Sogar schneller an der Abflugstelle: Darum wurde Antonelli bestraft!
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Erst vor wenigen Wochen sorgte George Russell beim Qualifying in Österreich für Diskussionen, weil er trotz gelber Flaggen für einen Abflug von Max Verstappen zur Poleposition gefahren war. Damals hatte sein Teamkollege Kimi Antonelli seine Runde abgebrochen und sich dadurch nicht mehr verbessern können – das sollte ihm beim nächsten Mal nicht mehr passieren, sagte er damals. LAT Images Kimi Antonelli wird am Sonntag nur von Position sieben aus starten
Wie der Zufall so will, kam es am Samstag am Hungaroring zu einer ähnlichen Situation: Erneut wurde nach einem Abflug von Verstappen die gelbe Flagge geschwenkt, doch diesmal zog Antonelli seine Runde durch und verbesserte seine Zeit noch einmal um eine Zehntelsekunde. Nur: Das kam ihm am Ende teuer zu stehen. Die Kommissare brummten dem Italiener eine Strafe von drei Startplätzen auf, die ihn von Position vier auf Rang sieben zurückwirft. Denn laut ihnen soll Antonelli nicht ausreichend genug verzögert haben.
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Zwar wurde mittels Telemetriedaten bestätigt, dass der WM-Spitzenreiter früher als in der Runde zuvor vom Gas gegangen sei, allerdings soll die Zeitspanne dafür sehr kurz gewesen sein, sodass Antonelli beim Passieren der Abflugstelle sogar leicht schneller gewesen sein soll. Antonelli bei Abflugstelle 3 km/h schneller “Die Zeit im Minisektor war nur 0,03 Sekunden langsamer als seine Bestzeit in diesem Minisektor”, heißt es in der Begründung. “Obwohl er bei der Einfahrt in den Gelb-Sektor 14 km/h langsamer war, da er 16 Meter früher vom Gas gegangen war, war er beim Passieren der Unfallstelle 3 km/h schneller, weil er vor der Kurve weniger stark gebremst hatte.” Damit betrug die Geschwindigkeitsreduzierung im Minisektor laut FIA weniger als ein Prozent. queueTwitterWidget();queueTwitterWidget(); “Die Rennkommissare sahen diesen Vorfall im Vergleich zu anderen Vorfällen, die ohne weitere Konsequenzen blieben, als unterschiedlich an. Im Gegensatz zu jenen Fällen gab es hier im Minisektor kein signifikantes Geschwindigkeitsdelta im Vergleich zur vorherigen Bestzeit des Fahrers unter ähnlichen Bedingungen.” Eigentlich sieht das Reglement bei einem solchen Verstoß eine Strafe von fünf Startplätzen vor, doch weil Antonelli die Geschwindigkeit reduzierte – wenn auch nach Ansicht unzureichend – rechneten die Kommissare ihm das strafmildernd an. “Zudem hatte der Fahrer nur wenig Zeit und Distanz, um zu reagieren. Daher wird eine geringere Strafe angewendet.” Antonelli: Gelbe Flagge hat Rang drei gekostet Vor der Entscheidung war man bei Mercedes überzeugt davon, ohne Strafe davonzukommen: “Er ist vom Gas gegangen. Also normalerweise sollte es okay sein”, meinte Motorsportchef Toto Wolff, und auch Antonelli selbst wähnte sich im grünen Bereich.
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“Die gelbe Flagge kam, genau als ich in die Kurve reingefahren bin”, sagte er nach der Session. “Ich habe also wirklich mein Bestes getan, vom Gas zu gehen. Ich bin vom Gas gegangen, aber dadurch habe ich im Vergleich zu vorher natürlich auch ziemlich viel Mindestgeschwindigkeit aufgegeben, und das war schade.” Generell hadert er mit der gelben Flagge, die laut ihm Platz drei gekostet habe. “Das Ding ist: Ich musste den ganzen Weg bis zum Scheitelpunkt coasten, und in der Runde davor war die letzte Kurve furchtbar. Ich wusste also, dass dort noch ziemlich viel Zeit zu holen war”, so der Italiener. “An die Poleposition glaube ich eher nicht. Ich wäre wahrscheinlich sehr nah dran gewesen, vielleicht ein halbes Zehntel hinter Lando, aber trotzdem nicht gut genug für die Pole. Aber Platz 3 wäre es ganz sicher gewesen.” Toto Wolff: Lieber McLaren-Pole als Ferrari-Pole Trotzdem war es für Mercedes in diesem Jahr die erste Pole, die an ein anderes Team gegangen war. Dass diese am Ende an Lando Norris und nicht an einen Ferrari ging, ist für Wolff ein kleiner Trost. “Das ist mir lieber”, sagt er gegenüber Sky. Denn Ferrari “sind unsere Gegner für die WM”.
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Generell sei Mercedes in Ungarn aber “einfach nicht gut genug”, wie der Österreicher betont. “Wir wussten, dass Budapest schwierig wird. Es war nicht so unsere Strecke, es war immer eine McLaren- und Ferrari-Strecke, aber ja, es ist niemand zufrieden.” Video wird geladen…
Laut Antonelli sei Mercedes vor allem in Q2 irgendwie verloren gegangen. “Besonders bei den Reifen waren wir gefühlt völlig außerhalb des Fensters. Das hat uns etwas ins Hintertreffen gebracht”, meint er. “Und in Q3 so einen riesigen Schritt machen zu müssen, ist nie ideal, weil sich das Auto dadurch natürlich ziemlich verändert hat. Es war gar nicht so einfach, das Maximum herauszuholen.”
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“Wir waren einfach schon in der Aufwärmrunde über den Peak der Reifen hinaus. Schon ab Kurve 1 konnte man spüren, dass der Grip nicht da war. Und es gab sehr viel Rutschen über alle vier Räder, besonders im letzten Sektor”, so der Italiener. “Einfach überhaupt keine Traktion, vor allem. Das hat einem dann natürlich erst einmal ein wenig das Selbstvertrauen genommen.”
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