der denkbar schlechteste Kurs für Gaslys spezifisches Problem. Zu allem Überfluss kämpfte er in der Anfangsphase des kalten Grand Prix von Kanada auch noch damit, seine Medium-Reifen auf Temperatur zu bringen, und verlor den Anschluss an die Gruppe vor ihm.
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Dass es sich um ein reines Traktionsproblem handelt, erklärt allerdings auch, warum die Krise vor allem im Qualifying eskaliert – wo Gasly die letzte Tausendstelsekunde aus dem Auto quetschen muss -, er sich im Rennen am Sonntag aber dennoch auf Platz acht vorkämpfen konnte. Für ihn war es am Ende eine “gute Schadensbegrenzung”. Keine Panik bei Alpine: Ursachenforschung im Werk Steve Nielsen, Managing Director von Alpine, versprach, dass das Team nicht lockerlassen wird, lobte die Mannschaft aus Enstone aber gleichzeitig für ihre Ruhe: “Pierre war das ganze Wochenende über unzufrieden mit der Balance des Autos. Ihm fehlte im Vergleich zum anderen Auto etwas Abtrieb.”
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“Wir wissen noch nicht wirklich, warum, aber im Rennen schien das Problem wie verflogen zu sein. Wir müssen uns die Details genau ansehen und herausfinden, was passiert ist. Aber das Team verfiel nicht in Panik, hat sich durchgebissen und das Ergebnis eingefahren.” Auf die Frage, ob es sich um ein fundamentales Problem am Chassis handele, entgegnete Gasly pragmatisch: “Ich denke, so einfach ist es nicht. Im Moment spüre ich einfach, was ich spüre, und wir sehen in den Daten den Unterschied.” Meistgelesen in unserem Netzwerk Formel 1
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Ein reines Set-up-Problem schließt er jedoch aus: “Ob es ein Bauteil ist oder etwas anderes beim Set-up – es ist ein sehr kleiner Unterschied, der aber das Ausmaß auf der Rennstrecke nicht erklärt. Es kann viele Ursachen haben. Deshalb brauchen wir mehr Zeit und müssen das Auto zurück in der Fabrik komplett zerlegen. Das Potenzial ist da, aber seit Miami hat sich mein Traktionsverhalten drastisch verändert. Und das müssen wir wieder dorthin bekommen, wo es vorher war.”

 
Formel1.de 

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